Horst Seehofer

Lange ist gestritten worden, an diesem Sonntag wollen CDU und CSU ihre Krise lösen - so oder so. Die Kanzlerin versucht den Asylstreit mit einem großen Maßnahmenkatalog beizulegen. Mit Seehofer hat sie am Abend noch einmal verhandelt. Fragt sich: Mit welchem Ergebnis?

Mit einem Paket von Gipfel-Ergebnissen, Zusagen von EU-Partnern und weiteren Plänen will die Kanzlerin die bedrohliche Kraftprobe mit der CSU über die Flüchtlingspolitik beilegen. Aber reicht das Seehofer?

Macht die CSU das Geschäft der AfD und stürzt die Kanzlerin? Der dramatische Machtkampf zwischen Seehofer und Merkel stellt den Parteitag der Rechtspopulisten in den Schatten. Ihr Rechtsaußen Höcke träumt in Augsburg vom Aufstieg zur Volkspartei.

Wird die Union und damit die Regierung das Wochenende überleben? In der CDU heißt es vorsichtig: Ja. Bei der Schwesterpartei CSU sehen aber selbst Gemäßigte den Asylstreit nach dem EU-Gipfel noch nicht völlig erledigt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht die Forderungen der CSU im Asylstreit durch die Ergebnisse des EU-Gipfels sowie Absprachen mit Griechenland und Spanien erfüllt. Doch wie reagiert die CSU auf Merkels Deals?

Das Ultimatum von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) an Angela Merkel (CDU) läuft am Sonntag aus. Kann die Kanzlerin in Brüssel eine europäische Lösung in der Flüchtlingsfrage erreichen oder kommt es zum Alleingang Seehofers an der deutschen Grenze? Bei Maybrit Illner sorgten diese Fragen für eine kontroverse Debatte, bei der sich eine Grünen-Politikerin mit einem CSU-Urgestein anlegte.

In ihrer gemeinsamen Kritik schienen sich Österreichs Kanzler Sebastian Kurz und Bundesinnenminister Horst Seehofer zuletzt einig. Doch jetzt machte Kurz am Rande des EU-Gipfels in Brüssel klar, dass die von Seehofer angekündigte massenweise Zurückweisung von Asylbewerbern in die Alpenrepublik für ihn nicht akzeptabel ist. Auch Österreichs Innenminister Herbert Kickl machte in Bezug auf betroffene Flüchtlinge klar: "Wenn sie schon in Deutschland sind, dann werden sie in Deutschland bleiben."

Die Dresdner Seenotrettungsmission "Lifeline" hat in einem Offenen Brief schwere Vorwürfe gegen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erhoben.

Die Situation auf dem Rettungsschiff "Lifeline" spitzt sich immer weiter zu. Jetzt hat Bundesinnenminister Horst Seehofer Bedingungen für die Aufnahme der Flüchtlinge genannt. Malta kündigte unterdessen an, das deutsche Schiff in einen seiner Häfen einlaufen zu lassen.

Der Asylstreit ist weiterhin nicht gelöst, die Spitzen der Koalition konnten sich bei einem Treffen am Dienstagabend nicht einigen. Dafür gibt es in einem anderen Punkt einen Kompromiss. 

Die Lage auf dem im Mittelmeer wartenden Flüchtlings-Schiff "Lifeline" wird immer problematischer. Viele der Menschen an Bord sind seekrank. Müssen sie noch weiter ausharren, könnte die Situation eskalieren.

Wenige Stunden vor dem Treffen der Regierungskoalition aus Union und SPD im Kanzerlamt haben sich die zerstrittenen Schwesterparteien CDU und CSU zu einer Fraktionssitzung getroffen. Dabei richtete Kanzlerin Angela Merkel einen eindringlichen Appell an alle Beteiligten - und erhielt viel Applaus.

Im schwelenden Unionsstreit zwischen den Schwesterparteien CDU und CSU über die deutsche Migrationspolitik hat sich nun Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier  zu Wort gemeldet

Der Ex-SPD-Chef ist maximal irritiert. "Sind die völlig wahnsinnig", fragt er zum Asylstreit und vermutet dahinter einen Rachefeldzug. CSU-Vertreter geben sich plötzlich moderater, bleiben in der Sache aber hart.

In der europäischen Asylpolitik bahnt sich womöglich ein Kurswechsel an. Das hat mit einem umherirrenden Flüchtlingsschiff und mit dem Streit zwischen CDU und CSU zu tun. Letztere hat sich mit den Attacken gegen Angela Merkel einer aktuellen Umfrage zufolge keinen Gefallen getan. 

Merkel kämpft im Asylstreit weiter für eine europäische Lösung. Doch die scheint in weiter Ferne. Italien fordert einen "radikalen Wandel" in Europas Asylpolitik, in Deutschland macht die CSU Druck. Es gibt aber einen Funken Hoffnung - denn einige Punkte scheinen auf EU-Ebene konsensfähig.

Der Asylstreit soll auf europäischer Ebene gelöst werden. Diese Hoffnung äußerte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Asyl-Sondergipfel in Brüssel, allerdings ohne konkrete Ergebnisse zu präsentieren. Die Kanzlerin steht vor dem regulären EU-Gipfel am Donnerstag unter immensem innenpolitischen Druck.

SPD-Chefin Andrea Nahles verlangt von der Union ein Bekenntnis zum Koalitionsvertrag. Bereits am Samstag hatte sie scharfe Kritik an den Christsozialen geübt: Sie nannte unter anderem Horst Seehofer "eine Gefahr für Europa".

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat erneut die Richtlinienkompetenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Frage gestellt. In einem Interview machte er klar, dass er sich von Merkel nicht daran hindern lassen will, eigenmächtig mehr Flüchtlinge als vorher an der Grenze abzuweisen. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble machte klar, dass in diesem Fall eine Entlassung Seehofers unausweichlich wäre.

Angela Merkel wird ein großes Talent zu innerer Ruhe nachgesagt. Mögen die Turbulenzen um sie herum noch so groß sein - die Kanzlerin lässt sich nie dazu hinreißen, sich im Ton zu vergreifen oder die Fassung zu verlieren.

Atempause im Asylstreit? Nicht mit CSU-Chef Seehofer. Während Kanzlerin Merkel als nächstes auf den Migrations-Minigipfel in Brüssel setzt, legt ihr Innenminister beharrlich nach. Deeskalation schaut anders aus.

Noch nie stand die Bundeskanzlerin so stark unter Druck wie derzeit. Doch das Grundgesetz sichere ihr weiterhin eine machtvolle Position, sagt ein Politikwissenschaftler.

Lange Zeit stand die SPD im Unionsstreit als betroffene Regierungspartei still an der Seitenlinie, jetzt aber bringt sie sich entnervt ins Spiel. Unterdessen spricht Horst Seehofer eine klare Warnung an die Bundeskanzlerin aus.

Im Asylstreit steht die Union von CDU und CSU auf dem Spiel und damit die gesamte Regierungskoalition. Zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer tobt ein Machtkampf, den Merkel nur mit Wohlwollen der Nachbarländer gewinnen kann. Doch auch hier ist die Lage vertrackt. Das Thema Migrationspolitik ist also reichlich aufgeladen. Umso positiver überrascht die unaufgeregte Diskussion bei "Maybrit Illner". 

In Italien regiert neuerdings ein Bündnis zweier populistischer Parteien. Die Schlagzeilen bestimmt seither vor allem einer: Matteo Salvini, Innenminister und Parteichef der Lega. Er ließ die Häfen für Flüchtlingsboote sperren und will Sinti und Roma des Landes verweisen. Ausgerechnet auf dieses Italien ist Angela Merkel auf der Suche nach einem Ausweg aus dem Asylstreit mit Horst Seehofer angewiesen.