• Julian Draxler hat angedeutet, gerne in die Bundesliga zurückkehren zu wollen.
  • Sein Vertrag bei Paris Saint-Germain läuft aus und wird offenbar nicht verlängert.
  • Mit seiner Vielseitigkeit im Mittelfeld wäre Draxler für den FC Bayern München in vielerlei Hinsicht ein Problemlöser.
Eine Analyse
von Oliver Jensen

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Julian Draxler musste von der Bank aus zusehen, wie Paris Saint-Germain das Champions-League-Halbfinal-Hinspiel gegen Manchester City mit 1:2 verlor – wie so oft. Der Mittelfeldspieler war in den vergangenen zwei Spielzeiten kein Stammspieler mehr.

Im Ligabetrieb stand er lediglich in neun von 34 Saisonspielen in der Startelf. Eine hartnäckige Oberschenkelverletzung warf ihn im Herbst zusätzlich zurück. Der Vertrag des 27-Jährigen endet im Sommer.

Julian Draxler hat "Heimweh" nach Deutschland

Eine Vertragsverlängerung ist kaum wahrscheinlich, dafür aber eine Rückkehr in die Bundesliga. Gerne würde der 56-malige deutsche Nationalspieler wieder in seiner Heimat spielen. "Ein bisschen Heimweh ist da", gab er auf "Sky" zu. Ein mögliches Ziel könnte der FC Bayern München sein.

Nachdem mit Julian Nagelsmann der zukünftige Trainer feststeht, kann Sportvorstand Hasan Salihamidzic die volle Konzentration auf die Kaderplanung richten. Ein ablösefreier Draxler dürfte zwangsweise ein Thema sein.

Auch wenn er in Paris vielfach zum Bankdrücker wurde, zählt Draxler technisch noch immer zu den besten Spielern in Deutschland. Er ist beidfüßig, schwer vom Ball zu trennen, verfügt über einen starken Schuss und kann im Mittelfeld jede Position einnehmen.

Letztere Qualität dürfte für den Rekordmeister besonders von Interesse sein. Draxler könnte nämlich gleich mehrere Problemfelder des FC Bayern beseitigen.

Auf Linksaußen eine gute Alternative zu Kingsley Coman

Zunächst einmal ist die Mannschaft auf den Flügelpositionen, welches jahrelang das Prunkstück des FC Bayern gewesen ist, zu schmal besetzt. Auf Linksaußen erwies sich Kingsley Coman als sehr verletzungsanfällig.

Backup Douglas Costa wird im Sommer nach seiner erfolglosen Ausleihe wohl zu Juventus Turin zurückkehren. Hier besteht also dringend Handlungsbedarf.

Draxler fühlt sich auf der linken Seite wohl und füllte die Position des Linksaußen oftmals in der deutschen Nationalmannschaft aus. Auch in den Champions-League-Viertelfinalspielen gegen den FC Bayern München, in denen sich Paris durchsetzte, wurde Draxler als Linksaußen eingesetzt.

Mit seiner körperlichen Robustheit (Draxler misst 1,87 Meter) wäre er eine gute Alternative zu dem etwas schmächtigeren Coman. Draxler könnte allerdings jederzeit auch die rechte Position einnehmen, sollten Serge Gnabry und Leroy Sane verletzt sein oder eine Pause benötigen.

Draxler könnte auch als offensiver Mittelfeldspieler auflaufen und dort als Backup von Thomas Müller agieren. Sogar Einsätze im zentralen defensiven Mittelfeld wären denkbar. Der ehemalige Paris-Trainer Thomas Tuchel hatte Draxler entsprechend umgeschult und vielfach dort eingesetzt.

Für den FC Bayern wäre Draxler dadurch auch eine gute Alternative zu Leon Goretzka und Joshua Kimmich, die im defensiven Mittelfeld gesetzt sind.

Der momentan verletzte Corentin Tolisso konnte in dieser Rolle nicht überzeugen und könnte ein Verkaufskandidat sein, da sein Vertrag in einem Jahr ausläuft.

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Draxler ist Positions-Rotationen gewohnt

Ebenfalls wichtig: Draxler ist es aus Paris gewohnt, teilweise Woche für Woche eine andere Position einzunehmen. Selbst in der Saison 2018/2019, als er sich als Stammspieler etabliert hatte, rotierte er zwischen Linksaußen, Rechtsaußen und zentrales Mittelfeld.

Das bedeutet: Draxler wäre die perfekte Allzweckwaffe für den Rekordmeister.

Kein Wunder also, dass er in den Medien immer wieder mit dem FC Bayern München in Verbindung gebracht wird. Laut Informationen von "Sport1" möchte Draxler seine Entscheidung bekannt geben, wenn die Champions-League-Saison vorüber ist.

Neben dem FC Bayern dürfte es in Deutschland kaum Alternativen geben. Über einen Wechsel zu Borussia Dortmund wurde zwar regelmäßig spekuliert. Doch wäre er als Schalker-Eigengewächs überhaupt dazu bereit, zum Lokalrivalen zu wechseln? Auch die BVB-Fans dürften eine solche Verpflichtung kritisch sehen.

Leverkusen dementiert Verhandlungen

Das spanische Portal "todofichajes.com" berichtete wiederum, dass sich Draxler mit Bayer 04 Leverkusen einig sein soll.

Bayers Sportdirektor Simon Rolfes dementierte dies allerdings im "Kölner Stadtanzeiger": "Stand jetzt gibt es keine Gespräche oder Verhandlungen mit Julian Draxler oder seinem Management."

Bei RB Leipzig dürfte es nicht zur Transfer-Strategie passen, einen bald 28-Jährigen zu verpflichten. Und Hertha BSC, dem ebenfalls ein Interesse an Draxler nachgesagt wird, dürfte als potenzieller Abstiegskandidat nicht unbedingt das Wunschziel des Weltmeisters von 2014 sein.

Kurzum: Möchte Draxler wirklich in die Bundesliga zurückkehren, wäre der FC Bayern München die logische Wahl.

Verwendete Quellen:

  • todofichajes.com: Julian Draxler jugará en Leverkusen
  • www.ksta.de: PSG-Profi Verhandelt Julian Draxler mit Bayer Leverkusen?
  • sport1.de: Flirtet Draxler mit den Bayern?
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