Anderthalb Wochen nach den Beleidigungen gegen Herthas Verteidiger Jordan Torunarigha eskaliert ein rassistischer Vorfall in Portugals erster Liga. Der Betroffene verlässt nach dem Wurf von Sitzschalen wütend den Platz.

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Nach dem Rassismus-Eklat im portugiesischen Fußball hat das Opfer Moussa Marega nicht nur die Beleidigungen von den Rängen angeprangert, sondern auch den Schiedsrichter scharf kritisiert.

Moussa Marega findet auf Instagram deutliche Worte

"Diesen Idioten, die ins Stadion gehen, um rassistische Schreie auszustoßen, möchte ich sagen ... fick dich", schrieb Portos malischer Stürmer am späten Sonntagabend auf Instagram.

Zuvor hatte der Nationalspieler wenige Minuten nach seinem Siegtor zum 2:1 (60.) bei Vitoria Guimarães wütend das Spielfeld verlassen, weil Fans ihn beleidigt und nach Medienberichten unter anderem Affengeräusche gemacht hatten.

Marega: "Dieser Schiedsrichter ist eine Schande"

Marega ärgerte auch der Umstand, dass der Schiedsrichter ihn nach dem Tor verwarnte, weil er beim Jubeln einen der Sitze über dem Kopf gehalten hatte, die von Fans auf das Feld geworfen worden waren.

"Und ich bedanke mich bei den Schiedsrichtern, dass sie mich nicht verteidigt und mir die Gelbe Karte gezeigt haben, weil ich meine Hautfarbe verteidigt habe", schrieb der 28-Jährige und bezeichnete den Unparteiischen Luis Miguel Godinho als "eine Schande".

Organisation kritisiert Mitspieler beim FC Porto

Die Anti-Diskriminierungs-Organisation Fare hat die Mitspieler Maregas kritisiert. Der FC Porto hatte ein Bild von Marega mit der Überschrift "Wir sind eine Familie" veröffentlicht, nachdem es dem erregten Stürmer gelungen war, das Spielfeld zu verlassen.

"Entschuldigt, aber das hat sich nicht wie Familie angefühlt, als es passiert ist", schrieb Fare am Montag bei Twitter. "Was haben eure Spieler gemacht?"

Maregas Kollegen hatten lediglich versucht, ihren erregten Mitspieler vom Gang in die Kabine abzuhalten. Auch in Deutschland hatten sich zuletzt die Rassismus-Vorfälle gehäuft. Würzburgs Leroy Kwadwo wurde mit Affenlauten beleidigt, was die Fans in Münster ebenfalls aufbrauchte. Kurz zuvor wurde Herthas Abwehrspieler Jordan Torunarigha beim DFB-Pokalspiel gegen Schalke rassistisch beleidigt. (dpa/hau/sap)

Das Fare Netzwerk ist eine Organisation, die sich gegen Diskriminierung und Rassismus im Fußball einsetzt.
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