Friedrich Merz macht sich Sorgen um Polizei und Bundeswehr. Der CDU-Politiker befürchtet, Beamte und Soldaten an die AfD zu verlieren. Des Weiteren verteidigt er die in die Kritik geratene Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Diese habe "vieles richtig" gemacht. Auch Jens Spahn findet lobende Worte.

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Der CDU-Politiker Friedrich Merz warnt vor einem Abdriften von Polizisten und Soldaten hin zur rechtspopulistischen AfD. "Wir verlieren offenbar Teile der Bundeswehr an die AfD. Wir verlieren Teile der Bundespolizei an die AfD", sagte der frühere Fraktionschef im Bundestag der "Bild am Sonntag".

Um dem Trend zu begegnen, müsse die CDU eine Partei sein, die ohne Wenn und Aber hinter den Sicherheitsorganen stehe. "Nur mit eindeutigem Rückhalt aus der Politik können sie jeden politischen Extremismus erfolgreich bekämpfen."

Bei seiner Einschätzung, dass immer mehr Soldaten und Bundespolizisten zu AfD-Anhängern werden, stützt sich Merz dem Bericht zufolge auf Gespräche mit Bundestagsabgeordneten aus dem Verteidigungs- und Innenausschuss.

Auch sein privates Umfeld habe ihn auf entsprechende Missstände hingewiesen: "Ich habe nahe Verwandte und sehr viele Freunde und Bekannte, die bei der Bundeswehr und der Bundespolizei sind. Die berichten mir, wie die Stimmung dort ist, wie viele sich von ihren Dienstherren im Stich gelassen fühlen."

Merz: "Annegret Kramp-Karrenbauer macht vieles richtig"

Außerdem verteidigte Merz in dem BamS-Interview die CDU-Parteichefin. "Es wird viel zu schnell der Stab über sie gebrochen. Ich finde es auch nicht immer fair, wie über sie berichtet wird", sagte Merz. "Sie macht vieles richtig. Und sie steht vor der schwierigen Aufgabe, die CDU thematisch und personell neu aufzustellen", betonte Merz. Seinen Kontakt zu ihr bezeichnete er als "sehr gut und sehr eng".

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn hat der in die Kritik geratenen CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer den Rücken gestärkt. "Annegret Kramp-Karrenbauer hat die schwere Aufgabe gemeistert, die CDU nach einer äußerst knappen Entscheidung um den Parteivorsitz wieder zusammenzuführen", sagte Spahn der "Welt am Sonntag".

AKK habe die Sprachlosigkeit überwunden, die in den letzten drei, vier Jahren in der Partei etwa bei der Migrationsfrage geherrscht habe. "Und sie hat mit Markus Söder CDU und CSU wieder versöhnt. Das sind große Verdienste", sagte Spahn weiter.

Kramp-Karrenbauer hatte im Dezember den Parteivorsitz von Angela Merkel übernommen und sich dabei gegen Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Spahn durchgesetzt. Kritik an der Parteichefin gibt es wegen der Schlappe bei der Europawahl, schlechter Umfragewerte und des Umgangs mit dem CDU-kritischen Video des Youtubers Rezo.

Spahn räumte des Weiteren ein, die Umfragen seien nicht so, wie sich die CDU das wünsche. Positiv sei aber, dass man in der Partei wieder "offener Debatten" führe.

Union in Umfrage wieder stärkste Kraft

Einer neuen Emnid-Umfrage zufolge ist die CDU/CSU wieder stärkste politische Kraft und hat die Grünen auf Platz zwei verdrängt. Im Emnid-Sonntagstrend für die "Bild am Sonntag" legt die Union um zwei Punkte auf 27 Prozent zu, während die Grünen um zwei Punkte auf 25 Prozent zurückfallen.

Die AfD ist mit 14 Prozent (+1) drittstärkste Kraft. Die SPD verharrt bei 12 Prozent, die Linke bei 8 Prozent. Die FDP gewinnt einen Punkt hinzu auf 7 Prozent.

Auch in dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer hat die Union mit 27 Prozent knapp die Nase vorn vor den Grünen mit 26 Prozent. Anders das am Samstag veröffentlichte Forsa-Trendbarometer von RTL und n-tv: Hier kommen die Grünen wie in der Vorwoche auf 27 Prozent, die Union bleibt bei 24 Prozent. (jwo/dpa)

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