Das Orkantief "Sabine" hat am Sonntag Deutschland erreicht. Von dort fegt der Sturm in Richtung Süden über die ganze Bundesrepublik hinweg. Es kommt bundesweit zu Ausfällen und massiven Störungen im Bahn-, Flug- und Schiffsverkehr. Alle News und Entwicklungen zum Sturmtief können Sie in unserem Blog vom Sonntag nachlesen.

Mehr Panoramathemen finden Sie hier

  • Wegen des Sturmtiefs "Sabine" hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) Unwetterwarnungen für Teile Deutschlands bis zum frühen Montagabend herausgegeben.
  • Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) meldet Sturmflutgefahr für die deutsche Nordseeküste, Hamburg und Bremen.
  • Die Deutsche Bahn hat am Sonntagnachmittag bundesweit nach und nach den Fernverkehr eingestellt. Ebenso kommt es in ganz Deutschland zu Ausfällen und erheblichen Beeinträchtigungen im Flugverkehr.

Die neuesten Entwicklungen zum Sturmtief "Sabine" finden Sie in unserem aktuellen Live-Blog vom Montag.

Sturmflutgefahr an der Nordseeküste

23:05 Uhr: Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) warnt vor der Gefahr einer Sturmflut an der deutschen Nordseeküste und in den Stadtstaaten Bremen und Hamburg. Am Montag würden das Nachmittag-Hochwasser an der Nordseeküste und in Emden sowie das Abend-Hochwasser in Bremen und Hamburg 1,5 bis 2 Meter höher als das mittlere Hochwasser liegen, teilte das BSH am Sonntagabend mit. Die Sturmflutgefahr bestehe bis etwa 17.30 Uhr am Montag. Sollte es so kommen, könnte auch der Fischmarkt am Hamburger Hafen überflutet werden.

Baum stürzt auf Zug - Insassen unverletzt

22:50 Uhr: Kurz vor Einstellung des Regionalverkehrs am Sonntagabend ist im nordrhein-westfälischen Iserlohn ein Baum auf eine Bahn-Oberleitung gestürzt und hat einen Zug getroffen. Es sei ein Lichtbogen entstanden, sagte eine Feuerwehrsprecherin am Abend. Die 15 Insassen des Zuges blieben unverletzt. Der Zug sei äußerlich unbeschädigt geblieben.

Die Einsatzkräfte in Iserlohn rückten permanent zu Sturmeinsätzen aus, sagte die Sprecherin weiter. Mehrere Bäume seien auf Straßen gestürzt. In einem Fall habe ein dicker Ast ein Auto getroffen. Verletzt wurde zunächst niemand.

Kein Fernverkehr bis mindestens 10 Uhr morgens

22:41 Uhr: Der Fernverkehr der Deutschen Bahn wird bis mindestens 10 Uhr am Montagvormittag eingestellt bleiben. "Erst nach Schadaufnahme im Rahmen von Erkundungsfahrten und erforderlichen Reparaturarbeiten werden ab voraussichtlich 10 Uhr die Strecken für den Fernverkehr sukzessive wieder freigegeben", schrieb die Bahn in ihrem Internetauftritt. "Es ist leider schon jetzt absehbar, dass die Störungen am Montag den ganzen Tag über andauern werden." Man empfehle den Reisenden, bis Dienstag (11.2.) geplante Fahrten im Fernverkehr auf einen anderen Tag zu verschieben.

Mehrere Häuser in Pinneberg evakuiert

21:44 Uhr: Weil ein 33 Meter hoher Kran wegen des Sturmtiefs "Sabine" umzukippen drohte, hat die Feuerwehr in Pinneberg nahe Hamburg mehrere Gebäude evakuiert. Die meisten der 120 betroffenen Menschen seien am Sonntag bei Verwandten und Bekannten untergekommen, teilte der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg am Abend mit. Alle anderen Optionen wie etwa der Abbau des Krans seien wegen des Wetters nicht infrage gekommen, sagte Gemeindewehrführer Claus Köster der Deutschen Presse-Agentur. Das Gebiet sei abgesperrt worden. Zuvor hatte der NDR darüber berichtet

Der Kran soll laut Mitteilung der Feuerwehr nur bei Windgeschwindigkeiten von bis etwa 120 Stundenkilometern stabil sein. Es wurden aber höhere Windgeschwindigkeiten in der Nacht erwartet. Sollte der Kran umkippen, könne er keinen Personenschaden anrichten, begründete Köster die Evakuierung.

Umgestürzte Bäume: A45 voll gesperrt

21:31 Uhr: Wegen umgestürzter Bäume ist in Nordrhein-Westfalen ein Stück der Autobahn 45 voll gesperrt. Betroffen ist der Abschnitt zwischen dem Kreuz Hagen und der Anschlussstelle Hagen-Süd, in Fahrtrichtung Frankfurt. Dies teilte der Landesbetrieb Straßenbau am Sonntagabend mit. Laut Autobahnpolizei Dortmund drohten weitere Bäume umzustürzen. Die Sperrung werde voraussichtlich bis Montagmittag, 13.00 Uhr, andauern, sagte ein Polizeisprecher.

Auch auf vielen niedersächsischen Autobahnen hat "Sabine" am Sonntagabend für Behinderungen und Gefahren gesorgt. Die A7 von Hannover nach Kassel musste zwischen Hildesheim und dem Dreieck Salzgitter gesperrt werden, nachdem Bäume auf die Fahrbahn gestürzt waren, teilte die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen mit. Die Sperrung sollte bis Montagvormittag andauern. Auch die A30 vom Grenzübergang Bad Bentheim Richtung Schüttorf wurde gesperrt, ebenso voraussichtlich bis zum Montagfrüh. Im weiteren Verlauf wurde zwischen Osnabrück und Bad Oeynhausen eine Spur bei Melle wegen umgestürzter Bäume gesperrt.

Auf vielen Verbindungen wehten Gegenstände auf die Fahrbahn, so auf der A33 zwischen Osnabrück und Bielefeld bei Hilter, auf der A7 zwischen Hamburg und Hannover bei Schwarmstedt und auf der A1 Bremen-Osnabrück bei Wildeshausen. Auf der A39 zwischen Hamburg und Lüneburg gab es wegen umgestürzter Bäume Behinderungen zwischen Maschen und Winsen-West. Auf der A28 Leer-Oldenburg war dies zwischen Neuenkruge und Oldenburg-Wechloy der Fall.

Montagsausgabe: E-Paper statt Zeitungen

21:26 Uhr: Mehrere Zeitungen in Deutschland haben sich wegen der Sturmgefahren für Zusteller entschieden, ihren Abonnenten ihre Montagsausgaben als E-Paper zur Verfügung zu stellen. "Die Gesundheit unserer Zusteller geht vor", schrieb etwa die "Augsburger Allgemeine" in einem Tweet. Wegen der unsicheren Wetterlage könne man nicht sicherstellen, dass die Zustellung am Montag problemlos funktioniere. Da man auf keinen Fall die Gesundheit der Zusteller riskieren wolle, werde die digitale Version freigeschaltet, berichtete die Zeitung auf ihrer Internetseite.

Eine kostenlose E-Paper-Ausgabe kündigte auch die "Offenbach-Post" an. Die "Neue Westfälische" (Bielefeld) teilte mit, dass es am Montag keine Zustellung geben werde. Auch deren Abonnenten können auf das E-Paper zugreifen. Der Lokalteil und der Lokalsportteil vom Montag soll der Dienstagsausgabe beigelegt werden. "Dort kann man alle wesentlichen lokalen Informationen vom Wochenende dann noch einmal in einer besonders dicken Ausgabe nachlesen", hieß es weiter.

Auch das "Tageblatt" in Luxemburg wird am Montag nicht ausgetragen. Dies habe die dortige Post entschieden, teilte die Zeitung im Internet mit. Abonnenten hätten aber Zugriff auf das E-Paper.

16-Jähriger von Ast schwer verletzt

20:42 Uhr: In Paderborn ist ein 16-Jähriger durch einen herabstürzenden Ast verletzt worden. Wie die Polizei berichtete, sei er mit Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Er sei schwer verletzt, sagte ein Polizeisprecher am Sonntagabend. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Über den Unfall hatte zuvor der WDR berichtet.

"Sabine" zwingt Lügde-Ausschuss zur Pause

20:27 Uhr: Sturmtief "Sabine" erreicht den Düsseldorfer Landtag: Die für Montag angesetzte Sitzung des Untersuchungsausschusses zum Missbrauchskomplex Lügde wurde abgesagt. Das teilte der Vorsitzende des Ausschusses, Andreas Kossiski (SPD), bei Twitter mit.

Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss (PUA) soll unter anderem Versäumnisse von Polizei und Jugendämtern im Fall des massenhaften Missbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde aufklären.

Gestrandeter IC-Zug kommt weiter - ein Stück

19:17 Uhr: Der im Emsland in einen umgestürzten Baum gefahrener Intercity-Zug aus Amsterdam mit 300 Reisenden hat seine Fahrt fortgesetzt - aber ist nur ein Stück weiter gekommen. Nach einer zweistündigen Zwangspause auf offener Strecke sei der IC nach Rheine (NRW) weitergefahren und habe wegen des zunehmenden Sturms seine Fahrt dort beendet, teilte die Deutsche Bahn am Sonntag mit. Ziel war eigentlich Berlin.

Vor Ort kümmere sich die Bahn darum, ob die Reisenden einquartiert werden oder ihr Ziel noch mit einem Regionalzug erreichen können, hieß es zunächst. Kurz danach teilte die Bahn via Twitter mit, dass am Sonntagebend außer dem Fernverkehr auch der Regionalverkehr in NRW komplett eingestellt werde.

Das Regionalbahnunternehmen Metronom kündigte an, ab 17 Uhr die Züge vorsorglich nur noch mit höchstens Tempo 80 zu fahren. Um 19 Uhr werde entschieden, ob überhaupt noch Züge fahren können. Auch die Westfalenbahn und die Nordwestbahn meldeten Verspätungen.

Bahn stellt Fernverkehr bundesweit ein

17:05 Uhr: Wegen des Orkans "Sabine" hat die Deutsche Bahn den Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen eingestellt. Sukzessive sollen bundesweit auch alle weiteren Fernzüge gestoppt werden.

In einer Mitteilung heißt es: "Aufgrund der aktuellen Entwicklungen und zunehmender Windstärken hat sich die DB dazu entschieden, beginnend in NRW nach und nach alle Züge des Fernverkehrs bundesweit an größeren Bahnhöfen enden zu lassen."

Im Regionalverkehr waren zuvor bereits mehrere Strecken gesperrt worden, weil umgestürzte Bäume die Gleise blockiert hatten. Auch für Autofahrer sorgte "Sabine" für Komplikationen: Mehrere Bundes- und Landstraßen waren schon am Nachmittag nicht mehr problemlos befahrbar, weil Bäume im Weg lagen.

Gestrandete Bahnreisende, deren Züge wegen des Sturmtiefs "Sabine" am Sonntag nicht weiterfahren können, sollen im Rahmen ihrer Fahrgastrechte Hotelgutscheine und Taxigutscheine erhalten. In größeren Bahnhöfen sollen zudem sogenannte Übernachtungszüge bereitgestellt werden, sagte DB Konzernsprecher Achim Stauß am Sonntag im Berliner Hauptbahnhof. Das habe sich "bereits bei früheren Sturmsituationen bewährt".

Ein Intercity-Zug steht nach dem Zusammenstoß mit einem infolge von Orkanböen des Sturmtiefs "Sabine" auf den Gleisen liegenden Baumes auf der Strecke. In dem IC von Amsterdam nach Berlin saßen etwa 300 Reisende, teilte die Deutsche Bahn am Sonntag mit.

IC-Zug kracht in umgestürzten Baum - 300 Reisende hängen fest

16:37 Uhr: Ein Intercity-Zug ist im Landkreis Bentheim (Niedersachsen) in einen umgestürzten Baum gefahren und steckt auf offener Strecke fest. In dem IC von Amsterdam nach Berlin sitzen etwa 300 bis 350 Reisende, teilte die Deutsche Bahn am Sonntag mit. Die Feuerwehr schneide derzeit die Strecke bei Schüttorf frei.

Ein Notfallmanager sei demnach am Unfallort in der Nähe des Grenzbahnhofs Bad Bentheim. Offen war zunächst, ob der IC seine Fahrt aus eigener Kraft fortsetzen kann oder von einer E-Lok zurück nach Bad Bentheim geschleppt werden muss.

Bislang erwartet die Bahn, dass der Zug mit einer Verspätung von zwei Stunden seine Fahrt fortsetzen kann. Die Regionalzüge werden über das Gegengleis umgeleitet, verspäten sich und halten nicht in Schüttorf und Salzbergen.

Wegen des Orkantiefs "Sabine" hatte die Bahn in Norddeutschland bereits einige Zugverbindungen vorsorglich eingestellt. Die Züge in den vom Sturm betroffenen Regionen fahren zudem mit reduzierter Geschwindigkeit.

Lufthansa rechnet auch am Montag mit starken Beeinträchtigungen

16:20 Uhr: Wegen des Orkantiefs rechnet die Lufthansa auch am Montag mit starken Beeinträchtigungen im Luftverkehr. Aufgrund der schwierigen Wetterverhältnisse werde es von Sonntagnachmittag bis Dienstagvormittag zu zahlreichen Flugstreichungen und Verspätungen kommen, teilte die Airline am Sonntag mit.

Das Unternehmen habe entschieden, in München am Montag alle Kontinentalflüge bis 13:00 Uhr und alle Interkontinentalflüge bis 14:00 Uhr auszusetzen. Interkontinentalflüge zum größten deutschen Airport in Frankfurt sollen voraussichtlich planmäßig weitergeführt werden. Mit der Streichung von Kontinentalverbindungen von und nach Frankfurt sei jedoch zu rechnen.

15:40 Uhr: Sturmtief "Sabine" hat die norddeutsche Küste erreicht. Verbreitet wurden am frühen Sonntagnachmittag bereits Sturmböen von bis zu 100 Stundenkilometern und einzelne Orkanböen bis zu 110 Stundenkilometer erreicht, sagte Felix Herz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Hamburg der Nachrichtenagentur AFP. "Es geht jetzt richtig los." In den nächsten Stunde werde sich der Sturm bis auf das Festland schieben.

Fahrgäste der Bahn warten am Kölner Hauptbahnhof auf Informationen.

Im Laufe des Sonntags sollte sich das Sturmtief, das auch Regen und Gewitter mit sich bringt, kontinuierlich über die Mitte und in der Nacht zum Montag dann weiter in den Süden Deutschlands ausbreiten.

Der DWD erwartete Orkanböen von bis zu 130 Stundenkilometern und warnte vor entwurzelten Bäumen, herabstürzenden Dachziegeln und schweren Schäden an Gebäuden. In Berglagen wie dem Brocken in Harz, dem Feldberg im Schwarzwald oder den Alpenspitzen wurde mit extremen Orkanböen von 160 bis 180 Kilometer pro Stunde gerechnet.

Sabine" ist laut DWD ein Winterorkan wie er etwa alle zwei Jahre vorkommt. So stark wie "Kyrill" (2007) oder "Lothar" (1999) werde "Sabine" aber nicht.

15:32 Uhr: Wie die Deutsche Bahn mitteilte, seien trotz des Sturmtiefs deutschlandweit die wichtigen Hauptstrecken weiterhin frei befahrbar.

Erste Einschränkungen wegen des Unwetters verzeichnet die Bahn vor allem in Schleswig-Holstein und Niedersachsen (siehe auch 14:15 Uhr). So verkehren seit Sonntagmittag keine Fernverkehrszüge mehr zwischen Norddeich und Hannover/Koblenz, zwischen Hamburg und Kiel/Westerland sowie zwischen Hamburg und Kopenhagen/Aarhus.

Aukrug-Homfeld, Schleswig-Holstein: Freiwillige Feuerwehrmänner beseitigen einen durch den Sturm "Sabine" umgeknickten Baum auf der Bahnstrecke Neumünster-Heide.

Vereinzelt gebe es auch auf Streckenabschnitten in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg Störungen.

Eurowings stellt Flugbetrieb weitgehend ein

15:17 Uhr: Die Airline Eurowings geht auf Nummer sicher und hat fast alle Flüge für die Dauer des Sturmtiefs "Sabine" abgesagt. Man streiche die Verbindungen von den Flughäfen Hamburg, Berlin, Hannover, Dortmund, Düsseldorf, Köln und Stuttgart, teilte die Lufthansa-Tochter mit Sitz in Düsseldorf am Sonntag mit. Lediglich von München und Stuttgart aus gebe es noch vereinzelt Flüge.

Fluggäste sollten nicht mehr zu den betroffenen Flughäfen anreisen. Sie könnten ihre Buchungen kostenfrei umbuchen. Eurowings strebt an, den Flugbetrieb am Montag wieder aufzunehmen. Auch dann wird jedoch noch mit Orkanböen gerechnet. Den Höhepunkt soll das Tief "Sabine" jedoch in der Nacht von Sonntag auf Montag haben - mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern.

14:48 Uhr: In etlichen Städten in Nordrhein-Westfalen fällt am Montag der Unterricht wegen des Sturms aus. Wie das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" berichtet, hatten einige Städte und Kommunen bereits am Freitag diesen Schritt angekündigt. Demnach ist unter anderem schulfrei in: Aachen, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Köln, Mülheim, Oberhausen sowie im Kreis Paderborn.

14:38 Uhr: Wegen des Sturms und der damit verbundenen Gefahren ist ein Konzert von Schlagerstar Andrea Berg am Sonntagabend im westfälischen Halle abgesagt worden. Einen Nachholtermin gibt es nicht, Karten können laut Veranstalter zurückgegeben werden.

Die "Bild"-Zeitung zitierte die Sängerin mit den Worten: "Keine Show der Welt ist es wert, ein Risiko für Leib und Leben der Besucher und Helfer einzugehen."

Bahn stellt Verkehr in Teilen Norddeutschlands ein

14:15 Uhr: Die Deutsche Bahn vermeldet Einschränkungen im Zugverkehr in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Vorbeugend verkehren "seit den Mittagsstunden keine Fernverkehrszüge mehr zwischen Norddeich und Hannover/Koblenz, zwischen Hamburg und Kiel/Westerland sowie zwischen Hamburg und Kopenhagen/Aarhus", erklärte der Konzern auf einer eigens eingerichteten Webseite. Auch der Sylt-Shuttle habe den Betrieb eingestellt.

Zudem sind laut Bahn einige Regionallinien in Schleswig-Holstein und Niedersachsen von Ausfällen und Verspätungen betroffen: Die Fahrten der Regionalexpress-Züge zwischen Bremen und Norddeich wurden eingestellt, ebenso im Weserbergland die Linie zwischen Bodenfelde und Northeim sowie verschiedene S-Bahnlinien.

14:07 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine aktualisierte Unwetterwarnung für Teile Deutschlands bis Montagabend 18:00 Uhr herausgegeben. "Es bringt Deutschland eine schwere Sturmlage", hieß es in einer DWD-Mitteilung für den Sonntag.

In Richtung Süden werde der Sturm erst in der zweiten Nachthälfte am Montag erwartet und könne dann bis zum Nachmittag anhalten. Für die mittleren Landesteile sei eine Verlängerung der Unwetterwarnungen nicht auszuschließen.

Durch das Unwetter könnten laut DWD Bäume entwurzelt werden oder Dachziegel auf die Straße fliegen. Auch größere Schäden an Gebäuden könne es geben. Von Vorpommern bis zur Niederlausitz werde bislang nicht mit verbreiteten Unwettern gerechnet. Doch auch hier seien bei Gewittern Orkanböen möglich.

Orkan verursacht Schäden in Ostfriesland

13:25 Uhr: Der Orkan "Sabine" hat im ostfriesischen Leer für erste Schäden und einen Einsatz der Rettungskräfte im Stadtzentrum gesorgt. Die Fußgängerzone sei großräumig gesperrt worden, weil sich diverse Dachelemente und Dachplatten von Gebäuden gelöst hätten und auf die Straße zu fallen drohten, teilte die Leitstelle der Polizei Ostfriesland mit. Die Polizei, die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk seien im Einsatz.

Eine Anzeigetafel am Hauptbahnhof von Oldenburg warnt vor Beeinträchtigungen durch Unwetter. Die Deutsche Bahn geht aufgrund des Sturmtiefs "Sabine" von vielen Ausfällen im Zugverkehr aus.

13:02 Uhr: Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn sind etliche Flüge annuliert worden, darunter zahlreiche Verbindungen der Airline Eurowings für den Nachmittag und Abend. Es könne wegen des Sturms zu Beeinträchtigungen kommen, schrieb Eurowings auf Twitter. Vereinzelt strichen auch andere Airlines ihre Flüge von den beiden großen NRW-Flughäfen. Beide Standorte forderten ihre Passagiere am Sonntag auf, sich bei ihren Airlines darüber zu informieren, ob ihr Flug planmäßig abhebe.

12:30 Uhr: Abgesagt: Wegen des heranziehenden Wintersturms "Sabine" findet das Skispringen in Willingen nicht statt.

12:25 Uhr: Wegen der Wetterlage sind am Sonntag 100 Starts und Landungen von Flugzeugen am Frankfurter Flughafen gestrichen worden. Dabei handle es sich vor allem um Flüge innerhalb Europas, sagte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport. Die restlichen, rund 1100 Flüge würden am Sonntag regulär starten oder landen. Es könne außerdem zu Verspätungen kommen.

Durch das Nachtflugverbot rechne der Flughafen aber mit keinen großen Auswirkungen des Orkantiefs auf den Flugverkehr. Für den Montag seien derzeit noch keine Flugannullierungen vorgenommen worden.

12:12 Uhr: Am Flughafen in München sind am Sonntag bereits rund 80 Starts und Landungen ausgefallen. Die gestrichenen Abflüge seien meist mit Flugrichtung nach Norden geplant gewesen, sagte ein Sprecher des Flughafens am Sonntag.

Mit Blick auf die weitere Entwicklung des Flughafenbetriebs sagte er: "Es wird definitiv Ausfälle und Verspätungen geben." Der Sturm könnte noch massive Beeinträchtigungen haben. Da ab einer bestimmten Windgeschwindigkeit Arbeiten auf dem Flugfeld eingestellt werden müssen, könnte der Betrieb dort durch den Sturm zeitweise zum Erliegen kommen. So müsste dann etwa das Betanken oder Beladen von Flugzeugen ausgesetzt werden.

Passagiere stehen im Düsseldorfer Flughafen an einem Infoschalter an. Wegen des aufziehenden Sturmtiefs "Sabine" wurden deutschlandweit zahlreiche Flüge gestrichen.

11:59 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für weite Teile Deutschlands die zweithöchste Unwetterwarnstufe wegen des Sturmtiefs "Sabine" herausgegeben. "Es wird jetzt langsam stärker", sagte Michael Hagen vom DWD in Offenbach am Sonntag. In Teilen des Schwarzwaldes gelte sogar die höchste der insgesamt vier Warnstufen.

Der Sturmtief werde von Norden nach Süden durch das Land ziehen. Auf den Straßen sei dann Vorsicht geboten. Es könnten Äste herabstürzen oder auch Ziegel. Begleitet wird der befürchtete Orkan laut DWD vielerorts von heftigen Schauern und Gewittern. In der Nacht zum Montag werden Windgeschwindigkeiten von rund 120 Kilometern pro Stunde erwartet.

Einschränkungen an norddeutschen Flughäfen

11:45 Uhr: Am Hamburger Flughafen sind am Sonntag wegen des Sturmtiefs "Sabine" zahlreiche Flüge gestrichen worden. Betroffen waren vor allem zahlreiche Inlandsverbindungen der Lufthansa sowie der Tochtergesellschaft Eurowings in den Süden Deutschlands.

"Insbesondere seit Samstagnachmittag bis voraussichtlich Dienstag gibt es Flugannullierungen, außerdem kann es zu Verspätungen kommen", teilte ein Unternehmenssprecher der Lufthansa mit.

Auch an den Flughäfen Hannover und Bremen sind etliche Flugverbindungen gestrichen worden. In Hannover waren Flüge von und nach Paris, Amsterdam, München und Frankfurt betroffen, wie der Flughafen mitteilte. Am Bremer Airport ging es ebenfalls um Verbindungen nach Frankfurt, München, Amsterdam sowie nach Stuttgart.

Fluggästen wird geraten, sich online nach dem Status ihrer Verbindungen zu erkundigen und sich gegebenenfalls mit den Airlines direkt in Verbindung zu setzen.

10:26 Uhr: Wegen des Orkans "Sabine" rechnet der Flughafen Köln/Bonn mit Flugausfällen. Ab dem Nachmittag könne es zu Unregelmäßigkeiten oder Ausfällen kommen, teilte der Flughafen auf Twitter mit. Passagiere sollten sich bei ihren Airlines darüber informieren, ob ihr Flug planmäßig abhebe.

Wasser spritzt bei Sturm auf die Mole des Fähranlegers Dagebüll in Schleswig-Holstein. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für weite Teile Deutschlands die zweithöchste Unwetterwarnstufe wegen des Sturmtiefs "Sabine" herausgegeben.

10:19 Uhr: Wegen des anrückenden Orkantiefs sind etliche Fährverbindungen zu den Nordseeinseln am Sonntag eingestellt worden. Betroffen war die Verbindung nach Wangerooge, auf der auch am Montag mit Einschränkungen zu rechnen ist, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Zwischen Borkum und Eemshaven wurde eine Pendelfahrt gestrichen, die Nachmittagfähre von Emden nach Borkum sollte eine Stunde früher als üblich ablegen, teilte die AG Ems mit.

Auch für Montag und Dienstag wurde mit möglichen Verzögerungen gerechnet. Die Fähre zwischen Norddeich und Norderney sollte nach Angaben der Reederei Frisia am Sonntagmittag den Verkehr einstellen.

Die Fähre zwischen Neuharlingersiel und Spiekeroog sollte am Sonntag wegen des aufziehenden Sturms früher ablegen, auch am Montag wurden die Abfahrten vorverlegt. Die abendliche Abfahrt von Baltrum zum Festland wurde abgesagt. Auch zwischen Langeoog und Bensersiel sollte der Fährverkehr am Sonntagmittag eingestellt werden. Änderungen wurden auch am Montag erwartet.

10:11 Uhr: Sturmtief "Sabine" hat für weitere Absagen von Fußballspielen gesorgt. Nach dem Ausfall des für den heutigen Sonntag vorgesehenen Rhein-Derbys in der Männer-Bundesliga zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln (siehe 9:14 Uhr) fällt auch die für 14:00 Uhr angesetzte Nachholpartie der Frauen-Bundesliga zwischen dem MSV Duisburg und dem 1. FC Köln den Wetterbedingungen zum Opfer. Wie der 1. FC Köln am Sonntag mitteilte, steht ein neuer Spieltermin noch nicht fest.

Darüber hinaus reagierte auch der Fußballverband Niederrhein auf die Sturmwarnungen. Der zuständige Ausschuss sagte alle Partien auf Verbands- und Kreisebene ab.

Starke Einschränkungen bei der Bahn ab Mittag

10:02 Uhr: Wegen des anrückenden Orkantiefs "Sabine" hat die Deutsche Bahn am Sonntag den Ausfall zahlreicher Zugverbindungen angekündigt. So seien die Küstenregionen und stark sturmgefährdete Regionen wie Emden, Norddeich, Kiel und Westerland ab der Mittagszeit nicht mehr mit Fernverkehrszügen zu erreichen, teilte das Unternehmen am Morgen mit.

Diese Einschränkung betreffe beispielsweise IC-Züge zwischen Norddeich und Hannover/Koblenz, ICE-Verbindungen zwischen Hamburg und Kiel beziehungsweise Westerland sowie die Strecken des EC zwischen Hamburg und Kopenhagen/Aarhus. Der Sylt Shuttle verkehrt demnach von Niebüll das letzte Mal um 12.05 Uhr, von Westerland um 12.00 Uhr.

Die Deutsche Bahn hat sich nach eigenen Angaben intensiv auf das Sturmtief vorbereitet. So habe man unter anderem Mitarbeiter und Reparaturfahrzeuge an strategisch relevanten Stellen zusammengezogen. Zudem seien mobile Einsatztrupps mit Kettensägen in Bereitschaft, um im Ernstfall Gleise und Oberleitungen von umstürzenden Bäumen befreien zu können.

Bundesliga-Derby Mönchengladbach - Köln abgesagt

9:14 Uhr: Das Fußball-Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am Sonntagnachmittag ist wegen des Sturmtiefs "Sabine" abgesagt worden. Das teilten beide Clubs am Morgen auf ihren Webseiten mit.

Begründet wurde die Entscheidung damit, dass eine sichere Abreise der Fans nicht gewährleistet werden könne. Für das 90. Derby zwischen beiden Clubs war der Borussia-Park mit 54.022 Zuschauern ausverkauft. Da die Partie als Risikospiel gilt, waren rings um die Begegnung erhöhte Sicherheitsmaßnahmen geplant.

Das rheinische Derby sollte eigentlich um 15:30 Uhr angepfiffen werden und wäre um kurz vor 17:30 Uhr beendet gewesen. Zwar wird während dieses Zeitraumes noch kein Unwetter erwartet, das Sturmtief soll jedoch unmittelbar danach durch die Region ziehen.

Daher entschloss sich die gastgebende Borussia nach eigenen Angaben in enger Abstimmung mit der Stadt Mönchengladbach, der Feuerwehr, der Polizei und der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu der Absage.

Wann des Spiel des Tabellen-Vierten gegen den Tabellen-13. nachgeholt wird, ist noch offen.

8:59 Uhr: Deutschland erwartet am Sonntag das Orkantief "Sabine". Erste Ausläufer werden an der Nordsee laut Deutschem Wetterdienst (DWD) voraussichtlich am Vormittag zu spüren sein. Im Laufe des Tages breitet sich "Sabine" dann wohl mit schwerem Sturm und einzelnen Orkanböen auf den gesamten Norden und die Mitte des Landes aus. In der Mitte werde der Höhepunkt des Sturms in der Nacht zum Montag erreicht, im Süden am frühen Montagmorgen. Begleitet wird der Orkan vielerorts von heftigen Schauern und Gewittern.

Deutsche Bahn bereitet sich auf Sturm vor

7:45 Uhr: Die Deutsche Bahn bereitet sich auf mögliche Probleme am Sonntag vor. Wer nicht reisen möchte, kann die Fahrkarte kostenfrei stornieren. "Wir haben alle Bereitschaften mobilisiert und in jeder Region doppelt verstärkt", sagte ein Bahnsprecher am Samstag. Das Bahnpersonal sei auf zerstörte Oberleitungen oder umgekippte Bäume vorbereitet. Mobile Einsatztrupps mit Kettensägen sollten eingesetzt werden, um versperrte Gleise frei zu bekommen.

Der Frankfurter Flughafen hofft auf möglichst wenig Probleme im Luftverkehr. Der Sturm könnte auch den Flugbetrieb an den Hauptstadt-Flughäfen Tegel und Schönefeld einschränken.

7:30 Uhr: Wegen des erwarteten Orkantiefs Sabine und seinen Folgen hat das hessische Kultusministerium auf einen möglichen Ausfall des Schulunterrichts am Montag hingewiesen.

Sollte die Sicherheit des Schulwegs nicht gewährleistet werden können, unterstütze das Ministerium alle Schulleitungen in ihrer Entscheidung, den Schulbetrieb ganz ausfallen zu lassen, hieß es in einer Mitteilung am Samstagabend: "Eine solche Entscheidung wird den Eltern über die verabredeten Kommunikationswege vor Ort weitergegeben." Die Sicherheit gehe immer vor. (dpa/afp/mf)

Teaserbild: © Bodo Marks/dpa