Hertha BSC bastelt weiter am Projekt Europa. Um Berliner Träume wahr werden zu lassen, steht der nächste Millionen-Transfer vor dem Vollzug. Doch kommt mit dem neuen Mann auch der sportliche Erfolg?

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In Berlin bahnt sich der nächste Millionen-Deal an. Bundesligist Hertha BSC steht laut übereinstimmenden Medienberichten unmittelbar vor der Verpflichtung von Krzysztof Piatek. Krzysztof wer?

Piatek dürfte einigen Fußball-Fans in Deutschland unbekannt sein. Schließlich spielte der 24 Jahre alte Stürmer bis vor einem Jahr noch für den FC Genua - einem italienischen Erstligisten, der Jahr um Jahr gegen den Abstieg kämpft. Zwar folgte im Januar 2019 der Wechsel zum AC Mailand, doch Piateks Sprung auf die internationale Bühne blieb aus.

Milan qualifizierte sich in der vergangenen Spielzeit zwar sportlich für die laufende Europa-League-Saison, wurde wegen Verstößen gegen UEFA-Vorgaben bezüglich finanzieller Ausgaben aber vom Turnier ausgeschlossen. Und so hat der Pole, der im Sommer seinen 25. Geburtstag feiert, noch immer keinen Europa-Pokal-Einsatz in seiner Vita stehen.

Hertha BSC vor Verpflichtung von Krzysztof Piatek

Dennoch soll Piatek der Hertha eine kolportierte Ablöse zwischen 23 und 30 Millionen Euro wert sein. Damit würde er zum vereinsinternen Rekordeinkauf aufsteigen. Die Marke hält bis dato Lucas Tousart. Der Franzose schloss sich erst vor wenigen Tagen den Berlinern an. Die Hertha überwies 24 Millionen Euro auf das Konto von Olympique Lyon, berichtete der "kicker".

Auf den Spieler muss Trainer Jürgen Klinsmann allerdings bis zum Sommer verzichten. Die Franzosen waren nicht bereit, den 22-Jährigen im Winter abzugeben. Deshalb handelten die Parteien ein Leihgeschäft aus, wonach Tousart bis zum Sommer in Lyon bleibt. Er kann der Hertha im Kampf gegen den Abstieg also nicht helfen.

Polnischer Stürmer beim AC Mailand aussortiert

Piatek hingegen soll sofort in Berlin loslegen - vorausgesetzt, der Transfer platzt nicht in letzter Sekunde. Am Donnerstag soll er den Medizincheck absolvieren. Doch kommt mit dem Rekordeinkauf auch die Torgarantie?

Der polnische Nationalstürmer (zehn Einsätze, fünf Tore) stand zuletzt nicht mehr im Kader der Mailänder. Dreimal in Folge musste Piatek von der Tribüne aus mitansehen, wie sich die Rossoneri in der Liga langsam auf Tabellenplatz acht vorschoben.

Verletzt ist der Pole aber nicht, er wurde aus sportlichen Gründen nicht berücksichtigt. Mit Zlatan Ibrahimovic, der zu Jahresbeginn aus den USA nach Mailand gewechselt ist, steht im Sturm ein weiterer Spieler zur Verfügung.

Ohne Frage: Ibrahimovic ist ein Superstar, eine Tormaschine. Doch er ist auch ein 38 Jahre alter Mann, der nun dafür sorgt, dass Piatek – der vor einem Jahr für 38 Millionen Euro zu AC gewechselt ist – nicht mehr gebraucht wird.

Piatek versucht, ausbleibende Tore zu rechtfertigen

Piatek sprach im vergangenen November davon, dass er bei seinem "nächsten Klubwechsel 60 bis 70 Millionen Euro kosten" wolle. Davon ist er derzeit weit entfernt. Verantwortlich dafür ist allein er selbst.

Als Piatek in der Hinrunde in Mailand noch erwünscht war, traf er in 18 Liga-Einsätzen lediglich viermal. "Ich schaue in den Spiegel und suche den Fehler bei mir", sagte er zwischenzeitlich in einem Intierview. Piatek traf in der Vorsaison in 37 Liga-Spielen immerhin 22 Mal. "Aber es gab zu viel Unruhe im Verein, als dass diese uns Spieler nicht beeinflusst hätte", probierte er seine Formkrise aber gleichzeitig zu rechtfertigen.

Hertha BSC: Zwischen Wunschdenken und Realität

Unruhe herrscht auch in Berlin, wenn der Erfolg ausbleibt: Investor Lars Windhorst hat 224 Millionen Euro in den Verein gepumpt, um die Hauptstadt in Sachen Fußball wieder auf die Landkarte zu bringen. "Die Zielvorgabe für das nächste Jahr ist Minimum Europa League", hatte Klinsmann während der Wintervorbereitung im Trainingslager in den USA gesagt.

Um die Berliner Träume wahr werden zu lassen, flossen bereits etwa 45 Millionen Euro in Tousart und Dodi Lukébakio. Letzterer schloss sich bereits im vergangenen Sommer der Hertha an. Mit dem sich anbahnenden Piatek-Deal steigen die Ausgaben auf rund 70 Millionen Euro - die Gehälter nicht eingerechnet.

Von der Europa League trennen die Hertha nach dem 19. Spieltag elf Punkte, auf den Relegationsplatz sind es hingegen nur fünf Zähler. Statt in Richtung Europa zu blicken, darf die Hertha nicht den Tabellenkeller aus den Augen verlieren. Und dort steht übrigens nicht Stadt-Konkurrent Union Berlin. Der Bundesliga-Neuling hält sich seit dem 11. Spieltag wacker vor dem träumenden Konkurrenten - mit einem Kadermarktwert von 43 Millionen Euro. Der von Hertha beträgt etwa 205 Millionen Euro.

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