Frauen berühmter oder erfolgreicher Männer haben’s nicht leicht. Besonders, wenn sie etwas tun, das der Öffentlichkeit nicht passt. Herzogin Meghan ist da keine Ausnahme. Zu ihrem 39. Geburtstag sorgt nun ein neues Enthüllungsbuch für Aufsehen, das endlich Licht ins Megxit-Dunkel bringen will.

Anja Delastik
Eine Kolumne
von Anja Delastik
Diese Kolumne stellt die Sicht der Autorin dar. Hier finden Sie Informationen dazu, wie wir mit Meinungen in Texten umgehen.

In ihrem neuen Zuhause in Los Angeles, weit weg von britischen Königshaus, feiert Meghan Markle am 4. August ihren 39. Geburtstag. Nur einige Tage später erscheint ein Buch mit dem bezeichnenden Titel "Finding Freedom" (deutsch: "Freiheit finden") - seine Autoren behaupten, die wahre Motive für Meghans und Prinz Harrys Abkehr vom königlichen Leben zu kennen. Und die dürften einige überraschen.

Meghan Markle ist angeblich an allem schuld

Seit das Paar im Januar seinen Ausstieg aus der Royal Family und den Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit verkündete, wird über die Hintergründe dieser Entscheidung spekuliert.

Für Presse und Fans des Königshauses steht jedoch von Anfang an fest: Meghan Markle ist an allem schuld - sie war es, die ihren Ehemann zu diesem drastischen Schritt drängte, um nun, nachdem sie weltberühmt geworden war, ihre Schauspielkarriere weiter verfolgen zu können.

Damit reiht sich ihr Name ein in die zweifelhafte Liste von Frauen, die für Karriereeinbrüche, unpopuläre Entscheidungen oder Abstürze ihrer berühmten oder erfolgreichen Männer verantwortlich gemacht werden. Und zwar vollkommen unabhängig davon, ob an diesen Spekulationen etwas dran ist oder nicht. Hinter jedem erfolgreichen Mann steht schließlich angeblich eine Frau, die ihm den Rücken stärkt - oder schwächt.

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Demütig, aber beliebt

Nachdem Ende der Neunziger die außereheliche Affären des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton publik wurden, hielt seine Frau Hillary trotz öffentlicher Demütigung zu ihm - und wurde dafür gelobt. Doch als sie 2016 als erste Frau für die Demokraten zur Präsidentschaftswahl antrat, wendete sich das Blatt.

Hillary Clinton wurde zum Feindbild, musste sich vorwerfen lassen, von seinen Affären gewusst, ihn gedeckt und gar manipuliert zu haben, um ihre eigene politischen Agenda zu verfolgen. Bill Clinton verhielt sich still und blieb populär wie eh und je.

Frauenfeindlichkeit gegenüber Partnerinnen männlicher Prominenter ist keine Seltenheit. Und auch nicht neu: Sie war die Liebe seines Lebens, und doch musste sich John Lennons Witwe Yoko Ono zeitlebens vorwerfen lassen, The Beatles zerstört zu haben. Daran änderte auch ein Statement von Ex-Beatle Paul McCartney nichts, der 2012 erklärte, Yoko Ono habe definitiv nichts mit dem Ende der Band zu tun gehabt.

Courtney Love: Zu emanzipiert, zu ambitioniert, zu laut

Doch der Begriff "Yoko Ono Syndrome" existierte längst - und wird immer dann aus der Mottenkiste geholt, wenn der weibliche Part eines Promi-Paars zu sichtbar, zu emanzipiert, zu ambitioniert oder zu laut ist.

Davon kann auch Musikerin Courtney Love ein Lied singen. Für viele Nirvana-Fans ist die Witwe von Grunge-Legende Kurt Cobain bis heute eine "persona non grata," manche gehen sogar so weit, sie für den Tod ihres Mannes verantwortlich zu machen.

Schrill, krass, ehrgeizig: Wofür männliche Rockstars gefeiert, verehrt und mythologisiert werden, dafür wird Courtney Love seit Jahrzehnten kritisiert. Und während ihre Kollegen an ihren musikalischen Errungenschaften gemessen werden, wird der Musikerin unterstellt, den Ruhm ihres Mannes für ihre eigenen Karriere-Zwecke ausgenutzt zu haben.

Harry und Meghan verklagen Paparazzi in Kalifornien

Das Verhältnis zwischen Prinz Harry und Herzogin Meghan und den Boulevardmedien galt schon während ihrer Zeit in Großbritannien als äußerst angespannt. Jetzt sieht das Paar auch in seiner neuen kalifornischen Heimat von Paparazzi belästigt.

Lieber eine starke Frau an der Seite als im Rücken

Dürfen Frauen erfolgreicher Männer demnach keine eigenen Ambitionen haben? Oft wird bewusst ausgeblendet, dass all diese Frauen schon vor ihren jeweiligen Ehen beachtliche Erfolge vorzuweisen hatten. Und das obwohl die Zeiten längst vorbei sind, in denen sich ausschließlich Männer ums Geschäftliche kümmerten, während Frauen ihnen den Rücken freihielten.

Zum Glück gibt es Männer, auch prominente, die lieber eine starke Frau an ihrer Seite statt nur im Rücken haben. Eine, mit der man(n) gemeinsam wichtige Lebensentscheidungen treffen kann - auf Augenhöhe und unabhängig davon, ob sie dem öffentlichen Auge schmeichelt oder nicht.

Deshalb, so geht aus dem Buch "Finding Freedom" hervor, sei Meghan Markle auch verärgert über den Begriff "Megxit". Denn er erwecke fälschlicherweise den Eindruck, Meghan sei die alleinige treibende Kraft hinter dem königlichen Exit gewesen.

Tatsächlich, so heißt es dort, sei ihr Ehemann schon ziemlich lange sehr unglücklich gewesen. Sie habe Prinz Harry lediglich unterstützt - den radikalen Entschluss hätten sie schließlich gemeinsam gefällt.

Und mal ehrlich: Nichts anderes erwartet man von einem Paar, das sich liebt, loyal zueinander ist und sich gegenseitig den Rücken stärkt. Auch wenn Meghan diejenige ist, die Geburtstag hat: Dazu kann man beiden nur gratulieren!