• So spannend war der Aufstiegskampf in der 2. Bundesliga wohl noch nie.
  • Mit Schalke 04, Werder Bremen, dem SV Darmstadt und dem FC St. Pauli befinden sich gleich vier Teams innerhalb einer Fünf-Punkte-Marge - und sie alle spielen an diesem Spieltag gegen einen ihrer direkten Konkurrenten.
  • Auch der 1. FC Nürnberg ist als Fünfter noch gut im Rennen - wer steigt am Ende auf und wer sichert sich wenigstens den Relegationsplatz?
Eine Analyse
Dieser Text enthält eine Einordnung aktueller Ereignisse, in die neben Daten und Fakten auch die Einschätzungen des Autors einfließen. Hier finden Sie Informationen über die verschiedenen journalistischen Textarten.

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Der Aufstiegskampf in der 2. Bundesliga spitzt sich zu, schon in den vergangenen Wochen folgte Topspiel auf Topspiel, und die Vorzeichen änderten sich wöchentlich. Aktuell kämpften sechs Mannschaften um die vorderen drei Plätze, wobei der Hamburger SV auf Platz sechs stehend und mit nur zwei Siegen aus fünf Spielen im Gepäck nur noch Außenseiterchancen hat. Und zwar dann, wenn eine Siegesserie folgt und die Teams auf den vorderen Rängen patzen, sonst sind fünf Punkte auf Platz drei nicht aufzuholen. Doch wie ist die Lage bei den besagten fünf Teams aktuell einzuordnen?

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Platz 5: 1. FC Nürnberg, 45:39 Tore, 50 Punkte

Ein Sieg, ein Remis, eine Niederlage: Das waren die letzten drei Ergebnisse, die der 1. FC Nürnberg einfuhr. Beim Remis in Bremen waren gute Ansätze vorhanden, auch die Führung gelang, doch über 90 Minuten konnte die Individuelle Klasse der Bremer nicht ganz ausgebremst werden. Nürnberg spielt eine gute Saison, hat im Gegensatz zu den ganz großen Namen den Vorteil, nicht den gleichen Druck zu verspüren.

Eine weitere Saison in der 2. Bundesliga wäre für die Entwicklung einiger Spieler zudem sicher nicht schlecht. Allerdings spielen die Franken noch gegen den FC St. Pauli und am letzten Spieltag gegen Schalke 04. Siege in direkten Duellen können die Tabelle ordentlich durcheinanderwirbeln. Abschreiben sollte den Club also niemand, auch wenn Form, Klasse und Programm im Gesamtbild zumindest nicht auf eine Favoritenrolle hindeuten.

Platz 4: Darmstadt 98, 59:43 Tore, 51 Punkte

Am vergangenen Wochenende spielte Darmstadt gegen Schalke, ging früh in Führung, die Euphorie war groß. Doch defensiv hatten die Lilien Schalke nicht viel entgegenzusetzen, verloren deutlich mit 2:5. Mit nur einem Sieg aus den letzten fünf Spielen zeigt die Formkurve nach unten, keines der vergangenen sechs Spiele absolvierte der SVD ohne einen Gegentreffer. Und trotzdem verlängerte man unter der Woche den Vertrag mit Trainer Torsten Lieberknecht.

Denn dass Darmstadt überhaupt so lange im Kampf um den Aufstieg mitredet, ist ein Verdienst des Trainers. Samstagabend geht es zum FC St. Pauli, mit einem Sieg wäre Darmstadt plötzlich wieder mindestens Dritter. Danach stehen mit Aue, Düsseldorf und Paderborn eher machbare Aufgaben auf dem Programm. Die Partie am Millterntor kann also zur einem Schlüsselspiel werden.

Platz 3: FC St. Pauli, 55:40 Tore, 53 Punkte

Damit wären wir auch schon beim FC St. Pauli. Auch St. Pauli holt nahezu das Optimum aus sich heraus, auch die Hamburger gewannen nur eines von fünf Spielen in den letzten Wochen. Lange stand der Klub sogar an der Tabellenspitze, ehe sich die zwei großen Namen, die jetzt vorne stehen, im Anschluss an einen Trainerwechsel stabilisierten. Mit einem Sieg gegen Darmstadt könnte Platz vier distanziert werden, das ist der große Wunsch.

Dafür spricht, dass St. Pauli zu Hause erst ein Spiel verloren hat, das große Problem sind eher die Auswärtsauftritte. Gut für den Klub, dass drei der verbleibenden Spiele am Millerntor stattfinden. Das Auswärtsspiel ist allerdings bei Schalke 04, das aktuell in Topform ist. Auch hier droht eine Zitterpartie und Rechnerei bis zum Schluss.

Platz 2: Werder Bremen, 54:39 Tore, 54 Punkte

Werder Bremen profitierte enorm vom Trainerwechsel. Nach dem Impfpass-Skandal um Markus Anfang übernahm Ole Werner, stabilisierte die Defensive, sorgte für mehr fußballerische Elemente im Mittelfeld und belebte den Angriff. Die Folge: Nur eine Niederlage im Kalenderjahr 2022. Bremen wirkt sehr stabil, aber zuletzt gab es zu viele Punkteteilungen wie zuletzt nacheinander gegen St. Pauli und Nürnberg.

Am Samstag findet nun das Topspiel statt, wenn es auswärts zum FC Schalke 04 geht. Mit einer Niederlage könnte wohl zumindest Platz eins ad acta gelegt werden, dennoch zeigen die Partien danach, dass Bremen eher ein machbares Programm zu absolvieren hat. Nach Schalke geht es noch zu Hause gegen Kiel und Regensburg und auswärts zu Abstiegskandidat Aue. Werder hat alles in der eigenen Hand.

Platz 1: Schalke 04, 64:36 Tore, 56 Punkte

Alles in der eigenen Hand hat auch Schalke 04, das das erste von mehreren Topspielen gegen Darmstadt wie erwähnt souverän gewann. Schalke hat als einziges Team in den letzten fünf Spielen alle Punkte eingefahren, doch es kommen noch weitere Topspiele. Bremen, St. Pauli und Nürnberg: Drei der vier Verfolger stehen noch auf der Liste für Schalke, das unter Interimstrainer Mike Büskens aber die entscheidenden Prozentpunkte mehr herausholen kann.

Mit einer breiten Brust geht es in die letzten vier Spiele. Torjäger Simon Terodde steht außerdem schon wieder bei 24 Treffern. Auch scheint die Euphorie rund um Schalke immer größer zu werden - so könnte es nur noch ein kurzer Weg zurück in die Bundesliga sein.

Fazit: Schalke steigt auf, dahinter wird es eng

Eine klare Prognose zu treffen, fällt aufgrund der vielen direkten Duelle schwer. Die formstärkste Mannschaft ist in jedem Fall der FC Schalke 04 und auch der Kader der "Königsblauen" dürfte als der beste einzustufen sein. Es sieht also sehr danach aus, dass Schalke den Aufstieg in die Bundesliga schafft, ob als Meister oder als Zweitplatzierter.

Dahinter wird es richtig eng. Bremen hat die besten Karten, der Gewinner von St. Pauli gegen Darmstadt spricht ebenfalls noch ein Wörtchen um den direkten Aufstieg mit. Der Verlierer ist anschließend, genauso wie Nürnberg schon jetzt, dazu verdammt, jedes Spiel zu gewinnen. Und dann wäre da noch der HSV, der sich aus den direkten Duellen raushält und zumindest rechnerisch noch mit von der Partie ist.

Verwendete Quellen:

  • Bundesliga: Tabelle 2. Bundesliga
  • Darmstadt 98: Lieberknecht verlängert vorzeitig
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