• Die Erleichterung beim DFB-Team nach dem Siegen gegen Portugal ist groß.
  • Bundestrainer Löw spricht von einer tollen Moral seiner Mannschaft, Thomas Müller freut sich über den kochenden Kessel und Matchwinner Robin Gosens begeistert mit seinen offenen Worten.
  • Die Reaktionen zum Spiel.

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Bundestrainer Joachim Löw: "Es war insgesamt eine Klasse-Leistung. Tolle Einstellung, tolle Moral. Wir haben zurecht in dieser Höhe gewonnen. Es war von Anfang an viel Tempo in den Aktionen. Ich habe erwartet, dass wir die Dinge, die wir gegen Frankreich nicht so gut gemacht haben, heute besser hinbekommen. Gosens hat eine richtig gute Partie gespielt. Er hat Torgefahr ausgestrahlt. Das ist das, was wir brauchen.

So ein Spiel ist auch für den Trainer immer eine Nervenschlacht. Man weiß um die Gefährlichkeit der Portugiesen, dann geraten wir auch noch in Rückstand. Aber ich habe schon einige solcher Spiele erlebt. Das haut mich nicht um. Es war das Ziel, die Dinge in der eigenen Hand zu behalten. Mit dem Sieg sind wir im Turnier angekommen. Jetzt kommen die nächsten Aufgaben - und die sind nicht weniger schwierig."

Thomas Müller: "Die Stimmung gerade bei Länderspielen ist nicht so euphorisch. Aber wenn man so gute offensive Szenen hat, dann kocht der Kessel. Aber wir haben auch ein paar Dinge verbessert. Wir haben spielerisch und nach vorn viel Gutes gesehen. Jetzt haben wir die drei Punkte, die wir unbedingt benötigt haben. Jetzt dürfen wir nicht überdrehen, wir haben die Ungarn gesehen. Man darf so eine kleine Euphorie auch ein bissschen spüren, aber wir müssen auch sachlich bleiben. Ich denke, wir haben insgesamt eine gute Leistung gezeigt."

Robin Gosens: "Kannst mich gerne mal zwicken"

Robin Gosens: "Unwirklich fühlt es sich an. Schöner kann es nicht sein. Mehr kannst Du Dir nicht wünschen. Ich glaube, dafür hat mich der Trainer aufgestellt, dass ich meine Offensivkraft einbringe. Die Jungs haben mich gesucht, da bin ich natürlich sehr happy drüber.

Zu seiner eigenen Leistung mit einem Tor und zwei Vorlagen: "Kannst mich gerne mal zwicken, ich glaube, selbst dann glaube ich es nicht. Ist geil. Ein Tor zu schießen für die Mannschaft, ist immer etwas Besonderes. (...) Da geht mir wieder einer ab."

Zur Leistung der Mannschaft: "Jedem war klar, was auf dem Spiel steht, dass ordentlich Druck auf dem Kessel ist. Ich glaube, das haben wir mit Bravour gelöst. (...). Es war ein Spiel, das wir unbedingt gewinnen mussten. Wir haben uns heute auch mal offensiv belohnt, für das, was wir reingehauen haben."

Verbaler Konter auf Thomas Müller, der gefrotzelt hatte, dass Gosens nur 60 Minuten durchgehalten habe, weil er für einen Verein in Italien spiele: "Ich habe geantwortet: Besser 60 gute Minuten als 90 schlechte. Da hat er gelacht, damit ist das Thema durch."

Kai Havertz: "Wir können erstmal zufrieden mit der Leistung sein genau wie mit dem Sieg. Ich freue mich natürlich über das Tor, aber die kühle Art ist eher so meine Spielweise. Es war wichtig für uns, dass wir nach dem verlorenen Spiel gegen Frankreich nicht alles über den Haufen werfen, sondern bei unserer Linie bleiben. Wir vertrauen dem Trainer, wir vertrauen dem System. Deshalb sind wir froh, heute das Spiel gewonnen zu haben. Ungarn ist eine defensiv starke Mannschaft, die alles daran setzt, kein Tor zu kassieren. Bei der EM ist jeder Gegner stark."

Michael Ballack: Dürfen uns nicht zurücklehnen

Michael Ballack (Früherer DFB-Kapitän und Experte bei Magenta TV): "Die Mannschaft hat das hervorragend umgesetzt. Wir müssen sachlich bleiben und die Sache gut einordnen. Es war ein wichtiger Erfolg. Es war gut, dass Joachim Löw bei seiner Strategie geblieben ist. Heute ist es 100 Prozent aufgegangen. Da ist noch alles drin in der Gruppe, deswegen dürfen wir uns nicht zurücklehnen."

Fernando Santos (Nationaltrainer Portugal): "Es ist meine Verantwortung. Ich wollte so spielen. Wir hatten im Mittelfeld schon eine Überlegenheit, aber die Deutschen haben es geschafft, sich immer wieder aus den schwierigen Situationen zu befreien. Im Großen und Ganzen, meine Spieler haben alles versucht. Aber gegen Deutschland zu spielen, ist einfach schwierig. In der ersten Halbzeit haben sie nur zwei Fouls begangen. Wir haben in Ballbesitz Probleme gehabt. Deutschland war das bessere Team. Die Verantwortung übernehme ich."

João Moutinho: "Es ist ein Ergebnis, das wir nicht wollten. Manchmal konnten wir uns gegen die Überlegenheit von Deutschland nicht wehren, aber wir müssen die positiven Dinge aus diesem Spiel mitnehmen. Deutschland hat eine große Mannschaft, viele gute Spieler, die zwischen den Linien gespielt haben. Wir konnten uns nicht vom Druck befreien, aber dann haben wir es besser gemacht. Wir haben das 2:4 gemacht und hatten noch einen Pfostenschuss. Aber wir müssen weiterarbeiten."

Renato Sanches: "Wir hatten auch noch Torchancen, so wie sie. Es war ein Spiel zwischen zwei großen Mannschaften. Das Ergebnis spricht für sich, aber ich denke, wir hatten Chancen, noch zu verkürzen." (dpa/lh)

Wenn das Stadion zum Familientreff wird: DFB-Spieler vermissen ihre Liebsten

Bei der Corona-EM 2021 ist alles anders: Weil die Spieler wegen strenger Corona-Regen ihre Familien während des Turniers nicht sehen dürfen, wird das Stadion nun zum Familientreffpunkt. Joshua Kimmich etwa begrüßte nach dem 4:2 gegen Portugal seine Liebsten an der Tribüne. Der Kontaktverzicht fällt nicht nur dem 26-Jährigen schwer. (Foto: imago images/ActionPictures)
Teaserbild: © imago images/Laci Perenyi