• Im Viertelfinale des DFB-Pokals scheinen sich wie erwartet alle Favoritinnen durchzusetzen. Bayern setzt dabei ein besonders klares Zeichen.
  • Der VfL Wolfsburg hat sich für die kommende Saison bereits beachtlich verstärkt. Was bedeutet das für die Liga?
  • Am 11. März steht die Wahl des neuen DFB-Präsidenten an. Für den Frauenfußball in Deutschland ist diese von entscheidender Bedeutung.

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Beim Arnold Clark Cup gelang den Deutschen auch am letzten Spieltag kein Sieg. Die 1:3-Niederlage gegen Turniersieger England besiegelte ein schwaches Endergebnis. Eine Enttäuschung, die sich allerdings angebahnt hatte.

Am vergangenen Wochenende hatte der VfL Wolfsburg noch das Spiel beim SC Sand offen, das am vergangenen Spieltag wegen zu vieler Coronafälle bei den Gastgeberinnen abgesagt wurde. Auch das für den 27. Februar angedachte Nachholspiel wurde jedoch abgesagt, weil es für Sand zu früh kam. Ein neuer Termin steht noch aus.

Am Montag eröffneten dafür die FC Bayern Frauen das Viertelfinale im DFB-Pokal mit einem 9:1-Sieg bei Carl Zeiss Jena.

Die Partien im Überblick:

  • Jena 1:9 Bayern
  • Essen 1:2 Leverkusen (n. V.)
  • Wolfsburg – Sand (Mittwoch, 18.00 Uhr, dfb.tv)
  • Henstedt-Ulzburg – Potsdam (Mittwoch, 19.00 Uhr, dfb.tv)

Neben dem Pokal-Viertelfinale stehen diese Woche Zukunftspläne im Mittelpunkt –einerseits beim VfL Wolfsburg und andererseits beim DFB.

DFB-Pokal: Bayern souverän, die Konkurrenz legt nach

Noch am Sonntagabend postete Bayern-Star Sarah Zadrazil auf Instagram Videos von sich und ihrem Team beim Bowlen. Die Österreicherin selbst stellte sich dabei nicht sehr gut an – dafür aber konnte sie am Tag danach beinahe über einen Strike jubeln.

Ein Tor hat den Münchnerinnen dafür beim 9:1-Erfolg in Jena gefehlt. Es war ein Kantersieg, der nochmal offenbarte, wie weit die Spitze und das Ende der Bundesliga-Tabelle auseinander sind. So gut die Bayern auch gespielt haben, solche Ergebnisse zeigen die Notwendigkeit, den Frauenfußball im gesamten Land weiter zu professionalisieren.

Auch bei den restlichen Partien sind deutliche Ergebnisse zu erwarten. Wolfsburg ist gegen den in der Bundesliga noch sieglosen SC Sand klar favorisiert. Turbine Potsdam spielt in Henstedt-Ulzburg gegen den Tabellenletzten der 2. Bundesliga. Und so wird wohl Leverkusens knapper 2:1-Erfolg bei der SGS Essen das einzige packende Spiel der aktuellen Pokalrunde bleiben. Nach frühem Rückstand gelang es der Werkself durch einen Doppelpack von Dora Zeller, nach Verlängerung in die nächste Runde einzuziehen.

Spielerin der Woche: Lina Magull

Lina Magull hat in dieser Woche mit guten Leistungen überzeugt. Gegen England versuchte sie, das Spiel an sich zu reißen und das uneingespielte deutsche Team anzuführen. Ihr wunderschönes Freistoßtor zum zwischenzeitlichen Ausgleich brachte nochmal Hoffnung. Nach ihrer Auswechslung gingen der DFB-Auswahl die Balance im Mittelfeld und schließlich auch die Partie verloren. Für die Bayern war Magull im Pokal mit ihren gefährlichen Standards ebenfalls ein wichtiger Faktor.

VfL Wolfsburg mit Ansage an die Konkurrenz

Die letzten Monate und Jahre scheinen am Selbstverständnis des VfL Wolfsburg gekratzt zu haben. Erstmals seit 2016 konnten sie im vergangenen Sommer nicht die Meisterschaft gewinnen. Innerhalb weniger Tage gab der VfL nun die Verpflichtungen von Jule Brand (19) und Merle Frohms (27) für die kommende Spielzeit bekannt – zwei Spielerinnen, die in Deutschland, aber auch international auf den Zetteln vieler Klubs gestanden haben dürften.

Brand gilt aktuell als eines der größten Talente ihrer Altersklasse. In der Offensive ist sie torgefährlich, hinten ist sie robust und konsequent in der Zweikampfführung. In 34 Einsätzen für die TSG und die deutsche Nationalauswahl kommt sie in dieser Saison auf neun Tore und elf Vorlagen.

Auch Torhüterin Frohms ist ein wichtiger Neuzugang. Nachdem Almuth Schult ihr Ende in Wolfsburg zur kommenden Spielzeit bekannt gegeben hatte, gab es akuten Handlungsbedarf. Mit Frohms kommt nicht nur die ehemalige Ersatztorhüterin zurück an den Mittellandkanal, sondern eine mittlerweile gestandene Nationalspielerin. Bei Frankfurt spielt die 27-Jährige abermals eine herausragende Saison.

Wolfsburg verbessert einen jetzt schon starken Kader und unterstreicht darüber hinaus gegenüber der heranwachsenden Konkurrenz aus Hoffenheim und Frankfurt seinen eigenen Status. Auch an den FC Bayern sind diese beiden Transfers eine klare Ansage: Wolfsburg will zurück an die Spitze – und langfristig dort bleiben. Zumal die Münchnerinnen in dieser Woche bekannt gegeben haben, dass Marina Hegering (31) den Klub im Sommer verlassen wird. Zuletzt hatte die Innenverteidigerin mit vielen Verletzungen zu kämpfen, fit war sie aber stets eine verlässliche Säule des Teams. Sie zu ersetzen, dürfte schwer werden.

Zitat der Woche

"Wir als Initiative sind eigentlich relativ zufällig plötzlich die Antagonistin des DFB geworden, weil unsere Ankündigungen, mit unseren Forderungen an die Öffentlichkeit zu gehen, fiel zeitgleich mit der Eskalation des DFB und dem Rücktritt von Fritz Keller damals." – Katja Kraus, Teil der Initiative "Fußball kann mehr", die sich für Interessen von Frauen im Fußball engagiert und Veränderungen beim DFB anstoßen möchte.

DFB: Die Präsidentschaftswahl in der heißen Phase

Am 11. März findet die Präsidentschaftswahl beim DFB statt – und dann entscheidet sich auch die Zukunft des Frauenfußballs in Deutschland. Erst Anfang des Monats sagte Bianca Rech im Gespräch mit unserer Redaktion: "Die Einstellung zum Frauenfußball generell müsste sich verändern – beim DFB, aber auch insgesamt."

Wichtig sei aus Sicht der sportlichen Leiterin der FC Bayern Frauen, "dass Entscheidungsträger den Frauenfußball nicht nur nach außen unterstützen wollen." Mit Peter Peters und Bernd Neuendorf kandidieren nun zwei Männer für den Posten, die bisher weder im Kontext des Frauenfußballs groß in Erscheinung traten, noch ein konkretes Konzept für die Weiterentwicklung präsentierten.

Auch in der Bundesliga machen sich die Klubs nach Recherchen unserer Redaktion große Sorgen. Die Option einer Ausgliederung der höchsten Spielklassen nach dem Vorbild der Männer ist für die Zukunft keinesfalls vom Tisch. An wichtigen Stellen fehlt es aber an Durchsetzungskraft – insbesondere auch bei kleineren Klubs.

Peters und Neuendorf: Viele Worte, wenig Inhalt

Und so hängt mindestens die nahe Zukunft davon ab, was der DFB zu bieten hat. Bernd Neuendorf sagte der "Aachener Zeitung" hinsichtlich seiner Pläne: "Wir setzen hier auch Hoffnung auf die Frauen-Weltmeisterschaft 2027, für die sich der DFB gemeinsam mit den Niederlanden und Belgien als Ausrichter bewirbt." Ein Konzept, das alles andere als progressiv ist.

Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass große Turniere allenfalls für einen kurzzeitigen Push sorgen, nicht aber die mittel- und langfristige Entwicklung beeinflussen, die der deutsche Frauenfußball so dringend benötigt. Dafür braucht es Funktionäre mit klaren Ideen und Überzeugungen. "Wir werden nicht lockerlassen, Mädchen- und Frauenfußball weiter zu pushen", verspricht der 60-Jährige zwar, aber wie das gehen soll, sagt er nicht.

Peter Peters bietet da keine Alternative an. Im "aktuellen Sportstudio" des "ZDF" wurde er auf den Frauenfußball angesprochen und wirkte zunächst unvorbereitet. Dann blieb auch er vage: "Wir müssen die Prozesse insgesamt verbessern, das ist meine feste Überzeugung."

Frauenfußball in Deutschland: Ernüchterung droht

Mit Blick auf den 11. März, der eigentlich für Veränderung beim DFB stehen soll, sind die öffentlichen Auftritte der beiden Kandidaten ernüchternd. Sportkommentatorin Claudia Neumann, Ex-Fußballerin Katja Kraus und Almuth Schult gehören allesamt der Initiative "Fußball kann mehr" an, die sich für eben jene Veränderung beim Verband stark macht.

Von einem Neuanfang sei der DFB aber weit entfernt, wie sie im Gespräch mit dem "Deutschlandfunk" verrieten. "Transparenz und Glaubwürdigkeit sind wichtige Punkte, die ich nirgends erkennen kann", sagt Neumann. Eine Doppelspitze, die ein ernsthaftes Interesse am Frauenfußball hätte zeigen können, wäre die beste Option gewesen. "Aber man hat uns sehr deutlich gemacht, dass das nicht gewollt ist", so Kraus.

Es scheint ganz so, als würde sich auch mit einer neuen Spitze nicht viel tun. Fakt ist, dass der Frauenfußball nicht die Kraft hat, den Stein von sich aus ins Rollen zu bringen. Dafür braucht es die aufrichtige Unterstützung des Verbands – und vor allem mehr als Lippenbekenntnisse.

So geht es jetzt weiter

Der 15. Spieltag der Bundesliga bietet sowohl an der Tabellenspitze als auch im Keller einige interessante Partien. Insbesondere das Duell zwischen Eintracht Frankfurt (4.) und der TSG Hoffenheim (3.) verspricht Spektakel in beiden Strafräumen.

Jena kann mit einem Sieg gegen Schlusslicht Sand zudem den Abstand auf das rettende Ufer auf drei Punkte verkürzen. Dafür müsste Bremen am Freitagabend in Leverkusen verlieren. Und auch an der Tabellenspitze bleibt der Meisterschaftskampf zwischen Bayern und Wolfsburg heiß. Der Spieltag im Überblick:

  • Leverkusen – Bremen (Freitag, 19.15 Uhr, Eurosport und MagentaSport)
  • Frankfurt – Hoffenheim (Samstag, 13.00 Uhr, sportschau.de und MagentaSport)
  • Wolfsburg – Freiburg (Sonntag, 13.00 Uhr, MagentaSport)
  • Jena – Sand (Sonntag, 13.00 Uhr, MagentaSport)
  • Essen – Potsdam (Sonntag, 16.00 Uhr, MagentaSport)
  • Bayern – Köln (Sonntag, 16.00 Uhr, MagentaSport)

Verwendete Quellen:

  • Aachener Zeitung: Bernd Neuendorf. "Das Amt des DFB-Präsidenten ist keine Zumutung"
  • Dlf: Fraueninitiative zur Zukunft des DFB / Transparenz und Glaubwürdigkeit sind nicht zu erkennen
  • ZDF: das aktuelle Sportstudio vom 26. Februar 2022. Studiogast: DFB-Präsidentschaftskandidat Peter Peters
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