Seit über einem Jahr können Ruderer und Kanuten auf der Regattabahn am Fühlinger See keine Wettbewerbe mehr austragen, weil das Sturmtief "Zoltan" kurz vor Weihnachten 2023 die Steganlagen und das Bojensystem zur Unterteilung der Bahnen schwer beschädigt hatte.

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Nun steht die Erneuerung kurz vor dem Abschluss, das geht aus einer Mitteilung der Stadtverwaltung an den Sportausschuss hervor, der am heutigen Donnerstag tagt.

"Aktuell wird die Steganlage erneuert, der Einbau des neuen Albanosystems sowie der Startanlage schreiten zudem voran. Das Projekt wird planmäßig im April 2025 abgeschlossen werden", heißt es darin. Das Albanosystem, das sind die Bojenketten, die als Begrenzung der einzelnen Bahnen dienen. Weil sie bei dem Sturm in Teilen untergegangen waren, konnten im vergangenen Jahr keine Ruder- und Kanu-Wettbewerbe auf dem Fühlinger See ausgetragen werden.

"Wir fragen uns, warum das so lange gedauert hat, sind aber froh, dass jetzt endlich etwas passiert ist", sagt Ralf Müller, langjähriger Cheftrainer der am Fühlinger See ansässigen Ruderabteilung des RTHC Bayer Leverkusen. Ursprünglich hätte die Erneuerung der Anlagen schon im vergangenen Herbst stattfinden sollen. "Aber da hatten wir so viel Wasser im See, dass es fast auf dem Weg für die Trainer stand. Da waren keine Arbeiten möglich", sagt Müller.

Vor allem der Ausfall der Internationalen Juniorenregatta der Ruderer, die traditionell in Köln stattfindet, sei für den Deutschen Ruder-Verband und den Regattaverband Köln "ein herber Schlag" gewesen. Mehr als 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer seien auf zwei Ersatzregatten in Krefeld und Brandenburg verteilt worden. "Ein Ausrichter, der die gesamte Regatta übernehmen konnte, war nicht zu finden", sagt Müller. In diesem Jahr soll sie am 17. und 18. Mai wieder in Köln stattfinden.

Ruderer des Deutschlandachters in Köln zum "Anfassen und Anquatschen"

Aktuell freue man sich jeden Tag, dass wieder eine Bahn dazu kommt. In dem Jahr ohne Bahnen sei von den Ruderern viel Disziplin gefordert gewesen, sagt Müller. Normalerweise wird im Uhrzeigersinn auf den einen Bahnen hin und auf den anderen zurückgerudert. Die vierte Bahn bleibt als Sicherheitspuffer frei. "Ohne Bahnen war die Orientierung nicht immer ganz einfach", sagt Müller. Schließlich fahren Ruderer nicht in die Richtung, in die sie blicken.

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Die neuen Anlagen werden nun am 5. April gleich von hohem Besuch getestet: Die Crew des Deutschlandachters hat sich für einen Trainingstag angekündigt. In Zweiern werden sie Teilstücke der 2000-Meter-Strecke absolvieren, um sich auf die Kleinbootmeisterschaften eine Woche später in Brandenburg vorzubereiten. Dort wird über die Zusammensetzung des Achters für die neue Saison entschieden. Ab etwa 9.30 und 14 Uhr gehen die Riemenruderer aufs Wasser. Deutschlandachter-Geschäftsführer Carsten Oberhagemann sagt: "Wir freuen uns über Zuschauer, die Jungs sind da zum Anfassen und Anquatschen."  © Kölner Stadt-Anzeiger