Die Kaulitz-Brüder Bill und Tom präsentierten sich in der neuesten Ausgabe ihres Podcasts "Kaulitz Hills" wieder prächtig gelaunt. Vielleicht ja, weil die beiden bald nach Hamburg ziehen. Das wäre allerdings merkwürdig, schließlich ist die Stimmung in Deutschland doch gerade so komisch, wie Bill beim Anflug auf Deutschland erfährt. Woran könnte das liegen, das mit der Stimmung?

Eine Satire
Diese Satire stellt die Sicht von Christian Vock dar. Informieren Sie sich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.

Bill und Tom Kaulitz, so verraten sie es in der neuesten Folge ihres Podcasts, sind in Hamburg. Beziehungsweise: Sie werden in Hamburg gewesen sein. Denn nun, das Sie diese Zeilen lesen, sind die beiden schon wieder weg. Ja, die Kaulitz-Twins sind eben Vielflieger und Herren von Welt gleichermaßen und in zweiter Funktion haben sie natürlich immer auch ein Auge auf Orte, die man als Vielflieger und Herren von Welt gut gebrauchen kann: Immobilien.

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Und da sind die beiden in Hamburg fündig geworden, genauer gesagt im Hamburger Stadtteil Rotherbaum. Dort gebe es nämlich so schöne Häuser. "Hab mir sofort aufgeschrieben, dass ich hier nach Immobilien suche", erklärt Bill seine Pläne. Da werden sich die Hamburger aber sehr freuen. Wenn Hamburg etwas braucht, dann noch mehr reiche Leute, die dort for fun Immobilien kaufen. "Genau, ich auch!", wirft Tom sofort ein. Jetzt werden die Hamburger sicher ausflippen vor Freude.

Aber Freude, so lernen wir in dieser Folge ebenfalls, ist gerade auch dringend nötig, daher ein großes Dankeschön an die Kaulitz-Brüder – auch im Namen der Stadt Hamburg. Auf seinem Flug nach Hamburg habe die Flugbegleiterin Bill nämlich gefragt, ob er schon länger nicht mehr in Deutschland gewesen sei, "weil die Stimmung ist ganz komisch". Das hat mich zum Nachdenken gebracht.

Komische Stimmung? Kommt darauf an!

Ich bin mir fast sicher, dass die Flugbegleiterin mit "komischer Stimmung" nicht die jüngste Karnevalszeit gemeint hat, auch wenn ich ihr da zustimmen würde. Ich finde Karneval ebenfalls komisch, aber nicht im Sinne von "komisch wie lustig", sondern im Sinne von "komisch wie merkwürdig". Die Leute beim Karneval wiederum fänden es wahrscheinlich merkwürdig, dass ich Karneval nicht komisch, sondern merkwürdig finde. Am Ende sind wir beide in komischer Stimmung, aber aus unterschiedlichen Gründen.

Aber was ist denn nun mit der komischen Stimmung in Deutschland? Ist das wirklich so? Gestern erst bin ich an zwei Menschen vorbeigegangen, die haben miteinander gelacht. Einfach so! Vielleicht wussten die gar nicht, dass die Stimmung in Deutschland gerade so komisch ist. Ich mache den beiden keinen Vorwurf, auch ich bin manchmal ein bisschen zerstreut und bekomme nicht alles mit.

Andere Menschen hingegen sind tatsächlich in komischer Stimmung, weil sie, sagen wir einmal, von Hämorrhoiden geplagt werden. Da ist die Stimmung wahrscheinlich buchstäblich im Arsch. Bei Proktologen allerdings, so stelle ich mir das vor, kommt bei Hämorrhoiden die Stimmung erst so richtig auf. Zumindest bei den Hämorrhoiden anderer. Des einen Not, ist des anderen Brot, sagt man ja so schön. Ob die Stimmung gut oder schlecht ist, ist also so ein bisschen auch eine persönliche Sache.

Schlechte Stimmung zu haben, ist ganz schön anstrengend

Es gibt aber auch Fälle, bei denen es gar nicht so sehr auf die persönliche Situation ankommt. Nehmen wir mal so einen handelsüblichen Rechtsextremisten. Der ist ja grundsätzlicher schlechter Stimmung. Weil ja immer die anderen Schuld sind an seiner Misere. Nicht falsch verstehen: Unter Rechtsextremisten leiden die, die unter Rechtsextremisten leiden, am stärksten. Aber abgesehen davon sollten sich Rechtsextremisten mal überlegen, ob rechtsextrem zu sein, ihr Leben wirklich schöner macht.

Ich stelle es mir jedenfalls sehr frustrierend vor, ständig danach zu suchen, wer gerade wieder Schuld hat. Okay, meist sind es "die Ausländer", da machen es sich Rechtsextreme gerne einfach. Aber damit beginnt schon die nächste Frage: Wo finde ich jetzt so einen Ausländer, der Schuld hat? Gerade im ländlichen Raum muss man dafür oft lange Wege in Kauf nehmen und sich diesen Ausländer dann auch noch mit anderen Rechtsextremen teilen. Weil’s im ländlichen Raum ja gar nicht so viele Ausländer wie Schuld gibt. Da hätte ich auch schlechte Stimmung, wenn schlechte Stimmung zu haben, so einen Aufwand erfordert.

Und dann auch noch dieses ständige Jammern, wie schlimm doch die anderen sind, die nicht rechtsextrem sein wollen. Ständig wird man von denen benachteiligt! Die Medien, die Regierung, die Mehrheit und wer weiß, wer alles noch. Da macht rechtsextrem zu sein, natürlich keinen Spaß mehr! Auf der anderen Seite finde ich: Dafür, dass sich Rechtsextreme anderen Menschen so überlegen fühlen, jammern sie ganz schön viel.

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Man muss schon in Stimmung sein für schlechte Laune

Aber Rechtsextreme brauchen eben eine schlechte Stimmung. Bei sich und bei anderen. Nicht, weil ihre Talente erst in schwierigen Zeiten zum Vorschein kommen, sie dann anpacken und Lösungen liefern können. "When the going gets tough, the tough get going" gilt bei Rechtsextremen nicht. Für Lösungen muss man in guter Stimmung sein, für das Versprechen von Lösungen in schlechter.

Ich glaube, dass Menschen lieber gut gelaunt sind als schlecht. Ich glaube ohnehin, dass Menschen lieber gut sind als schlecht. Auch um ihrer selbst willen. Ein Sprichwort sagt: "Wütend zu sein, ist wie Gift zu schlucken und zu glauben, dass der andere daran stirbt." Ich denke, da ist was dran. Rechtsextreme vergiften zuerst ihr eigenes Leben.

Ich persönlich bin jedenfalls lieber nicht wütend als wütend. Ich glaube, Menschen zu helfen, freundlich zu sein und mit anzupacken, ist gut gegen eine komische Stimmung. Man kann sich sein Schicksal ja auch ein Stück weit selbst aussuchen. Ich denke, nicht rechtsextrem zu sein, macht auch das eigene Leben schöner. Rechtsextremisten sollten das mal ausprobieren. Alleine schon gegen die komische Stimmung im Land.

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