• Ein 55-Jähriger ist am Donnerstag im Sturm bei einem Autounfall auf einer Landstraße in Sachsen-Anhalt bei Südharz gestorben.
  • Alle Unwetter-Meldungen vom 16. Februar im Überblick.

Hier finden Sie den aktuellen Unwetter-Ticker

Weiterer Toter durch Baum-Sturz im Südharz - Alarmstufe Rot in Großbritannien

Ein 55-Jähriger ist am Donnerstag im Sturm bei einem Autounfall auf einer Landstraße in Sachsen-Anhalt bei Südharz gestorben. Ein Baum sei durch den starken Wind auf den Wagen des Mannes gefallen, teilte die Polizei mit. Daraufhin habe sich der fahrende Wagen am Morgen überschlagen. Der Mann starb noch am Ort des Unfalls im Kreis Mansfeld-Südharz, wie es hieß. Bereits zuvor war ein Autofahrer bei Bad Bevensen von einem Baum erschlagen worden (siehe Eintrag von 13:06 Uhr).

Auch in Polen kostete der Sturm Menschenleben. Bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 125 Kilometern pro Stunde wurden etwa 500 Häuser schwer beschädigt, indem er beispielsweise Dächer abriss. Hunderte Bäume stürzten um. In 324.000 Haushalten im ganzen Land fiel der Strom aus.

Zwei Arbeiter starben und zwei weitere wurden verletzt, als der Sturm auf einer Baustelle in Krakau einen Kran umwarf. Ein weiterer Mann wurde im Westen Polens von einem Baum erschlagen, der auf sein Auto stürzte.

In Großbritannien bestehe Lebensgefahr, erklärte der britische Wetterdienst am Donnerstag. "Eunice" werde am Freitag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern die britische Küste erreichen.

In Cornwall wird der Sturm "Eunice" erwartet.

Besonders betroffen sein werden den Vorhersagen zufolge Cornwall, die englische Südwestküste und der Süden von Wales - für all diese Regionen wurde die Warnstufe "Rot" ausgegeben. Laut Wetterdienst wird "extrem starker Wind" erwartet. Es drohten "gefährliche Zustände", unter anderem könnten Häuserdächer abgedeckt, Bäume entwurzelt und Stromleitungen zerstört werden.

Die britische Regierung berief ein Krisentreffen ihres Notfallkomitees ein. Dabei sollte es auch um die Folgen des Sturmtiefs gehen, das am Mittwoch in Schottland und im Norden von England für weitreichende Stromausfälle gesorgt hatte. Auch in Irland warnten die Behörden wegen "Eunice" vor "schwerem und Schäden verursachenden Wind".

Bildergalerie starten

Sturmtief "Ylenia" fegt über Deutschland: Die Folgen in Bildern

Das Sturmtief "Ylenia" fegt seit Mittwochnacht über Deutschland. Besonders betroffen ist die Nordhälfte. Der Bahnverkehr wurde in vielen Bundesländern eingestellt, Flüge annulliert. Die eindrücklichsten Bilder.

Die weiteren Unwetter-News des Tages:

Zugausfälle bei der Bahn bis Samstag

17:25 Uhr: Wegen des Sturms dauern die Ausfälle im Fernverkehr der Deutschen Bahn im Norden Deutschlands deutlich länger als zunächst angekündigt. Der Zugverkehr sei voraussichtlich bis Samstag "bundesweit beeinträchtigt", schrieb die Bahn am Donnerstag auf Twitter. Derzeit lasse sich nicht sicher sagen, welche Fernstrecken am Freitag und am Samstag weiterhin ausfallen, sagte ein Sprecher in Berlin am Nachmittag. "Es ist schwierig und nicht genau vorherzusagen, wie der Tag morgen aussieht."

Seit Donnerstagfrüh fuhren die Fernzüge wie ICEs und ICs in Nord- und Nordostdeutschland nicht mehr. Das betraf Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg. Auch im Regionalverkehr fielen in vielen Bundesländern Züge aus oder verspäteten sich.

"Es ist besser, die Züge an den Bahnhöfen zurückzuhalten", sagte ein Sprecher. "Wir können uns dann besser um die Reisenden kümmern. Wir wollen damit vermeiden, dass Züge bei diesem Wetter auf freier Strecke stehen bleiben. Dann wird es schwierig, sich um 300 oder 400 Reisende zu kümmern."

Zahlreiche Strecken seien durch umgestürzte Bäume blockiert, teilte die Bahn mit. "An vielen Stellen ist die Oberleitung beschädigt. Außerdem hat der Sturm Äste und Gegenstände in die Oberleitung geweht." Zahlreiche Reparaturtrupps seien losgeschickt worden, um Strecken freizuräumen, mit Kettensägen umgestürzte Bäume zu zerkleinern oder auch Oberleitungen zu reparieren.

Der Bahn-Sprecher sagte weiter: "Der Sturm hat uns hart getroffen. (...) Aber die Fahrgäste haben sehr verständnisvoll reagiert." Obwohl viele Schäden aus der Nacht zum Donnerstag im Lauf des Tages beseitigt worden sei, gebe es immer noch "mehrere hundert Kilometer Gleise", die gesperrt seien. Die Strecken würden zur Kontrolle zum Teil mit Hubschraubern abgeflogen, aber auch das sei wegen des Sturms nicht überall möglich. Fahrgäste sollten sich unbedingt im Internet über ihre Züge informieren.

Wetterbedingt keine Fahrten zwischen Cuxhaven und Helgoland

15:11 Uhr: Wegen des stürmischen Wetters fallen die Schiffsverbindungen zwischen Cuxhaven und Helgoland am Freitag und Samstag aus. Auch am Donnerstag seien keine Fährschiffe gefahren, sagte Helgolands Tourismusdirektor Stephan Hauke der Deutschen Presse-Agentur. Bezüglich einer Abfahrt am Sonntag soll die Entscheidung laut Reederei erst am Samstag fallen. mit. Daraufhin habe sich der fahrende Wagen am Morgen überschlagen. Der Mann starb noch am Ort des Unfalls im Kreis Mansfeld-Südharz, wie es hieß.

Wetterdienst hebt Unwetterwarnung für Mecklenburg-Vorpommern auf

15:01 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am frühen Donnerstagnachmittag seine Unwetterwarnung für Teile
Mecklenburg-Vorpommerns aufgehoben. Es liege keine Warnung vor orkanartigen Windböen mehr vor, teilte der DWD mit. Für die Nacht zum Samstag wird nach Angaben der Meteorologen aber bereits ein weiteres Orkantief erwartet.

Welle zerschlägt Frontscheiben von Elbfähre - ein Verletzter

14:41 Uhr: Auf stürmischer Fahrt über die Elbe hat eine große Welle die Frontscheiben einer Hamburger Hafenfähre zerschlagen. Es sei offenbar niemand an Bord ernsthaft verletzt worden, sagte der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Hadag, Tobias Haack. Nach dpa-Informationen gab es jedoch einen leicht verletzten Passagier. Die Fähre "Tollerort" sei am Donnerstagmorgen auf der Linie 68 von Teufelsbrück zum Anleger des Airbuswerks unterwegs gewesen, als die Welle über Bord gegen die Scheiben rollte, hieß es.

Mehrere Videos, die im Netz etwa auf Youtube hochgeladen wurden, zeigten offensichtlich den Moment des Unglücks. Dort sind nur wenige Fahrgäste zu sehen, die nach dem Wassereinbruch aus dem Fahrgastraum laufen.

Alle Passagiere seien am Anleger zu Fuß von Bord gegangen, sagte Haack. Die Hadag versuche, mit ihnen Kontakt aufzunehmen. "Es war ein Zwischenfall, den wir so noch nie hatten." Die Scheiben sollten eigentlich "seeschlagfest" sein. Es handele sich um Sicherheitsglas, das zerbröselt sei. Das Schiff sei eine sogenannte Bügeleisen-Fähre des Typs 2000.

Autofahrer bei Bad Bevensen von Baum erschlagen

13:06 Uhr: Ein 37 Jahre alter Mann ist in seinem Auto Opfer des Orkantiefs "Ylenia" geworden. Er war am Donnerstagmorgen gegen 09:00 Uhr auf der L252 zwischen Bad Bevensen und Seedorf im Landkreis Uelzen unterwegs, als ein Baum auf seinen Pkw stürzte und ihn erschlug. Wie ein Sprecher der Feuerwehr bestätigte, war der Fahrer sofort tot. Für die Dauer der Bergungsarbeiten wurde die Landstraße gesperrt.

Notgedrungener Reisestopp für Kreuzfahrtschiff

12:38 Uhr: Das Sturmtief "Ylenia" zwingt Reisende auf dem Kreuzfahrtschiff "Aidaprima" zur Geduld. Weil die Elbe derzeit für große Schiffe gesperrt ist, darf das Schiff nicht wie geplant den Hamburger Hafen anlaufen, wie eine Sprecherin der Hafenbehörde HPA am Donnerstag sagte. Dem Schiffsnavigationsdienst "vesselfinder.com" zufolge kreuzt das Schiff derzeit mit niedriger Geschwindigkeit rund zwölf Seemeilen nördlich Helgoland in der Deutschen Bucht.

"Den Gästen geht es gut und sie werden laufend an Bord durch den Kapitän informiert", sagte eine Sprecherin der Reederei Aida Cruises. "Wir rechnen derzeit damit, dass das Schiff voraussichtlich morgen früh für den geplanten Wechseltag in den Hafen von Hamburg einlaufen wird."

Wegen der Wetterlage ist die Unterelbe derzeit generell für Schiffe gesperrt, die länger als 330 Meter und/oder breiter als 45 Meter sind.

Bahn startet Aufräumarbeiten - von Normalität weit entfernt

12:05 Uhr: Nach zahlreichen Schäden durch den Sturm und vielen Zugausfällen am Donnerstagvormittag hat die Deutsche Bahn mit Aufräumarbeiten begonnen. "Für eine Schadensaufnahme ist es noch zu früh. Die Schäden sind aber erheblich", sagte Bahn-Sprecher Achim Stauß. "Im Moment sind Reparaturtrupps der Bahn mit Hochdruck unterwegs, um Strecken freizuräumen, mit der Kettensäge Bäume zu schneiden oder auch Oberleitungen zu reparieren, was bei diesen Wetterbedingungen nicht ganz einfach ist." Weitere Informationen wurden für den Nachmittag angekündigt.

Wegen des andauernden Sturms sei mit weiteren Störungen zu rechnen. Probleme werde es auch durch die zweite erwartete Sturmfront geben, sagte Stauß. "Ich fürchte, unsere Reisenden müssen noch über einen längeren Zeitraum mit Einschränkungen leben." Reisende sollten sich vor ihren Fahrten genau informieren. Wenn möglich sollten Reisen verschoben werden. Fahrkarten seien länger gültig.

Sturmböe kippt Lastwagen - Fahrer unverletzt

11:43 Uhr: Auf einer Autobahnbrücke bei Oldenburg hat eine Sturmböe einen Lastwagen erfasst und umgekippt. Der Fahrer blieb unverletzt, wie ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen sagte. Da der Sattelzug nun mitten auf der Brücke liege, gestalte sich die Bergung schwierig. Ein Kran wurde angefordert. Die Huntebrücke der A29 wurde in Richtung Wilhelmshaven gesperrt. In der Gegenrichtung Osnabrück fließe zwar der Verkehr, sagte der Polizeisprecher - doch für Lastwagen und Gespanne sei die Brücke nun wegen des Sturms gesperrt.

Im Raum Oldenburg rückten die Feuerwehren seit dem Mittwochabend zu vielen Einsätzen aus, vor allem um umgekippte Bäume zu beseitigen. Die Großleitstelle Oldenburg registrierte bis zum Donnerstagmorgen rund 190 Feuerwehreinsätze, die abgearbeitet wurden.

Nächste Sturmflut schon am Donnerstagnachmittag?

11:10 Uhr: Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat für die deutsche Nordseeküste erneut vor der Gefahr einer Sturmflut am Donnerstagnachmittag gewarnt. An der ostfriesischen Küste wird das Hochwasser etwa 1 Meter höher als das mittlere Hochwasser ausfallen, wie das BSH am Donnerstagmorgen mitteilte. An der nordfriesischen Küste und im Weser- und Elbegebiet wird das Hochwasser 1 bis 1,5 Meter höher sein als normal. Im Hamburger Elbegebiet erreicht das Hochwasser wohl Werte, die 1,5 bis 2 Meter höher als das mittlere Hochwasser liegen. Die Sturmflutgefahr besteht bis etwa 17:20 Uhr.

Für Freitagfrüh wird erneut eine Sturmflut erwartet, wie ein Sprecher sagte. Sturmfluten an sich seien durchaus normal, in der Häufigkeit wie im Moment jedoch schon ungewöhnlich, so der Sprecher weiter. "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in den vergangenen 20 Jahren so viele Sturmfluten hintereinander hatten." Seit dem 29. Januar hat das BSH bereits vor acht Sturmfluten gewarnt.

Flugzeugabfertigung am BER unterbrochen

09:58 Uhr: Wegen des Sturmtiefs "Ylenia" hat der Flughafen Berlin-Brandenburg BER am Donnerstagmorgen die sogenannte Flugzeugabfertigung unterbrochen. Das bedeutet, dass wegen der starken Sturmböen keine Maschinen beladen beziehungsweise entladen werden und zunächst auch keine Passagiere in die Flugzeuge einsteigen können, wie ein Sprecher des BER sagte. Bereits abgefertigte Maschinen können jedoch noch starten und Landungen finden auch noch statt. Details zur Zahl abgesagter Flüge blieben zunächst unklar.

300.000 Haushalte von Stromausfall in Tschechien betroffen

09:39 Uhr: Das Sturmtief "Ylenia" hat auch in Tschechien für Stromausfälle und Verkehrsbehinderungen gesorgt. Mehr als 300.000 Haushalte waren am Donnerstag wegen beschädigter Leitungen ohne Elektrizität. Die Feuerwehren rückten zu Hunderten Einsätzen aus, um umgestürzte Bäume von den Straßen zu räumen und abgedeckte Dächer zu sichern. Alle verfügbaren Kräfte seien im Einsatz, teilte ein Sprecher mit.

Im Bahnverkehr kam es zu Ausfällen und Verspätungen, unter anderem auf den Strecken Rumburk-Sebnitz und Pilsen (Plzen)-Klatovy. Auf der gut 1.600 Meter hohen Schneekoppe wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 181 Kilometern pro Stunde gemessen. In niedrigen Lagen erreichten die Böen nach Angaben des staatlichen Wetterdienstes CHMU Werte von bis zu 90 Kilometern pro Stunde. Auch in den nächsten Tagen wird in Tschechien mit stürmischem Wetter gerechnet.

54.000 Haushalte in NRW zeitweise ohne Strom

08:30 Uhr: Für etwa 54.000 Haushalte in NRW ist in der Nacht zu Donnerstag der Strom ausgefallen. Das teilte der Betreiber Westnetz auf Twitter mit. Gegen 3:00 Uhr sei es zu der Störung gekommen, sagte eine Polizeisprecherin am Morgen. Nach Angaben von Westnetz waren umgestürzte Bäume die Ursache. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, es seien Bäume gefunden worden, die in Umspannwerke gefallen seien.

Um 8:00 Uhr gab der Versorger Entwarnung: Alle Betroffenen Bereiche seien wieder zugeschaltet, hieß es auf Twitter. "Die Störung ist behoben."

Rund zwei Stunden nach dem Beginn der Störung meldete ein Anwohner laut Polizei eine Funken sprühende Starkstromleitung. Ob es einen Zusammenhang zwischen der beschädigten Leitung und dem Stromausfall gab, sei allerdings nicht klar, so die Polizeisprecherin. Die Feuerwehr habe die Leitung gesichert.

Deutscher Wetterdienst warnt weiterhin vor Unwettern

08:05 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Donnerstagmorgen erneut eine Unwetterwarnung herausgegeben. Demnach gibt es verbreitet orkanartige Böen, teils auch Orkanböen in der Nordhälfte, auf dem Brocken und dem Fichtelberg auch extreme Orkanböen. Im Westen und Osten kommt es örtlich zu starken Gewittern. Außerdem ist im Westen und Süden mit schweren Sturmböen, teils auch orkanartigen Böen zu rechnen.

Ab der Nacht zum Samstag warnt der DWD vor einem neuen Sturmtief mit Orkanböen im Bergland und orkanartigen Böen im Norden und in der Mitte. Dabei kommt es zu Dauerregen im Sauerland und im Harz sowie Tauwetter in den Mittelgebirgen und am Alpenrand.

Umgekippte Bäume versperren zahlreiche Straßen im Harz

08:00 Uhr: Umgekippte Bäume haben in der Nacht zum Donnerstag zahlreiche Straßen im Harz unpassierbar gemacht. Wie die Polizei mitteilte, versperrten besonders im Oberharz wegen des Sturmtiefs "Ylenia" umgekippte Bäume die Fahrbahnen und sorgten für viele Polizeieinsätze. Bei Goslar seien am frühen Morgen etwa elf Straßen unbefahrbar gewesen.

Die Aufräumarbeiten hätten bereits begonnen und der Verkehr laufe langsam wieder an, sagte eine Sprecherin der Polizei in Braunlage. Menschen seien nicht verletzt worden. Vereinzelt sei es zu Sachschäden an Häusern und Leitplanken gekommen.

Flugausfälle am Hamburger und Frankfurter Flughafen

07:38 Uhr: Am Flughafen Hamburg fallen am Donnerstag wegen des Sturmtiefs "Ylenia" rund ein Dutzend Flüge aus. Betroffen sind Verbindungen von und nach München, Frankfurt, Kopenhagen, Zürich und Istanbul, wie eine Sprecherin des Airports mitteilte. Dies seien Flüge verschiedener Airlines. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt sind nach Betreiberangaben Verbindungen mit Berlin, Hamburg und München betroffen.

Bahn stellt Fernverkehr in mehreren Bundesländern ein - Lufthansa annulliert 20 Flüge

07:00 Uhr: Die Deutsche Bahn hat wegen des Sturms den Fernverkehr in mehreren Bundesländern eingestellt. In Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg verkehren keine Züge des Fernverkehrs, wie das Unternehmen am Donnerstagmorgen mitteilte. Auswirkungen gebe es auch in anderen Bundesländern. Ein Bahn-Sprecher sagte am Donnerstagmorgen: "In der Nordhälfte verkehren bis in die Mittagsstunden keine Züge im Fernverkehr."

Auch im Regionalverkehr komme es zu Zugausfällen und Verspätungen. In Niedersachsen sei aufgrund der Sturmschäden südlich von Hamburg kein Zugverkehr möglich. Wegen des noch andauernden Sturms ist mit weiteren Störungen zu rechnen.

Die Deutsche Bahn arbeitet daran, Störungen zu beseitigen. Bahnreisenden steht für Informationen die kostenlose Hotline unter 08000 99 66 33 zur Verfügung.

Die Lufthansa hatte bereits angekündigt, im Tagesverlauf 20 Flüge zu streichen. Dies sei noch immer Stand der Dinge, teilte ein Unternehmenssprecher am Donnerstagmorgen auf Anfrage mit. Fluggästen hatte das Unternehmen empfohlen, sich auf der Website über den Status ihres Fluges zu informieren. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt sind nach Betreiberangaben Verbindungen mit Berlin, Hamburg und München betroffen.

Baum stürzt auf Wuppertaler Schwebebahn

06:53 Uhr: Wegen des Sturmtiefs "Ylenia" ist in der Nacht zu Donnerstag ein etwa 40 Meter hoher Baum umgestürzt und auf die Schienen der Wuppertaler Schwebebahn gefallen. Die Feuerwehr sei mit einem Kran- und einem Leiterwagen im Einsatz gewesen, habe den Baum noch in der Nacht zersägt und weggeräumt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Zuvor hatte der WDR berichtet. Laut dem Bericht sollen Statiker noch prüfen, ob die Schwebebahn am Donnerstag planmäßig an der Stelle fahren kann.

Feuerwehr in Brandenburg wegen Sturm "Ylenia" im Dauereinsatz

06:37 Uhr: Wegen des Sturmtiefs "Ylenia" ist die Feuerwehr in Brandenburg in vielen Landkreisen im Dauereinsatz. Bisher seien aber noch keine witterungsbedingten Verkehrsunfälle bekannt, wie ein Sprecher der Feuerwehr am Donnerstagmorgen sagte. In den Landkreisen Cottbus, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Dahme-Spreewald und Elbe-Elster sei es in der Nacht zu Donnerstag zwischen 1.00 Uhr und 5.30 Uhr zu etwa 150 Einsätzen wegen umgefallener Bäume gekommen. Besonders in den Landkreisen Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz seien viele Bäume auf die Fahrbahn gefallen. Betroffen waren auch die Landkreise Frankfurt (Oder), Oder-Spree und Märkisch Oderland.

Vereinzelte Orkanböen erreichen Geschwindigkeit von 152 km/h

06:26 Uhr: Es ist ungemütlich: Das Sturmtief "Ylenia" zieht in der Nacht zu Donnerstag zum Teil mit Orkanböen über Deutschland. Auf dem exponiert liegendem Brocken im Harz wurden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes zwischen 00:30 und 1:00 Uhr durchschnittliche Windgeschwindigkeiten von 120 Stundenkilometern gemessen. Die Windspitze in dem Zeitraum lag hier bei 152 Kilometern pro Stunde.

Auch in anderen Teilen Deutschlands gab es in exponierten Lagen wie Bergspitzen zum Teil Orkanböen und orkanartige Böen: So wurden im oben genannten Zeitraum auf dem Feldberg im Schwarzwald Windgeschwindigkeiten von durchschnittlich 87 km/h gemessen, in Spitzen 125 km/h. Schwere Sturmböen gab es beispielsweise am Kap Arkona auf Rügen (77 km/h, 105 Spitze) und am Leuchtturm Kiel (79 km/h, 101 km/h in der Spitze).

Sturmflut überschwemmt erneut Hamburger Fischmarkt

06:20 Uhr: Der Hamburger Fischmarkt ist am frühen Donnerstagmorgen erneut überflutet worden. "Am Pegel St. Pauli wurde gegen 5.00 Uhr ein Wert von 1,98 Meter über dem mittleren Hochwasser (MHW) gemessen", sagte ein Sprecher des Sturmflutwarndienstes des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg. An der Nordseeküste spricht das BSH ab 1,5 Meter über MHW von einer Sturmflut. Von einer schweren oder sehr schweren Sturmflut wird erst ab Werten von 2,5 beziehungsweise 3,5 Meter gesprochen.

An der schleswig-holsteinischen Nordseeküste gab es in einigen Orten eine Sturmflut - in Husum etwa wurde ein Pegelstand von 1,64 Meter über dem mittleren Hochwasser gemessen. An vielen anderen Pegeln blieben die Wasserstände allerdings unter dem Wert einer Sturmflut. So fehlten in Dagebüll drei Zentimeter für eine Sturmflut (1,47 Meter über MHW) und auch in Büsum blieb der Wert mit 1,45 Meter knapp unter einer Sturmflut. In Hörnum auf Sylt wurden nur 1,35 Meter über dem mittleren Hochwasser gemessen.

Wie vom BSH erwartet, kam es an der niedersächsischen Nordseeküste nicht zu einer Sturmflut. Es wurde allerdings mit Pegelständen von etwa 1 Meter höher als das mittlere Hochwasser (MHW) gerechnet. Auf Borkum lagen die Wasserstände nach Angaben eines BSH-Sprechers mit etwa 84 Zentimeter über dem mittleren Hochwasser darunter. Auf Norderney stieg das Wasser demnach auf 1,01 Meter über MWH. In Emden wurden Werte von 1,15 Metern erreicht, in Wilhelmshaven von 1,09 und in Cuxhaven von 1,35 Metern.

Orkane überqueren Deutschland - "Ylenia" erreicht Nordosten

06:15 Uhr: Umgestürzte Bäume, lose Dachziegel, abgesagte Flüge und verspätete Züge: Sturmtief "Ylenia" hat zunächst vor allem den Norden und Osten Deutschlands getroffen. Die Feuerwehren und Polizeileitstellen berichteten am frühen Donnerstagmorgen von zahlreichen Einsätzen, größere Schäden blieben vorerst aber aus. Zuvor hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach für Mittwochabend bis Donnerstagabend Unwetterwarnungen hauptsächlich für die nördliche Hälfte des Landes herausgegeben.

Die Hochwasserstände an der niedersächsischen Nordseeküste blieben zum Teil niedriger als erwartet. Anders als für Schleswig-Holstein und Hamburg hatte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hier auch nicht vor einer Sturmflut gewarnt. Es wurde allerdings mit Pegelständen etwa 1 Meter höher als das mittlere Hochwasser (MHW) gerechnet. Auf Borkum lagen die Wasserstände nach Angaben eines BSH-Sprechers mit etwa 84 Zentimeter über dem mittleren Hochwasser darunter. Auf Norderney stieg das Wasser demnach auf 1,01 Meter über MWH. In Emden wurden Werte von 1,15 Metern erreicht und in Wilhelmshaven von 1,09.

Unwetterwarnung für Donnerstag

Der DWD hatte am Mittwoch eine Unwetterwarnung bis Donnerstagabend herausgegeben. Betroffen ist hauptsächlich die nördliche Hälfte Deutschlands. "Vom Nordwesten bis zur Mitte und in die östlichen Landesteile kommt es verbreitet zu schweren Sturmböen bis 100 Stundenkilometer", prognostizierte der Meteorologe Adrian Leyser für die Nacht zum Donnerstag sowie den Donnerstagvormittag. Eine Übersicht über alle Regionen, die besonders vom Unwetter betroffen sind, finden Sie hier.

Insbesondere an der Kaltfront, die von Nordwest nach Südost ziehe, seien sogar einzelne Böen bis 120 Stundenkilometer wahrscheinlich. Vereinzelt kann es gewittern. "Das sind Windgeschwindigkeiten, die wir so verbreitet bis ins Flachland nicht jedes Jahr erleben", sagte der Meteorologe. Hierdurch könnten zum Beispiel größere Bäume entwurzelt, Dächer beschädigt und Gegenstände umhergewirbelt werden.

Als Folge auf die Unwetterwarnung fällt am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen der Unterricht an allen Schulen aus.

Mit Material von dpa und AFP
Teaserbild: © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Matthias Bein