Er ist Rekord-Nationalspieler der Ukraine und hat 2013 mit dem FC Bayern München das Triple gewonnen. Weil Anatoli Timoschtschuk aber weiterhin für einen russischen Verein arbeitet und sich nicht zum Krieg Russlands gegen sein Heimatland äußert, hat der ukrainische Fußballverband jetzt Maßnahmen ergriffen.

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Darauf, dass Anatoli Timoschtschuk den Krieg Russlands gegen seine ukrainische Heimat verurteilt, warten die Landsleute des früheren Mittelfeldmannes des FC Bayern München seit mehr als einem Jahr. "Seit Beginn der militärischen Aggression Russlands gegen die Ukraine hat sich Timoschtschuk (...) diesbezüglich weder öffentlich geäußert noch seine Zusammenarbeit mit dem Klub des Aggressors eingestellt", lautete eine Mitteilung der Ethikkommission des Fußballverbands der Ukraine am 9. März 2022. Timoschtschuk drohte damals der Entzug seiner Trainerlizenz.

Der ukrainische Verband ergreift Maßnahmen gegen Anatoli Timoschtschuk

15 Monate später kommt es für den Co-Trainer des neunmaligen russischen Meisters Zenit Sankt Petersburg viel schlimmer. Der Verband hat alle Verdienste des 144-maligen Nationalspielers annulliert. Timoschtschuks ehemaliger Mitspieler Andrij Jarmolenko - einst mit drei Toren in 18 Bundesligaspielen für Borussia Dortmund - empfahl Timoschtschuk via "Daily Mail", sich zu "verpissen".

Sankt Petersburgs Co-Trainer Anatoli Timoschtschuk am 19. März 2022
Sankt Petersburgs Co-Trainer Anatoli Timoschtschuk am 19. März 2022 während des Ligaspiels gegen Arsenal Tula. © SOPA Images/SIPA

Besonders sauer auf Timoschtschuk ist eine andere Sport-Legende der Ukraine. "Timoschtschuk hat sich dafür entschieden, einen Kriegsverbrecher zu unterstützen, der Hunderttausende russische Soldaten einsetzt und die Ukraine auslöschen will", sagte Box-Ikone Wladimir Klitschko der "Bild"-Zeitung. "Ich kann nicht verstehen, wie man angesichts dieses Grauens und des barbarischen Angriffskriegs einfach still sein kann und in Russland lebt und arbeitet." Der Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali fügte hinzu: "Es ist richtig, dass ihm alle Titel aberkannt wurden."

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Timoschtschuk kam 2009 von Zenit Sankt Petersburg für eine Ablösesumme von elf Millionen Euro zum FC Bayern München. Nach vier Jahren verließ Timoschtschuk den deutschen Rekordmeister nach 86 Bundesligaspielen und dem Gewinn des Triples wieder Richtung Sankt Petersburg. 2017 beendete Timoschtschuk seine aktive Spielerkarriere beim kasachischen Klub Kairat Almaty.

Verwendete Quellen:

  • bild.de: Alle Ehrungen aberkannt: Klitschko-Wut auf Ex-Bayern-Star
  • dailymail.co.uk: 'I told him to f*** off': West Ham star Andriy Yarmolenko reveals bust-up with former Ukraine team-mate and close friend Anatoliy Tymoshchuk
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