• Die Vierschanzentournee steht vor ihrer 70. Ausgabe.
  • Wie schon im letzten Jahr wird die Veranstaltung auch diesmal wieder unter besonderen Voraussetzungen über die Bühne gehen.
  • Ein Überblick über Neuerungen, Favoriten, Zuschauer und die Chancen der deutschen Adler.

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Das ist das Format

Acht Wettkampftage auf vier Schanzen in zwei Ländern stehen an. Der Start erfolgt in Oberstdorf, danach geht es zum Neujahrsspringen nach Garmisch-Partenkirchen. Innsbruck wird wie immer die dritte Station sein, ehe die Tournee traditionell in Bischofshofen endet.

Wann und wo wird gesprungen?

Los geht's mit dem Qualifikationsspringen von Oberstdorf am 28. Dezember. Start ist um 16:30 Uhr (live in der ARD). Einen Tag später steht dann der erste Wettkampf auf der Schattenberg-Schanze an (16:30 Uhr live in der ARD).

Am 30. Dezember ist Ruhetag, weiter geht es dann an Silvester mit der Qualifikation in Garmisch-Partenkirchen (14 Uhr/live im ZDF) und tags darauf ebenfalls um 14 Uhr (live im ZDF) mit dem Springen auf der Olympiaschanze.

Noch in der Nacht zieht der Tross dann nach Österreich um, die Qualifikation auf der Bergisel-Schanze in Innsbruck steht am 2. Januar an (13:30 Uhr/live im ZDF), einen Tag später dann der Wettkampf (13:30 Uhr/live im ZDF).

Den Abschluss bilden die beiden Springen (Qualifikation und Wettkampf) am 5. und 6. Januar auf der Paul-Außerleitner-Schanze in Bischofshofen. Gesprungen wird dann jeweils ab 17:30 Uhr, die ARD überträgt live.

Finden die Springen vor Fans statt?

Bis einen Tag vor Heiligabend gab es zumindest für die beiden Springen in Österreich noch Hoffnung, dann aber mussten die Veranstalter, die Athleten und die Fans den nächsten Rückschlag hinnehmen. Am 23. Dezember beschloss die österreichische Regierung wegen der Omikron-Variante des Coronavirus das Zuschauerverbot auch für die Springen in Innsbruck und Bischofshofen. Geplant waren 4.000 Fans in Innsbruck und 3.500 Zuschauende in Bischofshofen. Nun stehen erneut "Geisterspringen" an. Die Veranstaltungen in Deutschland waren schon Wochen vor der recht kurzfristigen Entscheidung der Österreicher für die Fans gesperrt worden.

Die Favoriten auf den Gesamtsieg

Zum ersten Mal seit vielen Jahren geht ein deutscher Starter als einer der absoluten Topfavoriten ins Rennen. Karl Geiger wird in Oberstdorf im Gelben Trikot des Weltcup-Führenden in die Tournee starten. Geiger hat bisher einen exzellenten Winter hingelegt, hat auf den zweitplatzierten Ryoyu Kobayashi schon 98 Punkte Vorsprung. Allerdings hat Geiger schon neun Wettkämpfe bestritten, Kobayashi unter anderem wegen einer Corona-Infektion erst sechs. Der Japaner hat zudem die Generalprobe in Engelberg gewonnen und noch ein Ausrufezeichen gesetzt. Geigers Konstanz in diesem Winter sucht bisher aber ihresgleichen.

Sehr gute Chancen sollte man auch dem Norweger Halvor Egner Granerud einräumen und natürlich Österreichs Hoffnung Stefan Kraft. Anze Lanisek, Bene Prevc (beide Slowakei) und der Norweger Markus Lindvik haben ebenfalls gute Chancen.

Und dann sind da noch zwei Springer, die an einem guten Tag alles in Grund und Boden springen oder in einen echten Flow geraten können. Markus Eisenbichler aus Deutschland ist so ein Hopp-oder-Top-Springer, zuletzt lief es beim 30-Jährigen aber nicht mehr so rund. Kamil Stoch aus Polen hat bisher auch eine völlig verkorkste Saison hingelegt. Aber auch er ist ein unberechenbarer Typ, der aus dem Nichts Topleistungen abliefern kann. Stoch und Eisenbichler bringen so viel Erfahrung mit, dass sie rechtzeitig zum Tournee-Start wieder voll da sein können.

Die deutschen Starter

Neben Geiger und dessen Zimmerkollegen Eisenbichler sind Andreas Wellinger und Severin Freund ebenso dabei wie Pius Paschke, Stephan Leyhe und Constantin Schmid. In der Hinterhand hat Bundestrainer Stefan Horngacher auch noch David Siegel, Luca Roth und Martin Hamann.

Was ist neu? Das Preisgeld!

Bisher war die Ausschüttung für den Gesamtsieger nicht mehr als ein kümmerliches Zubrot - zumindest im Vergleich zum Renommee, zur medialen Reichweite und erst recht zu anderen Sportarten. Rund 20.000 Schweizer Franken (umgerechnet etwa 19.200 Euro) bekam der Gesamtsieger ausgezahlt. Nun haben die Veranstalter das Preisgeld für den Sieger auf rund 100.000 Franken erhöht, umgerechnet rund 96.000 Euro. Schafft ein Springer alle vier Tagessiege, kann er an die 150.000 Franken (rund 144.000 Euro) verdienen.

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Die Rekorde der Tournee

52 Jahre lang war es keinem Springer gelungen, alle vier Wettbewerbe bei einer Tournee zu gewinnen. Dann durchbrach Sven Hannawald 2002 den Fluch. 2018 zog Kamil Stoch nach, ein Jahr später gelang Ryoyu Kobayashi das Kunststück erneut.

Rekordsieger ist aber Janne Ahonen. Der Finne holte den Goldenen Adler zwischen 1999 und 2008 insgesamt fünf Mal. Jens Weißflog liegt mit vier Triumphen knapp hinter Ahonen. Immerhin ist Weißflog zusammen mit Björn Wikola aus Norwegen mit insgesamt zehn Tagessiegen bis heute führend.

Der weiteste Satz bei einer Tournee gelang bisher Dawid Kubacki aus Polen, der vor zwei Jahren in Bischofshofen auf 145 Meter segelte. In Oberstdorf und Garmisch liegt die Bestmarke bei jeweils 143,5 Metern, gehalten von Sigurd Pettersen (Norwegen) und dem Schweizer Simon Ammann. In Innsbruck gehört die Bestmarke seit einigen Jahren dem Österreicher Michael Hayböck mit 138 Metern.

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