• 21:46 Uhr: ➤ Getreide aus der Ukraine: EU-Kommissar aus Polen für längere Importbegrenzung
  • 19:06 Uhr: Britischer Außenminister: Ukraine darf russisches Gebiet angreifen
  • 18:16 Uhr: USA sprechen sich gegen Angriffe auf russisches Territorium aus
  • 17:49 Uhr: Opposition in Südafrika will Regierung zu Festnahme von Putin zwingen
  • 17:40 Uhr: Putin fordert nach Drohnenattacken gegen Moskau bessere Flugabwehr
  • 17:23 Uhr: Moskau: 1,5 Millionen russische Pässe in besetzten ukrainischen Gebieten ausgegeben

Mehr News zum Krieg in der Ukraine

➤ Getreide aus der Ukraine: EU-Kommissar aus Polen für längere Importbegrenzung

  • 21:46 Uhr

Die Europäische Union muss nach Ansicht von EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski Getreideimporte aus der Ukraine länger einschränken. Er vertrat die Position, dass die umstrittenen Handelsbeschränkungen am besten bis zum Ende des Jahres verlängert werden sollten, mindestens aber bis Ende Oktober, wie aus einem Abschlussstatement des Polen am Dienstagabend nach einem Treffen der EU-Landwirtschaftsministerinnen und -minister hervorging. Er begründete dies damit, dass deutlich mehr ukrainisches Getreide in die EU - vor allem in Länder wie Polen, Ungarn, und Rumänien - gelange und dort zum Schaden der dortigen Bauern den Markt verzerre.

Wojciechowski stellt sich damit gegen die Meinung von EU-Staaten wie Deutschland. Auch der ukrainische Agrarminister Mykola Solski hatte sich am Dienstag in Brüssel klar gegen die Maßnahmen ausgesprochen. Russland habe versucht, die Beschränkungen für sich zu nutzen, sagte er. So sei der Handel über das sogenannte Schwarzmeerabkommen einige Tage nach den Beschränkungen deutlich schwieriger geworden. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges ist der für die Ukraine wichtige Handel über das Schwarze Meer stark eingeschränkt.

Konkret geht es bei den EU-Beschränkungen darum, dass bis zum 5. Juni Weizen, Mais, Rapssamen und Sonnenblumen aus der Ukraine in Bulgarien, Polen, Ungarn, Rumänien und der Slowakei nicht mehr frei gehandelt werden dürfen. Ziel ist es, dass weniger Getreide dort verbleibt und mehr in andere EU-Staaten und auf den Weltmarkt gelangt.

Grenzschließungen für Produkte vertrügen sich nicht mit Solidarität mit der Ukraine, sagte Bundesagrarminister Cem Özdemir am Dienstag. "Das zahlt ein bei Herrn Putin, das ist direkte Entsolidarisierung mit der Ukraine", sagte der Grünen-Politiker mit Blick auf Einschränkungen, die einige EU-Länder zuvor eigenständig erlassen hatten.

Ähnlich wie Deutschland sehen das viele EU-Länder. Die von der EU-Kommission Anfang Mai beschlossenen Maßnahmen seien nicht abgesprochen gewesen und sorgten für ernsthafte Bedenken, heißt es in einem vor knapp drei Wochen bekannt gewordenen Schreiben. Dieses wurde von Deutschland, aber auch anderen großen EU-Staaten wie Frankreich und Spanien sowie zahlreichen weiteren Ländern unterzeichnet. (dpa)

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Die Lage im Überblick

Seit 24. Februar 2022 führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote. Wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu.

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat inzwischen fast als 8,3 Millionen ukrainische Flüchtlinge in Europa registriert (Stand: 23. Mai). Die Flüchtenden sind vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land in den meisten Fällen nicht verlassen dürfen.

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Außerdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard hat die Ukraine aus Deutschland erhalten. (dpa)

Russlands Angriff auf die Ukraine © dpa-infografik GmbH

Die weiteren Nachrichten zum Krieg in der Ukraine vom 30. Mai

Britischer Außenminister: Ukraine darf russisches Gebiet angreifen

  • 19:06 Uhr

Die Ukraine hat dem britischen Außenminister James Cleverly zufolge das Recht, zum Zweck der Selbstverteidigung auch Ziele auf russischem Staatsgebiet anzugreifen. Das sagte der konservative Politiker am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit seinem estnischen Amtskollegen Margus Tsahkna in Estlands Hauptstadt Tallinn.

Zu den auf Moskau niedergegangenen Drohnen wollte sich Cleverly jedoch nicht äußern. "Ich habe keine Details und ich werde nicht über das Wesen der Drohnenangriffe auf Moskau spekulieren", sagte er. Grundsätzlich sei es aber Teil des ukrainischen Rechts auf Selbstverteidigung, über das eigene Territorium hinaus zuzuschlagen, um Russlands Fähigkeiten zu Schlägen auf ukrainisches Gebiet zu vermindern. "Legitime militärische Ziele außerhalb ihrer eigenen Grenze sind Teil des Selbstverteidigungsrechts der Ukraine", so Cleverly weiter.

Nach russischen Angaben waren in der Nacht zum Dienstag acht Kampfdrohnen im Anflug auf Moskau niedergegangen. Drei davon wurden demnach mit elektronischen Mitteln zum Absturz gebracht, fünf wurden abgeschossen. Durch die Drohnen wurden laut russischen Angaben mehrere Häuser geringfügig beschädigt und zwei Menschen leicht verletzt. Woher die Drohnen kamen, blieb unklar. Der Kreml machte Kiew für die Drohnenangriffe verantwortlich. Die ukrainische Regierung wies das zurück. (dpa)

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USA sprechen sich gegen Angriffe auf russisches Territorium aus

  • 18:16 Uhr

Nach der Drohnenattacke auf Moskau haben die USA sich öffentlich gegen Angriffe auf russisches Territorium ausgesprochen. "Grundsätzlich unterstützen wir keine Angriffe im Inneren Russlands", sagte ein Sprecher von US-Außenminister Antony Blinken am Dienstag am Rande von dessen Besuch in Schweden. "Wir konzentrieren uns darauf, der Ukraine die Ausrüstung und das Training zur Verfügung zu stellen, die sie braucht, um ihr eigenes souveränes Territorium zurückzuerobern."

Zugleich betonte der Sprecher aber, Russland habe am Dienstag zum 17. Mal im Mai Luftangriffe gegen die ukrainische Hauptstadt Kiew ausgeführt. Russland habe den Krieg gegen die Ukraine begonnen und könne ihn "jederzeit beenden, indem es seine Truppen aus der Ukraine abzieht, anstatt jeden Tag brutale Angriffe gegen ukrainische Städte und Menschen zu starten".

Nach russischen Angaben hatten am Dienstag drei Drohnen Wohngebäude in der Hauptstadt Moskau getroffen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, durch den Angriff habe es keine Todesopfer gegeben. Russland machte die Ukraine für die Angriffe verantwortlich, der russische Präsident Wladimir Putin sagte, die Ukraine wolle die Russen "verängstigen". Der ukrainische Präsidentenberater Michailo Podoljak erklärte dagegen, Kiew habe "keine direkte Verbindung" zu dem Angriff. (afp)

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Opposition in Südafrika will Regierung zu Festnahme von Putin zwingen

  • 17:49 Uhr

Im Fall eines Besuches des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Südafrika will die größte Oppositionspartei des Landes die Regierung zu dessen Festnahme zwingen. Die Partei Demokratische Allianz (DA) erklärte am Dienstag, sie habe rechtliche Schritte eingeleitet, um sicherzugehen, dass die Regierung den Kreml-Chef an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag übergeben werde, sollte er "Südafrika betreten".

Im August ist Südafrika Gastgeber eines Gipfels der sogenannten Brics-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Gemäß dem im März gegen Putin erlassenen IStGH-Haftbefehl müsste dieser bei seiner Ankunft festgenommen werden. Die Regierung in Pretoria hat sich allerdings noch nicht dazu geäußert, wie sie mit der heiklen Situation umgehen will.

Mit ihrem Antrag wolle die DA sicherstellen, dass "Südafrika seine Verpflichtungen erfüllt", erklärte DA-Justizexpertin Glynnis Breytenbach. Die Partei erwarte eine Feststellungsverfügung, um eine ähnliche Situation wie im Jahr 2015 zu vermeiden: Damals hatte Südafrika den damaligen sudanesischen Machthaber Omar al-Baschir trotz IStGH-Haftbefehls nicht festgenommen.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow machte zunächst keine Angaben dazu, ob Putin im August zu dem Gipfel nach Südafrika reisen werde. Russland werde "gebührend vertreten sein", erklärte er. Moskau erwarte aber, dass seine Brics-Partner nicht von "illegitimen Entscheidungen" wie dem IStGH-Haftbefehl "geleitet" würden.

Das Haager Strafgericht beschuldigt Putin der Kriegsverbrechen wegen der Verschleppung tausender ukrainischer Kinder im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Moskau weist die Vorwürfe zurück. (AFP/tas)

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Putin fordert nach Drohnenattacken gegen Moskau bessere Flugabwehr

  • 17:40 Uhr

Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach den neuen Drohnenangriffen auf die Hauptstadt Moskau eine Verbesserung der eigenen Flugabwehr gefordert. Zwar habe das System in Moskau und im Moskauer Gebiet ordentlich funktioniert, aber es gebe Handlungsbedarf, sagte Putin am Dienstag im Staatsfernsehen. Die Flugabwehr solle verdichtet werden. "Wir werden das tun", kündigte Putin an. Er warf der Ukraine vor, mit solchen Attacken neue Antworten zu provozieren. Moskau werde reagieren. Die Regierung in Kiew bestreitet eine direkte Beteiligung an den Angriffen.

In der russischen Hauptstadt waren am Dienstagmorgen mehrere Drohnen abgeschossen worden. Nach Angaben der Behörden wurden mehrere Häuser beschädigt und zwei Menschen verletzt. Bereits Anfang Mai war ein Drohnenangriff über dem Kreml abgewehrt worden. Nach den neuen Vorkommnissen, die diesmal Wohnviertel betrafen, gab es in sozialen Netzwerken viel Kritik, weil Putin sich zunächst nicht zu Wort meldete. Dann äußerte er sich doch.

Der Kremlchef sagte auch, dass Russland vor zwei, drei Tagen einen Schlag gegen den ukrainischen Militärgeheimdienst in Kiew vollzogen habe. "Als Reaktion darauf wählte das Kiewer Regime einen anderen Weg – den Weg des Versuchs einer Einschüchterung Russlands, einer Einschüchterung russischer Bürger und der Angriffe auf Wohngebäude. Das ist natürlich ein klares Zeichen für terroristische Aktivitäten."

Der russische Angriffskrieg gegen das Nachbarland dauert bereits mehr als 15 Monate. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnet Russland als "Terrorstaat". Die Hauptstadt Kiew und anderen ukrainische Regionen erlitten in diesem Mai so viele Raketen- und Drohnenangriffen wie noch nie in einem Monat seit Kriegsbeginn. (dpa/tas)

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Moskau: 1,5 Millionen russische Pässe in besetzten ukrainischen Gebieten ausgegeben

  • 17:23 Uhr

Russland hat nach eigenen Angaben an Bewohner besetzter ukrainischer Gebiete knapp 1,5 Millionen russische Pässe ausgegeben. Seit vergangenem Oktober hätten "fast 1,5 Millionen Menschen aus den neuen Regionen russische Pässe erhalten", sagte Ministerpräsident Michail Mischustin am Dienstag auf einer Regierungssitzung mit Blick auf die von Moskau kontrollierten Gebiete im Osten und Süden der Ukraine.

Mischustin forderte die in den besetzten Gebieten lebenden Menschen auf, "die echten Veränderungen wahrzunehmen, die in Städten und Dörfern" vor sich gingen. Dies gelte insbesondere hinsichtlich des Wiederaufbaus, der "Bildungschancen" und der Arbeitsmöglichkeiten. Moskau hatte die vier ukrainischen Regionen Donezk, Lugansk, Saporischschja und Cherson im vergangenen September für annektiert erklärt, kontrolliert sie aber nur teilweise.

Anfang Mai hatten dort lebende Einwohner der Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass etliche Verwaltungsangelegenheiten einen russischen Pass erforderten. Sie seien daher von den Behörden unter Druck gesetzt worden, einen solchen anzunehmen.

Die Praxis der Passausgabe hatte Moskau bereits in den vergangenen Jahren in den von Separatisten kontrollierten ostukrainischen Regionen sowie auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim verfolgt. Seit Beginn seiner Offensive in der Ukraine im Februar 2022 hat Russland diese Vorgehensweise massiv verstärkt.

Kiew wirft Moskau vor, damit die ukrainische Identität zu untergraben. Die Europäische Union hat erklärt, dass sie russische Pässe aus den von Moskau "widerrechtlich besetzten" ukrainischen Gebieten nicht anerkennen werde. (AFP/tas)

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Kiew will deutsche Eurofighter für Kampfjet-Koalition

  • 16:29 Uhr

Deutschland lehnt seit Wochen eine maßgebliche Beteiligung an der Kampfjet-Koalition für die Ukraine ab, aber Kiew lässt nicht locker: Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow warb am Dienstag für eine Beteiligung mit deutschen Eurofighter-Kampfflugzeugen, die F-16-Maschinen aus US-Produktion ergänzen könnten. Zudem bat Resnikow um die schnelle Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern aus Deutschland.

Insgesamt benötige die Ukraine rund 120 Kampfjets, sagte Resnikow. "Der größte Teil sollte aus F-16 bestehen", von denen es weltweit mehr als 5.000 Maschinen gebe, sagte der ukrainische Verteidigungsminister. Aber auch Eurofighter sowie Gripen-Jets, die vom schwedischen Unternehmen Saab hergestellt werden, würden helfen.

Die USA hatten jüngst europäischen Verbündeten grünes Licht für den Start der Ausbildung ukrainischer Piloten an F-16-Kampfjets gegeben. Die Bundeswehr verfügt nur über Tornado-Kampfflugzeuge und Eurofighter.

Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (beide SPD) haben mehrfach klar gemacht, dass sich Deutschland bei der Lieferung von Kampfflugzeugen nicht gefragt sehe und seinen Unterstützungsschwerpunkt bei Panzern und Flugabwehr setze. (AFP/tas)

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Scholz verurteilt russische Angriffe auf zivile Ziele

  • 16:10 Uhr

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat bei einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Dienstag die russischen Luftangriffe auf zivile Ziele verurteilt. Der Kanzler habe zudem weitere deutsche Unterstützung zugesagt, in enger Abstimmung mit europäischen und internationalen Partnern, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin mit.

Selenskyi habe über die Auswirkungen der jüngsten Luftangriffe auf ukrainische Städte und kritische Infrastruktur berichtet. Beide wollten weiter in engem Kontakt bleiben, "auch mit Blick auf die globale Unterstützung für eine Friedenslösung", hieß es. (dpa)

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Kreml: Drohnenangriff auf Moskau "Antwort" Kiews auf jüngste russische Angriffe

  • 15:05 Uhr

Der Kreml hat den Drohnenangriff auf Moskau als "Antwort" Kiews auf die jüngsten russischen Angriffe auf die Ukraine bezeichnet. "Es ist ganz klar, dass wir von einer Antwort des Kiewer Regimes auf unsere sehr effektiven Angriffe gegen eine seiner Kommandozentralen sprechen", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag.

Das Luftabwehrsystem über Moskau habe "gut funktioniert", sagte Peskow weiter. Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium erklärt, alle acht über Moskau und der Region fliegenden Drohnen seien neutralisiert worden. Präsident Wladimir Putin sei "in Echtzeit" vom Verteidigungsministerium, dem Bürgermeister von Moskau, dem Gouverneur der Region Moskau und dem Katastrophenschutzministerium auf dem Laufenden gehalten worden.

Durch den Angriff habe es keine Todesopfer gegeben, sagte Peskow. Derzeit "besteht keine Bedrohung für die Bewohner von Moskau und (seiner) Region".

In den vergangenen Wochen hatten die Berichte über Angriffe in Russland zugenommen, etwa mit dem Angriff zweier Drohnen auf den Kreml Anfang des Monats. Russland warf der Ukraine vor, dafür verantwortlich zu sein. Kiew streitet das grundsätzlich ab. (AFP)

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Britischer Geheimdienst: Russlands Militärausgaben belasten Staatsfinanzen

  • 14:22 Uhr

Die russischen Regierungsfinanzen stehen nach Einschätzung britischer Geheimdienstexperten durch Militärausgaben unter Druck. Das geht aus dem täglichen Geheimdienstbericht des Verteidigungsministeriums in London hervor.

Laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri beliefen sich die russischen Verteidigungsausgaben im Jahr 2022 auf 4,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes. Wie viel Moskau tatsächlich für seine Streitkräfte ausgebe, sei aber wegen eines Mangels an Transparenz höchst ungewiss. "Es ist beinahe sicher, dass die Militärausgaben weiterhin erhöht sind und das übt Druck aus auf die russischen Regierungsfinanzen", heißt es in der Mitteilung.

Das Verteidigungsministerium in London veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Moskau wirft London eine Desinformationskampagne vor. (dpa/tas)

Britischer Geheimdienst: Militärausgaben belasten die russische Staatskasse

Die Ausgaben für den Angriffskrieg in der Ukraine belasten die russischen Staatsfinanzen zunehmend. Das berichtet das britische Verteidigungsministerium.

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Ukraine weist Beteiligung an Drohnenangriff auf Moskau zurück

  • 11:56 Uhr

Die Ukraine hat eine Beteiligung an dem Drohnenangriff auf Russlands Hauptstadt Moskau zurückgewiesen und mit Spott reagiert. "Natürlich sind wir nicht direkt daran beteiligt", sagte der Berater des Präsidentenbüros in Kiew, Mychajlo Podoljak, am Dienstag im Frühstücksradio des kremlkritischen russischen Journalisten Alexander Pljuschtschew.

Er spottete, dass womöglich russische Drohnen zu ihren Absendern zurückgekehrt seien. "Ihr wisst, dass wir uns der Ära der Künstlichen Intelligenz nähern. Möglicherweise sind nicht alle Drohnen bereit, die Ukraine zu attackieren und sie wollen zu ihren Schöpfern zurückkehren und so fragen: Warum schickt Ihr uns gegen die Kinder der Ukraine? Auf Kiew? Und so weiter", sagte Podoljak.

Zugleich prognostizierte der ukrainische Regierungsberater, dass die Zahl der Anschläge auf russischem Staatsgebiet wohl weiter zunehmen werde. "Alle Menschen, die glauben (...), dass sie einen anderen souveränen Staat absolut straflos zerstören können, haben nach 15 Monaten noch nicht verstanden, dass sie 2014 nicht wiederholen können." Damals hatte Russland die ukrainische Halbinsel Krim annektiert. (dpa/tas)

Angriffe auf russische Ziele © dpa-infografik GmbH

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Russland macht Ukraine für Drohnenangriffe auf Moskau verantwortlich

  • 09:45 Uhr

Russland hat die Ukraine für die Drohnenangriffe auf Moskau verantwortlich gemacht – und von einem "Terrorakt" gesprochen. "Heute Morgen hat das Kiewer Regime einen Terrorakt mit unbemannten Flugkörpern auf Objekte der Stadt Moskau verübt", teilt das russische Verteidigungsministerium mit. Insgesamt seien acht Drohnen eingesetzt worden, die mittlerweile alle zerstört seien. Drei seien von ihrer ursprünglichen Flugbahn abgebracht worden, die restlichen fünf von der russischen Flugabwehr abgeschossen worden, hieß es weiter.

Beweise für die Anschuldigungen legte Moskau nicht vor. Aus der Ukraine, gegen die Russland seit mehr als 15 Monaten einen Angriffskrieg führt, gab es zunächst keine Reaktion.

Zuvor hatte Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtet, dass seine Stadt in den frühen Morgenstunden von Drohnen angegriffen worden sei. Einige Wohngebäude seien geringfügig beschädigt und zwei Menschen leicht verletzt worden, schrieb er. In sozialen Netzwerken war von angeblich rund 25 unbemannten Flugkörpern die Rede, die in Richtung Moskau geflogen sein sollen.

Der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, erklärt, die Luftabwehr sei aktiv gewesen: "Im Anflug auf Moskau wurden einige Drohnen abgeschossen." In sozialen Netzwerken wurden Fotos und Videos von einer Rauchsäule geteilt. Unbestätigten Berichten russischer Telegram-Kanäle zufolge sollen insgesamt rund 25 unbemannte Flugkörper zugeflogen sein, von denen der Großteil demnach abgewehrt wurde. (dpa/tas)

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Botschafter schließt ukrainische Gebietsabtretungen an Russland aus

  • 09:21 Uhr

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, schließt jegliche territoriale Zugeständnisse seines Landes an Russland aus. "Russland muss all die besetzten Gebiete verlassen", sagte Makeiev am Dienstag den Sendern RTL und ntv. Bei Friedensgesprächen müsse es zudem um russische Reparationszahlungen an die Ukraine gehen.

Zu der von Russland besetzten und annektierten Krim sagte Makeiev: "Die Krim ist Teil der Ukraine, so wie Luhansk und Donezk und die neubesetzten Gebiete von Russland. Von dieser Besatzung müssen wir unsere Menschen befreien". Weiter stellte der Botschafter klar: "Wir geben kein einziges Stück Land an die Russen." (afp)

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Russland meldet Drohnenangriff auf Moskau

  • 07:34 Uhr

Die russische Hauptstadt Moskau ist Dienstagfrüh nach russischen Angaben zum Ziel von einem Drohnenangriff geworden. "Heute früh, in der Morgendämmerung, hat ein Drohnenangriff geringe Schäden an mehreren Gebäuden verursacht", erklärte Bürgermeister Sergej Sobjanin im Onlinedienst Telegram. "Bisher ist niemand ernsthaft verletzt worden." Die Rettungsdienste der Stadt seien vor Ort. Zu den Hintergründen werde noch ermittelt. Hausbewohner seien in Sicherheit gebracht worden, Sicherheitskräfte seien im Einsatz.

Der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, erklärt, die Luftabwehr sei aktiv gewesen: "Im Anflug auf Moskau wurden einige Drohnen abgeschossen." In sozialen Netzwerken wurden Fotos und Videos von einer Rauchsäule geteilt. Unbestätigten Berichten russischer Telegram-Kanäle zufolge sollen insgesamt rund 25 unbemannte Flugkörper zugeflogen sein, von denen der Großteil demnach abgewehrt wurde.

Der Angriff folgt auf einen russischen Drohnenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew im Laufe der Nacht, bei dem nach Angaben des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko mindestens ein Mensch starb. Am Montag schon hatte russischer Beschuss mitten am Tag für Panik in der ukrainischen Hauptstadt gesorgt. (afp/dpa)

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Klitschko: Mindestens ein Toter bei "massivem" Drohnenangriff auf Kiew

  • 06:58 Uhr

Bei einem "massiven" russischen Drohnenangriff auf Kiew ist in der Nacht zum Dienstag mindestens ein Mensch getötet worden. Rettungskräfte hätten drei Verletzte und 20 weitere Menschen aus einem mehrstöckigen Gebäude im Süden der Hauptstadt geborgen, in dem durch herabfallende Trümmerteile ein Feuer ausgebrochen sei, teilte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. (afp)

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Mit Material von dpa und AFP

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