• In ganz Europa sind zehntausende Menschen auf die Straßen gegangen, um sich mit der Ukraine zu solidarisieren.
  • Viele richten direkte Forderungen an Russland und Wladimir Putin.

Mehr News zum Krieg in der Ukraine finden Sie hier

In mehreren europäischen Städten sind am Samstag zehntausende Menschen gegen Russlands Krieg in der Ukraine auf die Straßen gegangen. In der britischen Hauptstadt versammelten sich hunderte Demonstranten am bekannten Trafalgar Square. Sie hielten ukrainische Flaggen und Schilder mit der Aufschrift "Putin tötet" oder "Totales Embargo für Russland". In Paris und Zagreb kamen mehrere tausend Menschen zusammen, aus Hamburg und Zürich wurden jeweils zehntausende Demonstranten gemeldet, und in Rom nahmen Tausende an einem Friedenszug teil.

Es ist bereits das zweite Wochenende, an dem Organisationen und Gewerkschaften in zahlreichen Städten zu Protesten gegen den Krieg in der Ukraine aufgerufen haben. Am vergangenen Wochenende waren hunderttausende Menschen in ganz Europa auf die Straße gegangen, darunter einige tausend in Russland, über 100.000 in Berlin, 70.000 in Prag und 40.000 in Madrid.

Erzbischof in London: "Heute sind wir alle Ukrainer"

In London sprach am Samstag der Apostolische Nuntius in Großbritannien, Erzbischof Claudio Gugerotti, ein Gebet. "Heute sind wir alle Ukrainer", sagte er vor den versammelten Demonstranten.

Die 36-jährige Olena Marcyniuk nahm mit ihren 14 Monate und neun Jahre alten Kindern an der Demonstration teil. "Ich bin Ukrainerin und habe Familie und Freunde in der Ukraine", sagte sie einem Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Der Großteil ihrer Familie sei geflohen, doch ihr Onkel sei in Kiew geblieben, "um für die Stadt zu kämpfen".

Auch in der französischen Hauptstadt zeigten sich die Menschen entschlossen: "Wir werden jedes Wochenende hier sein, in Paris oder anderswo, bis Putin geht, seine Panzer abzieht", sagte Aline Le Bail-Kremer, ein Mitglied der Organisation Stand With Ukraine, welche die Demonstration zusammen mit anderen Gruppen organisiert hat.

Russland-Ukraine-Krieg: Tausende Friedensdemonstranten in Rom

In Rom nahmen die Menschen an einem Friedenszug durch die Stadt teil."Keine Soldaten, Italien raus aus der Nato", forderte mehrere Teilnehmer in dem Zug, an dessen Spitze eine große Regenbogenflagge getragen wurde. Auf vielen Schildern und Plakaten stand: "Nein zu Putin, Nein zur Nato".

"Dies ist vielleicht eine der ersten echten Friedensdemonstrationen. Hier glaubt niemand, dass man Frieden mit Waffen schließt, dass man ihn erreicht, indem man Waffen an eine der Parteien, die Ukraine, schickt", sagte der bekannte italienische Karikaturist, Schauspieler und Schriftsteller Vauro Senesi der Nachrichtenagentur AFP.

Auch in Zürich standen die Proteste im Zeichen des Friedens: Unter dem Motto "Frieden jetzt" versammelten sich laut Angaben der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA mehr als 40.000 Teilnehmer in der Innenstadt. Die Demonstranten forderten einen sofortigen Waffenstillstand, diplomatische Verhandlungen und den Abzug der russischen Truppen, wie der TV-Sender SRF berichtete.

Lesen Sie auch: Alle aktuellen Informationen zu Russlands Krieg gegen die Ukraine im Live-Ticker

Fast 30.000 Menschen protestieren in Hamburg gegen Putins Angriffskrieg

In Hamburg demonstrierten ebenfalls zehntausende Menschen für Solidarität mit der Ukraine und für den Frieden in Europa. Zur Auftaktkundgebung am Jungfernstieg seien etwa 30.000 Menschen gekommen, am anschließenden Aufzug hätten bis zu 22.000 Menschen teilgenommen, schätzte die Polizei. Aufgerufen zu der Aktion hatten unter anderem die ukrainische Diaspora sowie die Jugendorganisationen mehrerer politischer Parteien und die Klimaschutzbewegung Fridays for Future.

In der kroatischen Hauptstadt Zagreb versammelten sich mehr als tausend Menschen zur Unterstützung der Ukraine und hielten Schilder mit der Aufschrift "Stoppt den Krieg, rettet Europa" und "Ruhm der Ukraine" hoch. Viele Demonstranten wickelten sich in blau-gelbe Flaggen. (afp/sap)  © AFP

Trotz Schreie: Britisches Fernsehteam wird nahe Kiew beschossen

Ein Fernsehteam des britischen Senders Sky News ist in der Nähe von Kiew am 28. Februar unter schweren Beschuss geraten. Das hat der Korrespondent nun auf der Webseite des Senders berichtet und dazu ein Video veröffentlicht.