NSU

Beate Zschäpe ist des Mordes schuldig: Nach mehr als fünf Jahren ist der NSU-Prozess zu Ende gegangen. Auch für ihre Mitangeklagten setzt es Haftstrafen. Die Reaktionen auf die Urteile fallen verhalten aus.

Es ist einer der spektakulärsten Strafprozesse in der Nachkriegsgeschichte. Auf der Anklagebank: Beate Zschäpe. Es geht um rechten Terror, zehn Morde, Sprengstoffanschläge und Raubüberfälle. Am Mittwoch soll nun nach über fünf Jahren das Urteil fallen. Die Geschichte der Hauptangeklagten.

Vor fünf Jahren hat der NSU-Prozess in München begonnen: Seit dem 6. Mai 2013 untersuchte das Münchner Oberlandesgericht die Verbrechen der rechten Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund". Nun ist das Urteil gegen Beate Zschäpe gefallen. Eine Chronologie.

Der NSU-Prozess ist auf der Zielgeraden: Am Mittwoch wird das Urteil gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe und vier weitere Angeklagte erwartet. Wird sie Zschäpe als Mörderin zu lebenslanger Haft verurteilt? Oder kommt sie mit einer milden Strafe davon? 

Mit scharfen Angriffen gegen staatliche Stellen und die Richter des Münchner Oberlandesgerichts (OLG) hat am Dienstag das Plädoyer der Verteidigung für Ralf Wohlleben begonnen, einen der fünf Angeklagten im NSU-Prozess. 

Zwölf Jahre wegen Beihilfe zum versuchten Mord - oder Freispruch? Die Plädoyers der Bundesanwaltschaft und der Verteidiger des NSU-Mitangeklagten André E. könnten unterschiedlicher kaum sein. Die Anwälte überraschen aber mit einem freimütigen Bekenntnis über E.

Der ehemalige Generalbundesanwalt Harald Range ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 70 Jahren, wie das Bundesjustizministerium am Donnerstag in Berlin bestätigte. 

Maximal zehn Jahre Haft: Die Verteidiger von Beate Zschäpe fordern im NSU-Prozess zwar eine lange Haftstrafe für ihre Mandantin - jedoch nicht wegen Mordes. 

Wochenlang hatte es immer neue Verzögerungen gegeben. Auch am Dienstag halten juristische Verwicklungen den NSU-Prozess auf - doch am Nachmittag beginnen Beate Zschäpes Anwälte mit ihrem Plädoyer. Sie sehen in ihrer Mandantin keine Mittäterin an den NSU-Morden.

Die Anwältin der Familie des ersten NSU-Mordopfers Enver Simsek hat massive Vorwürfe gegen die Nürnberger Polizei erhoben.

Das erste Mordopfer des NSU war der Blumenhändler Enver Simsek. Die Anwältin seiner Familie attackiert die Ermittler massiv. Der Prozess gegen Beate Zschäpe und vier ...

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat "falsch verstandenen Korpsgeist" in der Bundeswehr und "Führungsschwäche auf verschiedenen Ebenen" kritisiert. Wie ein Bumerang kam die Kritik zurück. Auch Sprecher des Arbeitskreises kritischer Soldaten sagt: Die Ministerin trägt eine Mitverantwortung für die Skandalen in der Truppe. 

Islamistischer Terror – dieses Thema verdrängt in der Berichterstattung meist alle andere Themen. Auch im gestrigen "Tatort: Sturm" war der Mann, der auf Befehl islamistischer Terroristen mit einem Sprengstoffgürtel in einer Bank saß, im Fokus. Dabei ging ein anderes Thema fast unbemerkt unter: Gewalt gegen Polizisten. Zeit, hier einmal genauer hinzusehen.

Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat sich am Donnerstag im NSU-Prozess zum Fall der vor 15 Jahren verschwundenen Peggy Knobloch geäußert. Sie wisse nichts zu dem Fall, ließ Zschäpe über ihren Anwalt vor Gericht verlesen.

Der Tod von Peggy Knobloch gilt als einer der rätselhaftesten Kriminalfälle Deutschlands. Was der NSU-Mann Uwe Böhnhardt mit dem Tod des Mädchens zu tun hat, darüber könnte heute Beate Zschäpe im NSU-Prozess in München Auskunft geben. Bislang gibt es zu der mysteriösen Verbindung drei Theorien.

Wie kann man sich vor Gericht für Terroristen, Vergewaltiger und Mörder einsetzen? Einer der bekanntesten deutschen Strafverteidiger nennt die Gründe – und erklärt, wo er die Grenze zieht.

Ermittler prüfen einem Medienbericht zufolge eine mögliche Ermittlerpanne im Mordfall Peggy. Demnach könnte die Spur zu Uwe Böhnhardt Folge einer Verunreinigung gewesen sein.

Drei Jahre hat die Hauptangeklagte im NSU-Prozess kein Wort vor dem Oberlandgericht in München gesprochen. Nun hat Beate Zschäpe ihr Schweigen gebrochen und persönlich eine Stellungnahme vorgelesen.

Im sächsischen Freital hat die Anti-Terror-Einheit GSG 9 eine mutmaßlich rechte Terrorzelle ausgehoben. Die Gruppe soll Asylbewerberheime und ein linkes Wohnprojekt angegriffen haben, die Behörden werfen ihr schwere Körperverletzung und versuchten Mord vor. Erinnerungen an den NSU werden wach.

Frank Plasberg führt mit seinen Gästen eine hoch emotionale Debatte über den NSU-Terror und rechtsradikale Gewalt heutzutage. Für die deutsche Gesellschaft wird die Sendung zur Generalkritik, die Gefahr durch Rechtsradikale endlich ernst zu nehmen.

Für die ARD spielt Anna Maria Mühe die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe. Während der Dreharbeiten habe sie schwer abschalten können, sagt sie. "Tagsüber "Heil ...

Es klingt nicht ganz logisch, aber gefährliche Straftaten, wie der mutmaßliche Brandanschlag auf die Asylbewerberunterkunft im sächsischen Bautzen, werden nicht per se als rechtsextremistischer Terror verfolgt. Warum das so ist, erklärt ein Rechtsexperte im Gespräch mit unserer Redaktion.

Im NSU-Prozess hat nach Beate Zschäpe nun auch der mutmaßliche Terrorhelfer Ralf Wohlleben sein Schweigen gebrochen. Vor dem Münchner Oberlandesgericht verlas er eine Aussage - und bestreitet ein Terrorhelfer zu sein.

Beate Zschäpe will nichts mit den NSU-Morden zu tun haben, noch sei sie Mitglied des NSU gewesen. Mit dieser Aussage im NSU-Prozess hat sie aber niemanden überzeugt. Dementsprechend fallen die Reaktionen der Presse aus.

Mit vielen Worten nichts gesagt: Auch nach der Erklärung von Beate Zschäpe, der Hauptangeklagten im NSU-Prozess, bleiben viele Fragen offen. "Das Skript einer zweitklassigen Soap", nennt es ein Opferanwalt in der Talksendung von Anne Will. Das Leid der Angehörigen der Opfer hat Zschäpe damit nur vergrößert.