Die Sommerferiensaison in Deutschland ist längst gestartet, nun beginnt auch in einigen Nachbarländern die schulfreie Zeit. Auf vielen klassischen Urlaubsrouten müssen Urlauber und Pendler jetzt oft mit langen Wartezeiten rechnen.

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Die schönste Zeit des Jahres ist für viele immer noch der Sommerurlaub. Doch wer dorthin mit dem Auto aufbrechen will, braucht Geduld und rechnet am kommenden Wochenende (7. bis 9. Juli) auf den klassischen Ferienrouten besser mit vielen Staus. Das zeigen die Prognosen von Auto Club Europa (ACE) und ADAC.

Denn nicht nur in weiteren Bundesländern beginnt die schulfreie Zeit, sondern auch in einigen Nachbarländern wie Frankreich, Niederlande und Österreich. So füllen sich die Autobahnen.

ADAC zählt aktuell rund 1.400 Baustellen

Voll wird es in Richtung Süden, in die Berge und weiter zum Mittelmeer sowie auf den Strecken zur Nord- und Ostsee. Und auch kreuz und quer durch die Republik füllen sich die Straßen.

Am vollsten wird es auf den Nord-Süd-Verbindungen A1, A3, A5, A7 und A9. Bei den Ost-West-Verbindungen ist auf den Autobahnen A2, A 4, A6 und A8 ebenfalls von hoher Staugefahr auszugehen. Nadelöhre sind immer wieder Baustellen, von denen der ADAC aktuell rund 1.400 zählt.

In diesen Zeiträumen werden die Straßen besonders voll

Am Freitag mixen sich Pendler und Ferienstarter und stehen nicht selten gemeinsam im Stau oder rollen nur langsam vorwärts. Ab dem frühen Mittag ist das Verkehrsaufkommen sehr hoch, speziell rund um die Ballungsgebiete. Mit zuweilen längeren Staus rechnet der ACE bis in den Abend hinein.

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Lange bleibt es auch am Samstag nicht ruhig, denn schon ab dem frühen Vormittag ist mit Staus zu rechnen - besonders auf den Strecken in südlicher Richtung, an die Küsten, aber auch zu Zielen in den Niederlanden, Belgien und Frankreich. Erst für den späteren Nachmittag wird mit einer Entspannung der Lage gerechnet.

Im Vergleich zum Vortag ist es am Sonntagvormittag noch relativ ruhig - daher ist der Zeitraum der beste für Autoreisen. Allerdings kann es bei einer Heimfahrt in umgekehrter Richtung speziell am Nachmittag voller auf den Autobahnen werden. Zudem nimmt der Ausflugsverkehr auf den Nebenstrecken zu.

Auf diesen Routen drohen am Wochenende viele Staus

Wer die Ferienfahrt flexibel planen kann, startet besser unter der Woche, etwa am Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag. Wer am Wochenende fahren will oder muss, sollte zumindest sehr früh morgens starten.

Zusammengefasst: Die Verkehrsclubs rechnen mit Verzögerungen in den Großräumen Rhein-Ruhr, Hamburg, Rhein-Main, Stuttgart und München, auf den Fernstraßen zur Nord- und Ostsee und auf den folgenden Routen (oft in beiden Richtungen):

  • A1: Köln - Dortmund - Bremen - Hamburg - Lübeck
  • A2: Hannover - Dortmund
  • A3: Passau - Nürnberg - Würzburg - Frankfurt/Main - Köln - Oberhausen
  • A4: Kirchheimer Dreieck - Bad Hersfeld - Erfurt - Dresden
  • A5: Basel - Karlsruhe - Frankfurt/Main - Hattenbacher Dreieck
  • A6: Nürnberg - Heilbronn - Mannheim - Kaiserslautern
  • A7: Füssen - Ulm - Würzburg - Hannover - Hamburg - Flensburg
  • A8: Salzburg - München - Stuttgart - Karlsruhe
  • A9: München - Nürnberg - Halle/Leipzig - Berlin
  • A10: Berliner Ring
  • A11: Berliner Ring - Dreieck Uckermark
  • A20: Lübeck - Rostock
  • A23: Hamburg - Heide
  • A24: Hamburg - Berlin
  • A31: Bottrop - Emden
  • A40: Essen - Duisburg - Venlo
  • A45: Dortmund - Gießen
  • A61: Ludwigshafen - Koblenz - Mönchengladbach
  • A72: Leipzig - Chemnitz - Hof
  • A81: Singen - Stuttgart - Heilbronn
  • A93: Kiefersfelden - Dreieck Inntal
  • A96: Kreuz Memmingen
  • A95/B2: Garmisch-Partenkirchen - München
  • A99: Umfahrung München
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Welche Routen in Österreich und in der Schweiz betroffen sind

Lange Staus sind auch in Österreich und in der Schweiz zu erwarten. Hier füllen sich die klassischen Reise- und Transitrouten. Als Problemstrecken nennen die Clubs unter anderem die Ost-Autobahn Wien (Richtung Budapest) sowie die Tauern-, Inntal-, Rheintal-, Fernpass-, Brenner-, Karawanken- und Gotthard-Route.

Auf letzterer muss laut ACE vor allem vor dem Gotthardtunnel mit Staus und mit Blockabfertigung gerechnet werden. Der Club rät zur Ausweichroute A13 (Chur - Bellinzona), falls die Wartezeit vor dem Gotthardtunnel mehr als eine Stunde beträgt.

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Besonderheiten in Österreich

Gut zu wissen: Bis Anfang Oktober ist in Österreich der Arlbergtunnel gesperrt. Die Ausweichstrecke führt über den Arlbergpass. Längere Staus zu verkehrsreichen Zeiten sind wahrscheinlich, weswegen der ACE dem Fernverkehr eine großräumige Umfahrung empfiehlt.

In Tirol sind zudem an allen Wochenenden und Feiertagen bis Mitte September entlang der Inntalautobahn in den Bereichen Kufstein und Innsbruck die Stau-Ausweichrouten für den Durchgangsverkehr gesperrt (von 07:00 bis 19:00 Uhr).

Wartezeiten von rund 60 Minuten an den Grenzen einiger europäischer Nachbarländer planen Autofahrer besser ein. Wie lange man etwa an der deutsch-österreichischen Grenze an den Übergängen Walserberg (Salzburg - Bad Reichenhall), Kiefersfelden (Kufstein Süd - Kiefersfelden) und Suben (Ort i. Innkreis - Pocking) warten muss, sieht man online bei der österreichischen Infrastrukturgesellschaft Asfinag. (ff/dpa)

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