Eine Minute Redezeit bekommt EU-Parlamentarier Martin Sonneborn zugestanden. Aber die versteht er zu nutzen - und teilt ordentlich gegen Frankreichs Präsident und die Unterstützer eines Luftschlags in Syrien aus.

Weitere aktuelle News finden Sie hier

Sonst damit beschäftigt, die Fußball-WM nach Deutschland zu holen, hat "Die Partei"-Chef Martin Sonneborn im Europaparlament ordentlich ausgeteilt. Besonders Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bekam verbal eins auf die Mütze. Aber beileibe nicht nur er.

"Auf ein Wort, Monsieur Macron" lautet der Titel des Videos, das Satiriker Sonneborn auf Facebook geteilt hat. Zusatz: "Wenn man nur eine Minute Zeit hat, kann man viele Probleme Europas nur in aller Kürze anreißen... Smiley!"

Eine Minute - mehr braucht Sonneborn nicht

Und das tut er. Eine Aufzählung derer, die in dem 1:38-minütigen Video mehr schlecht als recht davonkommen:

  • Frankreich, die USA und Großbritannien
  • Alexander Graf Lambsdorff
  • Die deutsche Bundeswehr
  • Syriens Machthaber Baschar al-Assad
  • Recep Tayyip Erdogan
  • Emmanuel Macron
  • Emmanuel Macrons Frau

"Aus Gründen" wolle er darauf hinweisen, "dass es verboten ist, Marschflugkörper in fremde Länder zu schießen", begann Sonneborn seine Rede - und schlug dem ehemaligen Europapolitiker Graf Lambsdorff (FDP) vor, doch selbst in den Krieg zu ziehen: "Fallschirmspringen hat ja eine gewisse Tradition in der FDP."

Die Bundeswehr sei allerdings zu kaputt, um sie mitzuschicken. Mann könne höchstens "defektes Militärgerät auf Assads Palast abwerfen". Eine Idee, welche Art von Gerät sich dafür eignen könnte, hatte der Satire-Politiker auch: "So ein Leopard II aus 8.000 Metern Höhe knallt da ganz schön rein."

Kurz vor Ende seiner Redezeit kam Sonneborn auf Frankreichs Präsident zu sprechen: Der möge sich doch seiner elitären Ausbildung besinnen. Quintessenz: "Zuerst wird aufgeklärt, dann geschossen - nicht umgekehrt!"

Martin Sonneborn sitzt seit 2014 im EU-Parlament.

Frankreich will Beweise für Giftgasangriff in Syrien vorliegen haben

Frankreich hatte am Samstag gemeinsam mit den USA und Großbritannien einen Luftschlag auf Syrien durchgeführt - als Vergeltung für einen mutmaßlichen Giftgasangriff auf die Stadt Duma.

Der Westen vermutet Syriens Machthaber Baschar al-Assad hinter dem Angriff. Macron hatte zuvor erklärt, Frankreich verfüge über Beweise dafür, dass Giftgas eingesetzt worden sei.

Deutschland unterstützte den Luftschlag zwar, nahm aber nicht selbst daran teil.

Chemiewaffenexperten können erst Mittwoch mit Untersuchung starten

Experten der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) können erst am Mittwoch mit ihren Ermittlungen in Duma starten. Russland hatte deren Arbeit zuvor blockiert.

Die neun Experten waren vergangenen Samstag in Damaskus eingetroffen, bekamen aber keinen Zutritt zu dem Gebiet, in dem am 7. April mutmaßlich Giftgas abgeworfen worden war. (ank)