Backe, backe Kuchen, Sat.1 hat gerufen. Gekommen sind auch in diesem Jahr eine Handvoll Promis. Die sollen nicht nur rühren und kneten, sondern auch dem Thema Backen ein bisschen Fernsehtauglichkeit einhauchen. In Folge vier am Mittwochabend versuchten sie es mit einer fehlenden Füllung.

Christian Vock
Eine Kritik
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"Mit 42 Punkten endet das Back-Abenteuer heute für … Hardy." Sat.1. bringt zum Start der neuen Folge den Zuschauer noch kurz auf den neuesten Stand, was denn in der vergangenen Woche so alles passiert ist, als Back-Jurorin Betty Schliephake-Burchardt Hardy Krüger jr. aus dem Rennen nahm. In der Sache hatte Schliephake-Burchardt da natürlich recht, aber "das große Promibacken" könnte nicht weiter von einem Abenteuer entfernt sein.

Abenteuer, die sind für Dschungelforscher, Weltumsegler oder meinetwegen auch für den kleinen Hobbit. Aber für Promibäcker? Die waren in puncto Abenteuer bisher völlig unverdächtig. Unter TV-Shows geht sogar das Gerücht um, dass sich selbst "Die schönsten Bahnstrecken Deutschlands" "Das große Promibacken" ansehen, wenn sie mal nicht einschlafen können.

Um Missverständnisse zu vermeiden: "Das große Promibacken" muss gar keine aufregende Show sein, in dieser Disziplin ist sie ja gar nicht angetreten. Natürlich muss auch beim "Promibacken" irgendwas passieren, es ist ja immer noch eine Unterhaltungsshow, aber ein Abenteuer? Oder haben wir uns getäuscht? Sieht Betty Schliephake-Burchardt etwas, das der Zuschauer nicht sieht? Schauen wir also mal, was in der jüngsten Folge so Abenteuerliches passiert sein könnte.

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Sarah Harrison schlägt zu

Das erste Abenteuer, das unsere Promibäcker zu bestehen haben, ist das Backen eines herzhaften Strudels. Hier hat jeder so seine eigene Herangehensweise, sei es bei der Füllung oder bei der Zubereitung. Sarah Harrison jedenfalls schlägt ihren Teig erst einmal kräftig und mehrmals auf die Arbeitsplatte, was bei der Konkurrenz für Erstaunen sorgt: "Warum schlägt sie den?", fragt sich Natalia Avelon, was wiederum die Harrison verunsichert: "Machen das die anderen eigentlich auch? Schlagt ihr euren Teig?", fragt die Webvideoproduzentin in die Runde.

Machen sie nicht. Dafür erleben sie ganz andere Abenteuer. Zum Beispiel Detlef Soost. Der mag offenbar gerne Trüffel und noch lieber viel davon und in den verschiedensten Varianten. Ob man aber Trüffelbutter in einen Strudelteig macht, weiß Soost allerdings selbst nicht. Als Trüffelliebhaber will er aber das Risiko eingehen: "Ich hab’s jetzt einfach mal gemacht." So geht Abenteuer!

Nur der Off-Sprecher hat die Sache mit dem Abenteuer offensichtlich nicht so recht verstanden und kommentiert das Ganze, als würden hier einfach ein paar Promis vor sich hin backen: "Eine Stunde fünfzehn vor Schluss fügt Detlef seiner Füllung Pinienkerne hinzu. Danach Old-Amsterdam-Käse." Es müssen sich schon alle ein bisschen Mühe geben, wenn aus langweiligem Backen ein "Back-Abenteuer" werden soll.

"Das große Promibacken": Harrison platzt der Strudel

"Das war schon ein sehr gelungner Start", urteilt Juror Christian Hümbs dann aber über Soosts Strudel. Mit einem "Vielen Dank!" freut der sich aber wenig abenteurerhaft, denn echten Abenteuern ist Lob eigentlich egal. Sie leben für das Abenteuer selbst, nicht für das Lob. Indiana Jones hat auch nicht auf Lob gewartet, er hat einfach seinen Abenteurerjob gemacht.

"Immer muss er meckern", ist Jenny Elvers da schon mehr Abenteurerin als Soost, als sie Christian Hümbs Widerworte gibt, weil der die sichtbare Wickelkante ihres Strudels kritisiert. Sarah Harrison stolpert beim Strudel indes in ein zweites Abenteuer, denn ihr Strudel zeigt beim Backen eine Sollnichtbruchstelle: "Er ist geplatzt, er ist einfach geplatzt und es ist rausgelaufen", stellt Harrison fest.

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Aber eine echte Abenteurerin weiß sich zu helfen und kaschiert das Loch. Doch obwohl Betty Schliephake-Burchardt auch das bemerkt, wird die Harrison auch beim Strudel wieder Klassenbeste. Oder wie Christian Hümbs Harrisons Strudelergebnis zusammenfasst: "Es ist einfach geil." Noch einmal Glück gehabt, doch das größte Abenteuer des Abends steht Harrison und ihren Abenteurerkollegen erst noch bevor: ein gefülltes Schwanenkugeldingens.

Betty Schliephake-Burchardt: "Hier fehlt tatsächlich ein Kopf"

Etwas weniger laienhaft formuliert: Die Promis sollen bei der technischen Prüfung eine Profiterole herstellen, auf der ein aus weißer Schokolade geformter Schwan sitzt. "Können wir nicht einfach ‚ne Pizza in den Ofen schieben?", will sich Faisal Kawusi wenig heldenhaft vorm Schwanensee-Abenteuer drücken. Aber es hilft nichts.

Und so stürzen sich die Promis in ihr Abenteuer, das einige Hindernisse bereithalten sollte – aber sonst wäre es ja auch kein Abenteuer, sondern nur ein Promibacken. Detlef Soost zum Beispiel kämpft mit der Füllung: "Ich weiß nicht, ob die Creme jetzt gekippt ist oder ob sie nicht gekippt ist", stellt Soost fest, kämpft aber eisern gegen alle Kühlkettengesetze bis zum Ende weiter.

Faisal Kawusi trifft derweil auf seinen Endgegner: die Zeit. "Hoffen wir, dass jetzt alles gutgeht", hofft Kawusi, dass jetzt alles gutgeht, aber, Spoiler: Das tut es nicht. Denn zum einen lassen Kawusis Schwäne aufgrund der Temperatur die Schokohälse hängen und sogar noch Schlimmeres: "Hier fehlt tatsächlich ein Kopf", erkennt Betty Schliephake-Burchardt bei der Verkostung sofort.

Jenny Elvers muss "Das große Promibacken" verlassen

Das nächste Problem teilt sich Kawusi immerhin mit seinen Kollegen Soost und Elvers. Denn bei den dreien fehlt die Füllung – zumindest in den Probierstücken von Betty Schliephake-Burchardt. Die drei füllungslosen Promibäcker haben als Erklärung nur die Zeitnot. "Dann nehmen sie genau den einen, in dem aus Zufall mal nix drin war", rechtfertig Soost noch die fehlende Füllung.

Am Ende der ganzen Promibackerei holt sich dann mal wieder Sarah Harrison den Wochensieg, Jenny Elvers hingegen muss die Gemeinschaft der Back-Abenteurer verlassen. Apropos Abenteuer: Nein, auch mit sehr viel Entgegenkommen und Ironie ist beim "Promibacken" kein Abenteuer zu erkennen. Aber beim Backen liegt das Abenteuer ja ohnehin weniger beim Bäcker, als vielmehr bei dem, der das Gebackene essen muss. Vielleicht meinte Betty Schliephake-Burchardt ja das.


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