Die Zahl der Risikogebiete für durch Zecken übertragene Hirnhautentzündungen ist in Deutschland gestiegen. Mit dem Landkreis Emsland ist erstmals auch Niedersachsen betroffen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin am Donnerstag mitteilte.

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Derzeit gelten 161 Kreise als Risikogebiete für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Damit erhöhte sich die Zahl der betroffenen Stadt- und Landkreise im Vergleich zum Vorjahr um fünf.

Neben dem Landkreis Emsland kamen neue Risikogebiete außerdem in Sachsen mit dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie in Bayern mit den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Landsberg am Lech sowie dem Stadtkreis Kaufbeuren hinzu.

FSME-infizierte Zecken breiten sich aus

Als FSME-Risikogebiete gelten fast ganz Bayern und Baden-Württemberg. Auch Süd- und Mittelhessen, das südöstliche Thüringen sowie Teile von Rheinland-Pfalz, des Saarlands und Sachsens sind betroffen. Der nun erstmals betroffene Kreis in Niedersachsen ist zugleich das nördlichste deutsche Risikogebiet.

Zecken können den FSME-Erreger einer virusbedingten Hirnhaut- oder Gehirnentzündung übertragen. Im vergangenen Jahr wurden 583 Erkrankungsfälle gemeldet - nach 483 im Vorjahr.

Experten beobachten seit einigen Jahren, dass sich FSME-infizierte Zecken in Deutschland weiter vom Süden in den Norden ausbreiten. Milde Winter sorgen zudem dafür, dass die Zecken schon recht früh aktiv werden. Zecken lauern nicht nur in Wäldern und auf Wiesen auf Wirte. Auch Gärten sind Zeckengebiet, selbst wenn diese mehrere hundert Meter vom Wald entfernt liegen.

Menschen, die in FSME-Risikogebieten wohnen und arbeiten oder dort Urlaub machen, empfehlen die Fachleute eine Impfung. Gegen FSME schützt eine aus drei Einzeldosen bestehende Impfung, die alle drei bis fünf Jahre aufzufrischen ist.

Durch einen Zeckenbiss kann auch die sogenannte Lyme-Borreliose übertragen werden, die Nervensysteme und Gelenke schädigen kann. Die Schätzungen zu den Krankheitsfällen schwanken sehr stark zwischen 40.000 und 120.000 pro Jahr. Eine wirksame Impfung dagegen gibt es bisher nicht.  © AFP

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