• Die Königsklasse startet in die K.-o.-Runde.
  • Vier deutsche Teams sind unter den letzten 16 Mannschaften.
  • Wir schätzen die Chancen des FC Bayern, von Dortmund, Gladbach und Leipzig ein.

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Das Szenario ist eine echte Seltenheit: Zweimal kam es in der Geschichte der Champions League bislang erst vor, dass es vier deutsche Mannschaften ins Achtelfinale geschafft haben, zuletzt in der Saison 2014/15.

Wie aber stehen die Chancen des Quartetts FC Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach? Wir nehmen vor dem Start der K.-o.-Runde am Dienstag die Duelle der Bundesligisten unter die Lupe und geben eine Einschätzung ab.

RB Leipzig – FC Liverpool (Dienstag, 16. Februar, 21 Uhr)

Durch die Corona-Beschränkungen muss RB Leipzig das Heimspiel gegen den FC Liverpool in Budapest austragen. Doch der Bayern-Jäger ist heiß auf die große europäische Bühne, auf den namhaften Gegner. Den will man so bearbeiten, wie man es in der Liga auf Platz zwei geschafft hat: Mit Aggressivität, mannschaftlicher Geschlossenheit und einer gewohnt starken Defensive, die aktuell die beste in der Bundesliga ist. Was der Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann noch fehlt, ist Beständigkeit auf ganz hohem Niveau.

Leipzigs Chance liegt auf der Hand: Der FC Liverpool befindet sich in einer ausgewachsenen Krise, verlor in der Premier League drei Spiele in Folge, sodass an der Anfield Road niemand mehr von der Titelverteidigung spricht. Stattdessen bangen die "Reds" sogar um die Quali zur Königsklasse.

Unübersehbare Schwäche des Ensembles von Trainer Jürgen Klopp: die verletzungsgeplagte Defensive ohne Stars wie Virgil van Dijk, Joe Gomez oder Joel Matip, dazu eine Offensive mit Ladehemmung.

Doch Vorsicht: Angeschlagene Boxer sind bekanntlich besonders gefährlich. Außerdem ist die Champions League wohl die letzte Möglichkeit des FC Liverpool auf einen Titel in dieser Saison.

Prognose: Liverpool taumelt durch die vergangenen Wochen, Leipzig ist gut drauf - die Chancen auf die nächste Runde liegen deshalb bei 65 Prozent.

FC Sevilla – Borussia Dortmund (Mittwoch, 17. Februar, 21 Uhr)

Der FC Sevilla ist ein unangenehmer Gegner, der kompakt steht und gerne ein intensives Pressing spielt. Die Andalusier sind für ihre Geschlossenheit und Mentalität bekannt – sie beißen sich förmlich in Spiel und Gegner. Trainer Julen Lopetegui weiß sein Team auf jeden Gegner einzustellen. Und in Form sind sie auch noch: Zuletzt gab es neun Pflichtspiel-Siege in Serie.

Das ist aber gar nicht das, was Borussia Dortmund Sorgen bereitet. Es sind vor allem die eigenen Auftritte, die Fragezeichen hinterlassen. Die Dortmunder wollen unter Trainer Edin Terzic aggressiver und höher spielen, agieren aber äußerst fehleranfällig, hinzu kommen die fehlende Balance und mangelnde Kreativität. So gelang nur ein Sieg in den letzten sechs Ligaspielen.

Keine Frage: Die Umstellung auf den neuen Fußball dauert – Zeit, die Borussia Dortmund eigentlich nicht hat. In der Champions League schon gar nicht.

Prognose: Der BVB ist im Moment unberechenbar, die Chancen auf das Viertelfinale liegen bei 45 Prozent.

Lazio Rom – FC Bayern München (Dienstag, 23. Februar, 21 Uhr)

Lazio Rom besticht durch eine starke Offensive um den Ex-Dortmunder Ciro Immobile, der übrigens 2019/20 als einziger Spieler in der Liga öfter traf als Weltfußballer Robert Lewandowski. Das Team kann es allerdings auch defensiv, dazu gilt Trainer Simone Inzaghi als ausgewiesener Taktikfuchs.

Der FC Bayern München hat zuletzt im Achtelfinale 2018/19 ein Spiel in der Champions League verloren, seitdem gab es 16 Siege, ein Remis und zwischendurch in der vergangenen Saison den Titelgewinn. Der jüngste Triumph bei der Klub-WM hat gezeigt: Die Bayern sind weiter hungrig nach Erfolgen. Außerdem sind sie insgesamt schlicht und ergreifend stärker besetzt als die Italiener.

Prognose: Die Bayern sind seit Wochen auf Betriebstemperatur, die Chancen auf die nächste Runde liegen daher bei 90 Prozent.

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Borussia Mönchengladbach – Manchester City (Mittwoch, 24. Februar, 21 Uhr)

Borussia Mönchengladbach hat in der Gruppenphase gezeigt, was an guten Tagen möglich ist. Offensiv ist die Mannschaft von Trainer Marco Rose dann durch ein schnelles Umschaltspiel und ihre Flexibilität nur schwer auszurechnen und zu stoppen. Allerdings fehlte es zuletzt an Konstanz, in der Königsklasse zudem auch an Kaltschnäuzigkeit. Gefordert wird gegen City aber vor allem die Defensive. Weiterer Nachteil: Auch die Borussia muss in Budapest ran.

Die Gladbacher gehen daher als Außenseiter in die Duelle, denn Manchester City eilt aktuell von Erfolg zu Erfolg, fuhr jetzt den 16. Pflichtspiel-Sieg in Serie ein. Trainer Pep Guardiola hat es beim Spitzenreiter der Premier League geschafft, mit ein paar Umstellungen nun auch die Abwehr noch sattelfester zu machen.

Offensiv war City schon immer eine Klasse für sich, so auch in diesem Jahr. Schlüsselspieler ist aktuell Nationalspieler Ilkay Gündogan, der seine neuen offensiven Freiheiten mit starken Leistungen und Toren zurückzahlt.

Prognose: Ein guter Tag reicht nicht, gegen City braucht Gladbach schon zwei herausragende. Die Chancen auf das Viertelfinale? 15 Prozent.

Verwendete Quelle:

  • uefa.com
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