• Heidi Klum meldet sich am Donnerstagabend aus der GNTM-Pause zurück.
  • Bevor wieder losgestöckelt wird, wehrt sie sich allerdings erst einmal mit einem kurzen Statement gegen Kritik an ihrer Show.
  • Danach lernt man in Folge eins, wie man als Fisch läuft, wie man ein Kleid mit der richtigen Lautstärke trägt und warum Heidi Klum keine Pokémon-Entwicklung ist.
Eine Kritik
Diese Kritik stellt die Sicht von Christian Vock dar. Informieren Sie sich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.

So, das Warten hat ein Ende. "Germany's next Topmodel" ist wieder da und endlich bekommen wir Antworten auf die wichtigsten Fragen des Jahres: Nein, nicht wer "Germany's next Topmodel wird". Das interessiert ja nun wirklich niemanden und darum geht's in der Show doch auch gar nicht.

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Nein, es geht um Fragen wie: Wie oft sagt die Klum "Weißt du, was ich meine?" Schafft die Klum es wieder, ihren Mann, den Schwager und die Tochter in die Show einzubinden? Welcher ist diesmal der unnötig schwierige Walk und kommt das Umstyling wieder so überraschend wie jedes Jahr?

Doch bevor es Antworten auf diese Fragen gibt, bekommen wir erst einmal eine Antwort auf eine Frage, die wir gar nicht gestellt haben: Was sagt Heidi Klum eigentlich zur Kritik an ihrer Show? Dafür hat die Klum ein Statement vorbereitet, in dem sie eine negative Schlagzeile nach der anderen abarbeitet und sich rechtfertigt.

Die wichtigsten Aussagen Klums in Kürze: Die Kandidatinnen müssen bei GNTM nicht hungern, ihnen werden nicht die Fußsohlen vor einem Walk eingecremt, Heidi Klum hat kein Interesse an Verletzungen der Kandidatinnen, Diversity liegt der Klum am Herzen, es wird nicht manipuliert, wer stolpert, und ohnehin: "Bei 'Germany‘s next Topmodel' ist alles echt."

Kandidatin Cassy: "Egal, wo ich hingehe, will ich auffallen"

Nun ja, das lassen wir jetzt erst einmal alles so stehen. Die Klum jedenfalls meint, sie sei immer noch auf der Suche "nach einem Model mit dem gewissen Etwas". Nun kann man über Heidi Klum sagen, was man will, aber dumm ist sie nicht.

Denn nach jemandem zu suchen, der "das gewisse Etwas" hat, bietet unendlich viel Spielraum für eine Entscheidung und keinerlei Spielraum für Kritik. Nachprüfbare Kriterien gibt es keine, wenn jemand wegen einer Entscheidung mault, kann man immer auf das fehlende "gewisse Etwas" verweisen, was auch immer das sein soll. Klum hätte auch einfach sagen können: Wer gewinnt, bestimme ich. Clever, die Klum.

Aber vielleicht hat ja Kandidatin Cassy dieses "gewisse Etwas". Die hat schließlich so einiges, wie sie am Donnerstagabend erzählt: "Ich hab Flugangst, ich hab Höhenangst, ich hab Platzangst, Spinnen-Phobie – alles, was man sich nicht wünscht, hab ich."

Cassy hat noch etwas, nämlich ein klares Ziel: "Egal, wo ich hingehe, will ich auffallen." Also ganz vernünftig, dass sie sich nicht als Geheimagentin beworben hat, sondern bei GNTM. Da braucht man Leute, die auffallen. Oder "Leute mit Personality", wie die Klum es ausdrücken würde. Meint aber dasselbe.

Auffallen sollte Cassy also hinbekommen, Katherine hingegen greift nach den Sternen. "Für mich ist Heidi Klum das Höchste, was man erreichen kann." Okay, nach so einem Satz muss man sich erst einmal sammeln.

Zunächst einmal: Heidi Klum ist nichts, was man erreichen kann. So wie einen grünen Gürtel im Judo oder eine Entwicklungsstufe bei Pokémon. Auch wenn das eine witzige Vorstellung wäre. Aber vielleicht hat die Klum in diesem Punkt ja selbst für Verwirrung gesorgt, wenn sie stets betont: "Nur eine kann 'Germany's next Topmodel' werden." Denn wir wissen ja: "Germany's Topmodel" ist nur eine: Heidi Klum. Danach wird's dünn.

"Germany's next Topmodel": Fashionshow mit Peter Dundas

Es wäre also ratsam für Katherine, erstmal kleinere Brötchen zu backen. So wie Kollegin Elsa zum Beispiel: "Ich wollt schon immer nach Los Angeles", wünscht sich die junge Frau aus Niederösterreich und schwups wird ihr Wunsch erfüllt. Die Klum lädt ihre neuen Kandidatinnen nämlich direkt zu sich nach Los Angeles ein. Das freut Elsa, für Klum entfällt damit die Tingelei durch deutsche Multifunktionshallen.

7.211 Bewerbungen und Videos habe Klum gesichtet und daraus 35 Model-Azubis für die Reise nach Kalifornien ausgewählt. Der erste Schwung Kandidatinnen kommt allerdings etwas früher an als der Rest. Deswegen ist es ja auch der erste Schwung und die anderen sind der Rest.

Aber wir verzetteln uns. Jedenfalls trifft man sich in Kalifornien nicht in irgendeiner Trinkhalle oder am Autoscooter, nein, die Klum hat "eine ganze Filmstadt für den Auftakt organisiert". Die braucht es offenbar auch, denn natürlich hat sie wie immer Großes vor: eine Fashionshow.

Und für die hat sie selbstverständlich nicht irgendjemanden organisiert, sondern einen Hochkaräter. Der stellt sich höflicherweise erst einmal vor: "Mein Name ist Peter Dundas und ich bin Modedesigner. Ich habe eine Firma, die wie mein Nachname heißt: 'Dundas'."

Mensch, was für ein krasser Zufall! Da hat Herr Dundas aber echt Glück gehabt. Jedenfalls ist Herr Dundas, wie Klum erzählt, "aus der Fashionbranche nicht mehr wegzudenken", hat schon Klamotten für Kim Kardashian, Michelle Obama, Shakira oder Beyoncé gemacht. Trotzdem hängt er jetzt bei GNTM ab, der arme Kerl.

Das Kleid ist zu laut für Elisabeth

Aber keine Zeit für Mitleid, denn die Fashionshow beginnt gleich und hier gibt Peter Dundas seinen Modelneuerwerbungen vorab ein paar Anweisungen: "Lauf wie ein Junge!" zum Beispiel oder: "Du bist ein Barrakuda!"

Das irritiert dann doch ein bisschen. Warum soll die Kandidatin wie ein Fisch laufen? Wie läuft überhaupt ein Fisch? Und wie lange hält er das durch? Macht er nicht den ganzen Laufsteg nass und ist das fair den anderen gegenüber, die nach ihm laufen müssen? Hat die Klum nicht gesagt, sie habe kein Interesse an Verletzungen der Kandidatinnen? Dann sollte sie jetzt mal schnell ein Machtwort sprechen.

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Aber die Klum bekommt davon nichts mit und so geht er auch schon los, der erste Walk. Hier strauchelt die eine oder andere mit ihren High Heels, lebensverändernde Verletzungen gibt es aber erst einmal nicht.

Dafür aber messerscharfe Kritik von Heidi Klum, zum Beispiel an Kandidatin Elisabeth: "Es ist ein so starkes Kleid, auch ein lautes Kleid", findet Klum, aber eben auch, dass Elisabeth dieser Lautstärke nicht gerecht geworden ist. Findet Elisabeth auch und bittet vielmals um Entschuldigung: "Es tut mir auch so leid, dass ich diesem wunderschönen Kleid nicht diesen Walk geben konnte, den es eigentlich verdient hätte."

Das ist sehr höflich und auch einfühlsam, aber man ist sich fast sicher, dass, wenn das Kleid erst einmal eine Nacht darüber geschlafen hat, es Elisabeth verzeihen wird. Verzeihen kann die Klum wahrscheinlich auch, ein Foto bekommt Elisabeth aber trotzdem nicht und kann nun zusammen mit Indira, Ana und Alisa auf dem Rückflug üben, wie man die nötige Lautstärke aus einem Kleid herausholt.

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