Eins, zwei, drei, eins zwei drei: "Let's Dance" ist wieder da. Kein Grund zur Schnappatmung, denn Staffel 11 startete gestern Abend nicht anders als die zehn Staffeln zuvor. Eine kleine Neuheit gab es aber dann doch.

Christian Vock
Eine Kritik
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"Rhythm is a Dancer." Mit diesem nach wie vor verschrobenen Satz eines 1990er-Jahre-Hits eröffnete nicht nur die 11. Staffel, sondern auch gleich die 100. Folge von "Let's Dance".

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Dass es soweit kommen konnte, liegt daran, dass das Konzept der Show nach wie vor den Geschmack des Publikums trifft. Die Final-Shows der Sendung sehen immer noch zwischen vier und fünf Millionen Zuschauer und das hat seinen Grund.

Von den ganzen Promi-Facemarketing-Sendungen ist "Let's Dance" immer noch die am wenigsten dämliche. Man darf sogar sagen: die sympathischste. "Let's Dance" ist ein bisschen wie Gedichte aufsagen an Weihnachten. Hier dürfen die Promis mal zeigen, was sie gelernt haben. Das tut niemandem weh – außer vielleicht Leuten, die Ahnung vom Tanzen haben.

Diese Promis sind 2018 dabei

Thomas Hermanns, Tina Ruland, Jessica Paszka, Julia Dietze, Barbara Meier, Jimi Blue Ochsenknecht, Charlotte Würdig, Iris Mareike Steen, Judith Williams, Bela Klentze, Ingolf Lück, Chakall, Heiko Lochmann und Roman Lochmann.

Das ist neu 2018

Im Grunde nichts. Nur nach einem Blick an Daniel Hartwichs Seite reibt man sich kurz die Augen. Dort steht nämlich nicht wie all die Jahre zuvor Sylvie Meis, sondern Victoria Swarovski.

Die wird gleich von Kollege Hartwich standesgemäß schnoddrig begrüßt: "Singen und tanzen reicht dir nicht mehr, jetzt willste auch noch moderieren."

Swarovski selbst gewann seinerzeit nämlich die 9. Staffel "Let's Dance" und darf nun also in die Fußstapfen von Sylvie Meis treten, die die Show seit 2011 moderierte und sagen wir einmal so: Die Fallhöhe war jetzt nicht besonders groß.

Pluspunkt Swarovski: Dank ihres Anfängerstatus hörten sich ihre Moderationsversuche nicht ganz so nach Navigationsgerät an wie bei Frau Meis.

"Wenn man das erste Mal moderiert in seinem Leben, kann man schon mal was vergessen", entschuldigte sich Swarovski charmant als sie einmal Lück und Klentze nach deren Tanz ein wenig zu schnell entließ.

Wollte RTL also ein wenig mehr Mensch und weniger Maschine in der Co-Moderation haben, kann man festhalten: Die haben ihr Ziel erreicht.

Die Jury

Sie kennen mich. Was als Motto für die Kanzlerin taugt, ist für die "Let's Dance"-Jury allemal gut genug. Wenn man sich erstmal an die übertriebene Glitzer-Kopf-Kette von Motsi Mabuse gewöhnt hat, dürfte selbst bei den Sprüchen von Joachim Llambi schnell Routine einkehren.

Ein "Das war ein bisschen Weintrauben treten bei der Weinlese" war schon das Gemeinste, was der Llambi beim Eröffnungstanz raushaute.

Der beste Tanz

Angesichts der schieren Masse wurden die Promis bei der Kennenlern-Show in Gruppen abgefertigt. Noten bekam trotzdem jeder Einzelne und da lag am Ende mit 21 von 30 möglichen Jury-Punkten Judith Williams vorne. Auch das Publikum fand Williams' Tanz am besten.

Von einer Favoritenrolle zu sprechen, wäre angesichts der dargebotenen Leistung allerdings zu früh. Nur weil es von den gesamten Tänzen der am wenigsten schlechte war, heißt das natürlich nicht, dass er gut war. Aber dafür hatten Williams & Co. bislang ja nur eineinhalb Tage Zeit zur Vorbereitung.

Der Hartwich des Abends

Moderator Daniel Hartwich ist ja einer, der gerne mal einen raus kloppt. Das hebt seine Moderationen wohltuend vom Einerlei einiger seiner Kollegen ab.

Gestern Abend verschoss er seinen besten Kalauer gleich am Anfang: "Nicht wundern, wenn er nochmal rauskommt – das sind Zwillinge", witzelte Hartwich, als erst Heiko und dann Roman von den Lochis auf die Bühne kam.

Der Verlierer des Abends

Rapper Sido. Der machte zwar gar nicht mit, aber seine Frau Charlotte Würdig. Als ehemaliger Straßen-Rapper ist so etwas natürlich ein Schlag ins Gesicht seiner Street Credibility.

Umso mehr, wenn Frau Würdig dann auch noch erzählt, dass sie mit Sido zuhause auch schon mal langsamen Walzer tanzt. Aber nur die Harten, kommen in den Garten: Sollte seine Frau ins Halbfinale kommen, soll Sido einen Besuch im Publikum versprochen haben.


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