Manchmal kommen sie wieder. Sarah Knappik und Manni Ludolf waren eigentlich schon raus im "Kampf der Realitystars". Am Mittwochabend kauft sich aber einer der beiden zurück in die Show. Eine andere arbeitet dagegen mit ihren zeigefreudigen Mittelfingern selbst an ihrem Rauswurf.

Eine Kritik
Diese Kritik stellt die Sicht von Christian Vock dar. Informieren Sie sich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.

Wumms, da war's passiert. In der vergangenen Folge wählten die Realitystar-Kämpfer Sarah Knappik aus der Show. Dabei hatte die 36-Jährige doch noch so viel vor, wollte ihre Kolleginnen und Kollegen und den Zuschauenden an ihrer Wandlung zur Knappik 2.0 teilhaben lassen. Aber RTLZWEI weiß natürlich, wie man Trash-TV macht, und unterbreitet ihr und dem ebenfalls ausgeschiedenen Manni Ludolf ein Angebot: Wer auf einen größeren Teil seiner Gage verzichtet als der andere, darf wieder mitspielen.

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Dass der Sender so ein bisschen Geld spart, ist natürlich ein netter Mitnahmeeffekt. Der Hauptgrund aber ist, dass so eine spontane Regeländerung genauso für Missmut bei den verbliebenen Kandidaten sorgt, wie der Umstand, dass ein Mitspieler, den man eigentlich schon abgehakt hatte, wieder dabei ist. Die Kombination von beidem lässt die Realitystar-Herzchen schon pochen, die Tatsache, dass ausgerechnet die Knappik zurückkehrt, sorgt für noch mehr Unmut – denn genau so kommt es.

Manni Ludolf macht nämlich beim Gage-Wettbieten eine kleine Show in der Show. Der Schrotthändler bietet verdeckt einen Euro, denn "Ich wollte mal gucken, wie viel ihr das wert ist." Knappik überlegt, will eigentlich wieder zurück, ahnt aber den Haken an der Sache: "Wenn ich wieder reingehe, dann kann mir das halt wieder passieren, weil so viele Leute gegen mich sind." Doch Knappik will es riskieren, sieht sie ihren Abschied doch nicht so würdevoll, wie sie ihn eigentlich verdient hätte.

Sarah Knappik: "Was ist mit euch, nicht ganz sauber in der Birne?"

"Manni, ich geb' 8.000 Euro von meiner Gage", macht Knappik dem Sender ihr Angebot und bricht in Tränen aus, als sie das Angebot Ludolfs erfährt. "Sie hätte ja auch 1,50 Euro bezahlen können, dann wär sie da drüber", fasst Ludolf im Einzelinterview das Ergebnis nüchtern zusammen und erklärt seinen niedrigen Einsatz so: "Ich bin ja nicht blöd." Sarah Knappik interpretiert Ludolfs Gebot allerdings anders: "Mit dem Euro hat er mir gezeigt, dass er mich lieb hat."

Wie auch immer, Knappik darf zurück und der Off-Sprecher schafft mit seinem ironisch-sarkastischen Kommentar die nötige Fallhöhe für das Kommende: "Und nun liebe Sarah, koste diesen Augenblick aus, feiere deine würdevolle Heimkehr, gönn dir das Bad in der Menge, den frenetischen Jubel und die Standing Ovations." Und Knappiks Rückkehr mit der Sektflasche in der Hand verfehlt nicht ihre Wirkung bei der Gruppe. "Ich dachte im ersten Moment, ob mein Wein schlecht gewesen ist", gibt Matthias Mangiapane zu Protokoll.

"Alter, ich bin Sarah K.! Ihr könnt mich doch nicht aus der Sendung rauswählen! Was ist mit euch, nicht ganz sauber in der Birne?", wirbt Knappik beim Rest für ihr Comeback, doch manche sehen die Sache ein bisschen anders. "Sarah ist ja zurückgekommen mit der absolut selben attitude. Sie hat direkt wieder alles falsch gemacht", glaubt Emmy Russ und Paul Janke meint: "Wenn mich jetzt acht Leute nominieren und ich hier eigentlich nur Stress hab', mit jedem diskutier jeden Tag, dann würde ich nicht mal einen Euro nehmen. Dann hat sich das auserzählt. Dann bin ich hier falsch."

Nico Patschinsky, Sascha Sirtl und Peggy Jerofke neu dabei

Giulia Siegel geht noch einen Schritt weiter in ihrem Urteil und sieht in Knappiks gekauftem Comeback sogar einen Pakt mit dem Teufel: "Sie hat ihre Seele an 'Kampf der Realitystars' verkauft." Da hätte der Teufel tatsächlich ein echtes Schnäppchen gemacht, RTLZWEI sowieso. Doch Knappik kann bei ihrer Image-Rettungsaktion die Gesamtsituation wahrscheinlich nur erahnen.

Denn das Angebot des Senders an sich, Ludolfs geschickter Schachzug, der sarkastische Kommentar des Off-Sprechers, das Zurückschleichen mit der Sektflasche in der Hand, der Tatendrang des Schnitts und die Reaktion manches Kandidaten – Knappiks Außenwirkung ist bereits jetzt so dürftig, da wird ein Rebranding eine Mammut-Aufgabe für sie. Immerhin Bernd Kieckhäben sieht etwas Positives: "Die Sarah ist wirklich die Einzigste, die ein Comeback in einer Comeback-Show feiert."

Knappik versucht nun im Folgenden etwas unbeholfen wieder Anschluss zu finden, doch zum Glück ist Knappiks Comeback im Comeback nicht das Einzige, auf das RTLZWEI in Folge fünf setzt. Mit dem "Big Brother"-Gewinner der 5. Staffel, Sascha Sirtl, dem ehemaligen Fußballprofi Nico Patschinski und "Goodbye Deutschland"-Teilnehmerin Peggy Jerofke werden gleich drei Neuankömmlinge in die Sala gesteckt.

Emmy Russ zeigt Mittelfinger – darf aber bleiben

Und sonst so? Einer Zuschauer-Umfrage zufolge ist Giulia Siegel auserzählt, die Produktion arrangiert ein Torten-ins-Gesicht-Spielchen und die darauffolgende Strafe in Form einer Aneinanderkettung, Giulia Siegel hat ein emotionales Hängerchen und der Schnitt friemelt verzweifelt und gegen den Willen von Paul Janke eine etwas dröge Lovestory zwischen ihm und Eva Benetatou zusammen.

Beim Safety-Spiel rettet sich Daniel Schmidt, Emmy Russ hingegen reitet sich stramm auf die Nominierungsliste. Zuerst zeigt sie den drei Neuankömmlingen wegen deren Nominierung für ein Spiel im Affekt den doppelten Effenberg, was Peggy Jerofke, die diesmal jemanden rausschmeißen darf, so einschätzt: "Das war dumm." Dann legt sich Russ mit Matthias Mangiapane an. "Dafür wird er bezahlen müssen", echauffiert sich Russ darüber, dass Mangiapane sie im Safety-Spiel rauswählt, obwohl sie ihn zuvor verschont hat.

Rein theoretisch haben diesmal also Sarah Knappik und Emmy Russ die höchsten Chancen, von der Konkurrenz aus der Show gewählt zu werden. Doch weil die Mehrheit der Kandidaten Knappik eine zweite Chance geben will und die drei Neuen Russ aus taktischen Gründen nicht wählen, trifft es auch diesmal wieder zwei völlig Unbeteiligte. Percival Duke und Giulia Siegel müssen diesmal die Sala verlassen und dürfen nicht mehr zurück – auch nicht für einen Euro.

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