Endlich ist er zurück. Nachdem vergangene Woche der Club der guten Laune lediglich für Fans von Eintracht Frankfurt geöffnet hatte (und jetzt wahrscheinlich der Frankfurter Oberbürgermeister rausgewählt wird), sind die "Julian F. M. Stoeckel"-Festspiele diese Woche endlich wieder für die breite Masse zugänglich. Gut, so breit ist die Masse zuletzt nun auch nicht gewesen, das muss man sich selbst beim Club der Quotenflops, dem Muttersender Sat.1 eingestehen.

Marie von den Benken
Eine Kritik
Diese Kritik stellt die Sicht der Autorin dar. Hier finden Sie Informationen dazu, wie wir mit Meinungen in Texten umgehen.

Bessere Zuschauerzahlen als die ersten beiden Episoden von CDGL (wie wir den "Club der guten Laune" ganz nach DSDS- und GNTM-Gepflogenheiten nennen) hätte man vermutlich sogar eingefahren, wenn Jenny Elvers zu Hause auf ihrer Couch einfach mit Google Translate ihre Lieblingssongs von Herbert Grönemeyer ins Holländische, anschließend ins Serbokroatische und von da zurück ins Deutsche hätte übersetzen lassen – und das Ergebnis dann von Sahra Wagenknecht bei Markus Lanz als Oper inszeniert hätte. Live begleitet von Philipp Amthor auf dem Schifferklavier.

Aber wie sagt der Volksmund so schön: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber auch nicht abschreiben. Vielleicht ist CDGL ja eine Turniermannschaft und muss sich erst im Laufe der ersten Auftritte in einen Rausch spielen? Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

Wobei ja eigentlich gar nichts an einem Tag erbaut wurde, außer vielleicht die Karriere von Sebastian Fobe, bei dem ich auch in der dritten Edition CDGL immer noch jedes Mal erschrecke, wenn er plötzlich im Bild auftaucht. Und dabei denke: Haben Klaas Heufer-Umlauf und Verona Pooth wirklich kein heimliches Kind zusammen?

Woche startet mit Fluppengate

Egal, der CDGL ist zurück und alle Hoffnungen ruhen auf Quotendiva Jay Jay Stoeckel und dem Soundtrack-Praktikanten von Sat1, der uns gleich zu Beginn der dritten Ausgabe mit einem meiner All-Time-Favourits versöhnt: "The Time Of My Life" von Bill Medley und Jennifer Warnes aus dem Kultfilm "Dirty Dancing". Ob es eine Anspielung darauf ist, dass diese Woche Melonen getragen werden?

Bislang mussten in der thailändischen D-Promi-Villa ja eher Melonen ertragen werden. Beispielsweise, wenn die zumeist sexuell etwas über das Limit hocheuphorisierte Cora Schumacher ihre üppige Oberweite nachts größtenteils ungefragt in den Rücken des unschuldigen Marc Terenzi presste. Oberweite, oberpeinlich – egal, Hauptsache Cora.

Die startet mit einem amtlichen Fluppengate in die Woche. Ihr werden die Glimmstängel knapp. Und damit ist kein intimes Körperteil von Terenzi gemeint, sondern das wertvollste Gut im Kasernierungs-TV: Zigaretten. Hatte sie ihre eigenen eingangs noch mit allen geteilt, offeriert ihr heute im Gegenzug niemand ein paar Solidaritäts-Kippen.

Stichwort kippen: Die Stimmung. Cora ist derartig durchechauffiert, dass sie Boygroup-Veteran Terenzi hinsichtlich seines Nominierungsverhaltens anzählt: "Jemand hat mir erzählt, dass du eigentlich mich nominieren wolltest". Terenzi zeigt sich schockiert und möchte wissen, wer dieser ominöse "jemand" wohl ist. Cora schweigt wie ein Grab, denn sie "ist kein Arschloch".

Ich verrate auch nichts, aber mal was anderes: Kennen Sie eigentlich Vanessa Mariposa? Der Cora-Rundumschlag ist damit aber noch nicht beendet. Das nächste Opfer ist Jenny Elvers, die ihr eindeutig zu viele Avancen Richtung Beinahe-Nominator Terenzi macht. Clubpetze Vanessa erklärt sie, die Elvers würde sich zwar an Terenzi ranschmeißen (der ihrer Auffassung nach offensichtlich qua CDGL-Regel "wer zuerst kommt, rammelt zuerst" eindeutig ihr unterstellt sein sollte), sie hätte aber "keine Lust auf Anbitchen". Anbitchen. Ein Wort, das es noch nicht in den Duden geschafft hat. Dafür aber den Eurovision Song Contest revolutionierte. Wer erinnert sich nicht gerne 40 Jahre zurück, als Nicole, die Helene Fischer unserer Großeltern, mit dem Song "Anbitchen Frieden" den ESC gewinnen konnte?

Julian Lanz und Markus F. M. Stoeckel: Darüber wird zu reden sein

Für mehr Beschimpfungen bleibt keine Zeit, denn Club-Direktor Sat1 ruft zum ersten Chefspiel der Woche. Es heißt "Flotte Bienen" und ist in schöner CDGL-Tradition weitestgehend sinnbefreit. Dafür sehen alle Teilnehmer dabei so aus wie Emma, das Maskottchen vom BVB und die Stoeckel verrät den Titel ihres neuen Sexratgebers: "Lieber langsam und konsequent alles in den Bottich schütten als zu rennen".

Neben Autorin der Herzen für Erotik-Memoire gilt Julian F. M. Stoeckel natürlich vor allem als der Markus Lanz des Aufarbeitungs-Camps für karrieregestrandete Ex-Promis. In dieser Eigenschaft schnappt er sich gegen die langsam aufkeimende Ratlosigkeit, wie die Sendezeit noch halbwegs vernünftig über die Bühne zu bringen wäre, als erstes Jenny Elvers und zwingt sie zu allerlei Alkoholbeichten.

Und die Promille-Plaudertasche hat die Lebensbeichten-Spendierhosen an. Die Dr. Christian Drosten der Blackout-Forschung beichtet, früher auch bei TV-Auftritten durchaus mal "brettervoll" gewesen zu sein. Zu wie viel Alkoholkonsum Bretter neigen, diese Rückfrage lässt Markus F.M. Stoeckel unentschuldigt aus.

Der Cristiano Ronaldo der TV-Branche (guter Teint, sieht fantastisch aus in kurzen Hosen, macht jeden Strafstoß sicher rein und alle wollen seinen Oberkörper) kommt vor Begeisterung gar nicht mehr mit: "Toll!", "Wahnsinn" und "heute siehst du fitter aus denn je". Kurz bevor die Villa zu einem Sanierungsfall wird und ein 40-köpfiges Spezialisten-Team die rekordverdächtige Stoeckel-Schleimspur trockenlegen muss, stoppt Sat1 den Betty-Ford-Gedächtnisnachmittag mit der Verkündung des neuen Clubchefs: Sebastian.

Der Fänger im Semmelroggen

Martin Semmelrogge, der unter der gnadenlosen südostasiatischen Sonne immer mehr aussieht, wie Dieter Bohlen nach zwei Wochen ohne Schlaf auf LSD, hat offensichtlich einen Charmeur-Kurs bei Julian F. M. Stoeckel belegt. Der traurigen Cora rettet er mit nur einem einzigen Satz die Woche: "Du bist so ein lecker Mädsche, ich würde dich sofort heiraten, aber ich bin ja schon vergeben".

Mit derartig revitalisierten Euphorie-Tanks macht sich Cora direkt ans Schmieden einiger Allianzen. Sie möchte die Stoeckel, Vanessa und Theresia gegen die Männer und deren Anhängsel Jenny in Stellung bringen. Das ist aber auch nicht so schlimm, denn sie weiß: "What comes around in Thailand, stays in Thailand”. Korrekt. Und außerdem gilt ja: "What happens in Thailand, goes around in Thailand".

Deeper wird es nur noch, als Neo-Clubchef Sebastian sein Wettkampf-Credo verkündet: "Ohne Konkurrenz kein Wettkampf". Verpassen Sie auf keinen Fall seinen neuen Podcasts: "Ohne Essen keine Kalorien", "Ohne Alkohol keine Trunkenheit" und "Ohne Motor kein Auto". Der Erfolg gibt ihm allerdings recht. Das von ihm zusammengestellte Team aus Theresia, Jenny, Julian F.M., Vanessa und ihm gewinnt das Erinnerungs-Spiel gegen Martin, Marc, Cora und Lorenz. Folgerichtig darf er zwei Kandidaten aus dem Verlierer-Team nominieren. Er wählt Lorenz Büffel und Martin Semmelrogge. Marc Terenzi verschont er. Welche Taktik dabei genau zugrunde liegt, bleibt zunächst unerklärt.

Club der Kampfansagen

Keine Frau nominiert, das bedeutet natürlich auch: Cora und ihre neue Strategie-Beraterin Vanessa können sich wieder Vollzeit und ohne Rauswurf-Angst dem Pläneschmieden und dem Jenny-Bashing widmen. Cora ist sich sicher "Jenny kann nach dem Ding hier nicht mehr in den Spiegel schauen, ich schon". Kampfansage im Badezimmer, ohne Anwesenheit der Adressatin. Die Schattenseiten des Reality-TV. Auch Mediator Jay Jay Stoeckel, die alte Sensationsnudel, bekommt den Lästerstall nicht mehr ruhiggestellt.

Zum Showdown am Pool darf Sebastians Gewinnerteam nun entscheiden, ob Semmelrogge oder Büffel bleiben darf. Jenny setzt Lorenz auf die Abschussliste. Auch die Stoeckel möchte lieber Martin im Clubhaus behalten. Der erste Matchball geht also an Theresia. Trotz ihrer kraftgebenden Prinzessin Leia Frisur bricht sie umgehend in hysterisches Wimmern aus und opfert dabei neben den Nerven der Zuschauer auch etwa 400 Kubikmeter Eyeliner.

Mit den Tränenflüssen der GNTM-Teilnehmerin könnte man die 58 größten Städte der Welt ein Jahr lang mit Trinkwasser versorgen. Sie wählt Martin raus und schiebt somit die Verantwortung auf Vanessa. Die Cora-Flüsterin fackelt nicht lange und schießt Lorenz Büffel in die ewigen CDGL Jagdgründe. Die Siegprämie wird ihm entgehen. Finanzielle Sorgen sollten der Erfinder des weltbekannten Büffel-Mozzarellas dennoch nicht plagen.

Quoten-Terminatorin Vanessa frohlockt noch während der Büffel seinen Koffer zum Ausgang rollt, dass "jetzt die Frauen in der Überzahl sind und darum hier ein anderer Wind weht". Ob dieser Wind für sie tatsächlich ein "Wind of Change" wird oder eher der Wind des Abschieds – das berichte ich hier kommende Woche. Bis dann!

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