Hannover - AfD-Fraktionschef Klaus Wichmann will Niedersachsens nächster Ministerpräsident werden. "Stand jetzt werde ich mich bewerben und trete dafür an", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Er sei nicht in die Politik gegangen, um dann keine Regierungsverantwortung zu übernehmen.

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"Es gibt natürlich Stimmen, die jetzt schon sagen, "Klaus, das musst du machen"", sagte Wichmann. Er sehe zurzeit niemanden, der konservative Positionen als Führungsperson so vertrete wie die AfD und damit er selbst. Die CDU von Fraktionschef Sebastian Lechner sehe er nicht als eine konservative Partei. Sie sei in erster Linie ein "Mitverursacher der ganzen Probleme".

Wichmann teilt gegen Weil und CDU aus

Es brauche ein neues Denken. Der amtierende Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sei zwar ein gestandener Mann, doch ihm fehle jegliche Frische, kritisierte Wichmann. Die AfD habe vor allen Dingen den Wunsch, dass Niedersachsen wirtschaftlich stabil bleibe. "Ich habe keine ideologischen Scheuklappen, Weil und Lechner schon."

Die Zukunft sei konservativ, sagte der AfD-Abgeordnete – und das gehe nur mit einer konservativen Regierung. Die CDU könne so eine Regierung nicht allein stellen, weil sie nicht die 51 Prozent erreiche, sagte Wichmann. "Also kann sie es nur mit der AfD, alles andere ist Wählerbetrug." Er könne sich eine Koalition mit der CDU vorstellen, am liebsten eine blau-schwarze, sagte Wichmann.

Bislang schließt die CDU auf Landes- und Bundesebene eine Zusammenarbeit aus. Bei der Landtagswahl 2022 wurde die AfD viertstärkste Kraft und holte 11 Prozent; die CDU kam auf 28,1 Prozent. Der nächste Landtag in Niedersachsen wird voraussichtlich im Herbst 2027 gewählt.  © Deutsche Presse-Agentur

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