Der FC Bayern braucht nach der Trennung von Hasan Salihamidzic einen neuen Sportvorstand. Uli Hoeneß erklärt, wie es beim Fußball-Rekordmeister weitergeht.

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Der FC Bayern will bei der Suche nach einem passenden Nachfolger für Hasan Salihamidzic als Sportvorstand nichts überstürzen. Bis spätestens Weihnachten wollen die Münchner die Stelle wieder besetzt haben, wie Vereinspatron und Ehrenpräsident Uli Hoeneß dem "Kicker" am Montag sagte.

Demnach soll ein Quartett aus Hoeneß, FCB-Präsident Herbert Hainer, dem neuen Vorstandsboss und Kahn-Nachfolger Jan-Christian Dreesen sowie Rückkehrer Karl-Heinz Rummenigge den neuen Mann suchen und verpflichten.

Hoeneß: Es war ein Fehler, Kahn zum CEO zu machen

Uli Hoeneß reicht Kahn zwar die Hand - nicht aber, ohne Vorwürfe gegen ihn zu erheben. © IMAGO/CEPix/Christian Einecke

Nach dem Gewinn der elften Meisterschaft in Serie hatten sich die Münchner am Samstag von Vorstandschef Oliver Kahn und Sportvorstand Salihamidzic getrennt. "Wir hätten auch bei drei Titeln so gehandelt, die Entscheidung musste so getroffen werden. Jan Dreesen kennt den Verein in- und auswendig, ein neuer Mann hätte sich erst wieder ein halbes Jahr einarbeiten müssen", verteidigte Hoeneß den Entschluss. Wichtig sei es, jetzt Ruhe in den Verein zu bekommen.

Über Kahn sagte er, "im Nachhinein" betrachtet, sei es ein Fehler gewesen, den einstigen Kapitän zum CEO zu machen, "das muss man so sagen." Kahn sei "ein hochintelligenter Mann, der Austausch mit ihm macht Spaß", führte Hoeneß aus, aber: "Die große Enttäuschung liegt darin, dass ich gedacht habe, er könnte das Amt qua seiner Persönlichkeit allein ausfüllen, doch er hat sich stattdessen mit seinen Beratern umgeben." Diese hätten für "die katastrophal schlechte Stimmung" im Klub gesorgt.

Dennoch möchte Hoeneß im Guten mit Kahn auseinandergehen. "Ich habe großen Respekt vor der Person, als Spieler hat er viel geleistet. Auch wenn er als CEO die Erwartungen nicht erfüllt hat, steht meine Tür für Oliver immer offen", betonte er.

"Die Entscheidung musste so getroffen werden"

Der 71-Jährige stützte zudem die Darstellung von Präsident Herbert Hainer zur Trennung von Kahn, der dieser widersprochen hatte. "Es war kein angenehmes Gespräch", erzählte Hoeneß. Kahn habe sich verbal auf den neuen Chef Jan-Christian Dreesen eingeschossen. Deshalb habe man ihm nahegelegt, nicht mit zum "Finale" nach Köln zu reisen.

Die Trennung hatte laut Hoeneß nichts mit dem Ausgang der Saison zu tun. "Wir hätten auch bei drei Titeln so gehandelt, die Entscheidung musste so getroffen werden."

Der frühere Vorstandschef Rummenigge soll wieder in den Aufsichtsrat rücken und die Münchner bei der Kaderplanung für die kommende Saison unterstützen. Hainer hatte bereits bestätigt, er werde Rummenigges Aufrücken in das Kontrollgremium am Dienstag der Gesellschafterversammlung vorschlagen.

Das Quartett wird die Kaderplanungen in enger Zusammenarbeit mit Trainer Thomas Tuchel übernehmen. Der 49-Jährige soll laut Hoeneß dem Gremium acht bis zehn Tage zur Verfügung stehen, um eigene Vorschläge einzubringen.

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