Weimar - Schleckermäulern dürfte das nicht schmecken: Thüringens Imker rechnen in diesem Jahr mit einer geringeren Honigernte.

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Denn: Über den Winter mussten die Bienenzüchter zum Teil erhebliche Verluste bei ihren Völkern verzeichnen, wie der Vorsitzende des Landesverbands der Thüringer Imker, Fabian Liesch, sagte. "Es gibt Imker, die haben alle Völker verloren", so Liesch. "Selbst manche Berufsimker, die normalerweise Verluste von fünf Prozent haben, haben dieses Mal zwischen 20 und 30 Prozent Verlust." Hauptgrund dafür sei der Befall mit der Varroa-Milbe.

Kleine Milbe, große Gefahr

Für diese sei das Wetter im vergangenen Jahr günstig gewesen, so Liesch. Das winzige Spinnentier macht seit Jahren den Bienen und damit auch den Imkern das Leben schwer. Als Parasit befällt die Milbe nicht nur die Bienen und ihre Brut selbst, sondern überträgt auch noch Viren, die den gestreiften Insekten zusätzlich schaden. Die durch die Milbe hervorgerufenen Varroose kann laut Bundesumweltamt zum vollständigen Zusammenbruch des Bienenvolkes führen.

Kein Ersatz für verlorene Bienenvölker möglich

Die Verluste seien in diesem Jahr nicht mehr auszugleichen, so Liesch. Es gehe um ein bundesweites Problem, man könne also nicht einfach aus einer anderen Ecke Deutschlands andere Bienenvölker holen, denn auch dort gebe es die Verluste. Der Ausfall von Völkern werde sich Liesch zufolge nicht nur bei einer geringeren heimischen Honigernte zeigen. Das Fehlen der Bienen werde sich auch bei der Bestäubung etwa von Obstbäumen bemerkbar machen, so die Prognose.

Zuchtprojekt soll helfen

Den Kopf in den Sand stecken die Imker des winzigen Gegners wegen aber nicht: "Es gibt ein großes Zuchtprojekt, mit dem Ziel den Bienen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben", sagt Liesch. Nicht nur deutsche, auch andere europäische Imkerverbände seien bei "Varroa 2033" dabei, um die Bienen gegenüber der Milbe resistent zu züchten.  © Deutsche Presse-Agentur

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