Die USA werden im Vergleich zu China oder Indien ungerecht behandelt - das beklagt Donald Trump in Davos. Er gibt der Welthandelsorganisation die Schuld daran. Und auch an Greta Thunberg und die EU hat er Forderungen.

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US-Präsident Donald Trump macht Europa Druck. Wenn sich die EU nicht rasch mit der US-Regierung auf ein neues Handelsabkommen einigen sollte, drohten neue Strafzölle auf den Import von Autos und anderen Waren, warnte Trump am Mittwoch am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Nach dem Abschluss des Teilabkommens mit China sei es an der Zeit, sich um die "unfairen" Handelsbeziehungen mit Europa zu kümmern.

Trump warnt Europa

"Sie müssen sich jetzt beeilen", forderte der US-Präsident mit Blick auf Brüssel. "Sie sind ehrlich gesagt ein schwierigerer Geschäftspartner als China."

Es gebe zwar keinen genauen Zeitplan für ein Ende der Verhandlungen, aber er glaube, dass es noch vor der US-Präsidentenwahl im November klappen könnte. "Wir gehen davon aus, dass wir mit Europa einen Deal machen können."

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigte sich im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur zuversichtlich, schon bald ein Handelsabkommen der Europäischen Union mit den USA abzuschließen und damit Strafzölle noch zu verhindern.

Von der Leyen ist zuversichtlich

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigte sich im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur zuversichtlich, schon bald ein Handelsabkommen der Europäischen Union mit den USA abzuschließen und damit Strafzölle noch zu verhindern.

Es sei gut, einen Verhandlungsprozess mit den USA zu haben, sagte von der Leyen der dpa mit Blick auf ihr Gespräch mit Trump in Davos am Dienstag. Wie umfassend der geplante Vertrag sein wird, sagte sie nicht.

"Keiner hat etwas davon, wenn wir jetzt in monatelangen Handelsstreit ausbrechen." Sie betonte: "Deshalb ist es klug: jetzt verhandeln, Fakten miteinander besprechen, die Verhandlungen abschließen und unterschreiben."

Greta Thunberg soll sich auf andere Länder konzentrieren

Davos: Präsident Trump nimmt zwei Wörter auf keinen Fall in den Mund.

Klimaaktivistin Greta Thunberg forderte der US-Präsident auf, andere Länder anstelle der Vereinigten Staaten stärker in den Fokus zu nehmen. Die USA seien "sauber und schön", sagte Trump. Aber es gebe einen anderen Kontinent, "wo Rauch aufsteigt", sagte Trump, ohne Asien, China oder Indien namentlich zu nennen. "Greta sollte anfangen, sich um diese Länder zu kümmern."

Manche Aspekte der Klimadebatte seien seiner Meinung nach ein "Schwindel", sagte Trump, ohne Beispiele zu nennen. Zugleich betonte er, die USA wollten sauberes Wasser und saubere Luft.

Trump behauptete, er hätte Thunberg gerne in Davos getroffen. "Sie hat mich auf dem 'Time'-Magazin ausgestochen", sagte er. "Time" hatte Thunberg zur "Person des Jahres" 2019 gekürt.

Trump erneuert Kritik an WTO

Gleichzeitig erneuerte der US-Präsident seine Kritik an der Welthandelsorganisation (WTO) und verlangte eine Reform.

Die WTO habe die USA lange Zeit sehr unfair behandelt, sagte Trump am Mittwoch vor Journalisten in Davos. Ohne die Organisation habe China nie die Rolle einnehmen können, die das Land nun innehabe. China und auch Indien hätten nun großartige Vorteile.

WTO-Generaldirektor Roberto Azevedo betonte, das System habe in vielen Bereichen nicht richtig funktioniert. "Die WTO muss sich ändern." Dazu sei die Handelsorganisation bereit. Alle müssten zusammenarbeiten, damit die WTO eine relevante Rolle angesichts der aktuellen Herausforderungen spielen könne. (dpa/dh/ank)