Nach dem Pokal ist vor dem Pokal: Am Dienstag haben sich bereits acht Mannschaften für das Achtelfinale des DFB-Pokals qualifiziert. Am Mittwoch steigen auch der FC Bayern München und der FC Schalke 04 ins Geschehen ein. Insgesamt stehen acht Partien auf dem Programm (alle LIVE auf Sky und bei uns im Ticker). Wir sagen Ihnen, bei welchen Spielen sich das Einschalten lohnt.

1. FC Kaiserslautern - Hertha BSC

Auf dem legendären Betzenberg hoffen die Pfälzer, mit einem Sieg gegen den leicht favorisierten Bundesligisten den Negativtrend der vergangenen Wochen zu stoppen. Seit mehr als einem Monat warten die Roten Teufel nun schon auf ein Erfolgserlebnis. "Ich verstehe, dass viele Fans vom bisherigen Saisonverlauf etwas enttäuscht sind", sagt Trainer Kosta Runjaic, der erst vor rund einer Woche das Traineramt in der Pfalz übernahm.

Im "Alles-oder-Nichts-Spiel", wie Runjaic das Duell mit den Berlinern betitelt, gelte es, die Anhänger wieder hinter sich zu bringen: "Wir müssen an unser Limit gehen, uns alles abverlangen und uns mit den Zuschauern im Rücken als Einheit präsentieren." Es wäre nicht das erste Mal, dass die FCK-Fans im Fritz-Walter-Stadion einen erheblichen Anteil am Erfolg hätten.

Auch beim Gegner aus der Hauptstadt bedient man sich nach zuletzt schwachen Darbietungen altbekannter Fußball-Parolen. "Mit Schönspielerei wird man auf dem Betzenberg nicht weiterkommen", so Hertha-Trainer Jos Luhukay, der beim 1:1 in Freiburg vor allem den kämpferischen Einsatz seiner Mannschaft vermisste. Der Niederländer deutete zudem an, einigen seiner Ersatzspielern eine Chance zu geben: "Ein Pokaleinsatz ist für die Profis, die bislang wenig Einsatzzeit bekommen haben, eine tolle Gelegenheit, um sich für die Bundesliga zu empfehlen."

FC Bayern München - Hannover 96

Dirndl und Lederhosen, so weit das Auge reicht - in München ist das Oktoberfest in vollem Gange. Und ausgerechnet jetzt soll Hannover 96 in der Allianz-Arena die Sensation gelingen. Eigentlich ein aussichtsloses Unterfangen, denn "während der Wiesnzeit sind die Bayern ja schließlich unschlagbar", weiß nicht nur Thomas Müller.

Und ganz klar ist: Zeigen die Bayern eine ähnlich dominante Leistung wie gegen ZSKA Moskau (3:0) und auf Schalke (4:0), wird sich Müllers Aussage bestätigen. Den letzten etwas schwächeren Auftritt seines Teams gab es aber ausgerechnet beim 2:0-Erfolg über Hannover 96 in der Liga. "Wir haben uns in München Respekt verschafft", glaubt daher Hannover-Coach Mirko Slomka. "Vielleicht treten wir noch einen Tick mutiger und frecher auf."

Große Hoffnungen setzt der 46-Jährige dabei auf Szabolcs Huszti, der im Liga-Spiel gesperrt fehlte. "Er ist ein ganz wichtiger Spieler für die Mannschaft und für mich." Zudem hat Huszti an München gute Erinnerungen. Im November 2006 gelang ihm das Siegtor zum bisher einzigen Bundesliga-Erfolg von Hannover 96 beim FC Bayern.

Das ist allerdings schon sieben Jahre her. Und im Gegensatz zu damals befinden sich die Bayern nahe dem Höhepunkt ihrer Leistungsstärke. "Wir werden immer besser", betont auch Mittelfeldspieler Toni Kroos. Die Spieler des Rekordmeisters scheinen das "System Pep" von Spiel zu Spiel besser zu verinnerlichen. Ballbesitzfußball gepaart mit gefährlichen Aktionen in Richtung gegnerisches Tor - das erinnert stark an die glorreichen Zeiten des FC Barcelona unter dem heutigen Bayern-Coach.

Trotz aller Euphorie warnt Guardiola vor dem Match gegen Hannover, das er aufgrund des K.o.-Charakters gar als "Finale" bezeichnet: "Wir können morgen den Wettbewerb nicht gewinnen, aber ihn mit einer Niederlage schon verlieren."

SV Darmstadt 98 - FC Schalke 04

Wem die voraussichtliche Dominanz der Bayern zu langweilig ist, dem legen wir das Duell zwischen Darmstadt und Schalke ans Herz. Das klingt auf den ersten Blick zwar nach einer klaren Angelegenheit für den Favoriten aus dem Ruhrgebiet. Doch Achtung: Hier lauert echtes Sensationspotenzial! Denn während die Schalker zuletzt mit 0:4 gegen den FC Bayern untergingen, sind die Darmstädter in blendender Verfassung. 4:0 beim MSV Duisburg, 6:0 gegen Hansa Rostock – die Lilien haben sich für das "Spiel des Jahres" gegen S04 warmgeschossen. "Die Darmstädter sind natürlich sehr selbstbewusst im Moment", weiß auch Schalke-Trainer Jens Keller. "Deswegen wird es kein einfacher Weg."

Dass mit Julian Draxler und Kevin-Prince Boateng zwei wichtige Stützen ausfallen, macht die Sache für den Bundesligisten nicht einfacher. Da auch der Einsatz des momentan einzigen echten Stürmers Adam Szalai fraglich ist, trat Schalke-Ikone Gerald Asamoah die Reise mit nach Hessen an. Der 34-Jährige werde aber "sicherlich nicht von Anfang an" auflaufen, so Keller.

Beim Drittligisten, der zum Auftakt Borussia Mönchengladbach aus dem Wettbewerb kegelte, ist die Vorfreude auf den Kracher gegen den Champions-League-Teilnehmer naturgemäß riesig. Die Partie sei "das absolute mediale Highlight" der Vereinsgeschichte, erklärt Präsident Rüdiger Fritsch. Doch nicht nur Trainer Dirk Schuster weiß: "Alles andere als ein Weiterkommen von Schalke 04 wäre eine riesige Sensation."

Alle Partien vom Mittwoch in der Übersicht

1. FC Saarbrücken – SC Paderborn 07 (19:00 Uhr)

Eintracht Frankfurt – VfL Bochum (19:00 Uhr)

FSV Frankfurt – FC Ingolstadt 04 (19:00 Uhr)

1. FC Kaiserslautern – Hertha BSC (19:00 Uhr)

VfL Osnabrück – 1. FC Union Berlin (20:30 Uhr)

SV Darmstadt 98 – FC Schalke 04 (20:30 Uhr)

FC Bayern München – Hannover 96 (20:30 Uhr)

SC Freiburg – VfB Stuttgart (20:30 Uhr)