Eigentlich soll es in "Daniela Katzenberger mit Lucas Cordalis im Babyglück" um den Nachwuchs des Promipaares gehen. Doch nach Folge drei fragt man sich unweigerlich: Was bekommen die beiden eigentlich – ein Baby oder eine Schrankwand?

"Der neunte Monat ist der schlimmste", sagt Daniela Katzenberger gleich zu Beginn der dritten Folge ihrer Doku-Soap. Und schon möchte man ihr herzhaft widersprechen, denn das heißt auch: Bald ist es geschafft, der Drops gelutscht, das Baby geflutscht und man entkommt diesem schnarchnasigen Fernsehschlafmittel in rosa und pink namens "Daniela Katzenberger mit Lucas Cordalis im Babyglück".

Es hat in den vergangenen Jahren schon viele Doku-Soaps von prominenten und weniger prominenten Menschen gegeben. So ereignislos wie dieses Machwerk von RTL II, das mittlerweile in Folge drei geht, waren aber die wenigsten. Hier einige Beispiele, wahllos aus einer Stunde Sendezeit herausgepickt: Daniela Katzenberger und Lucas Cordalis essen ein Käsebrot. Es schmeckt gut. Oder: Die beiden wählen eine Alarmanlage für das neue Zuhause aus. Die piept laut. Und zuletzt: Die Elternqualitäten an einer elektronischen Puppe erproben. Als Zuschauer fragt man sich unweigerlich: Ist das nicht ein bisschen spät? Neun Monate, um genau zu sein?

Jedes Klischee wird erfüllt

Den Rest der Zeit gibt es eine muntere Aneinanderreihung von Klischees über Schwangere. Und Daniela Katzenberger gibt sich Mühe, alle zu erfüllen. Nummer eins: Mit werdenden Müttern gehen die Hormone durch. Also wird sich wegen Bagatellen gestritten. Zum Beispiel über Bücher im Wohnzimmer. Ach, Gottchen! Und da zu einer Klischee-Mama auch ein Klischee-Papa gehört, beendet Lucas Cordalis den Disput, indem er einfach das Zimmer verlässt.

Nummer zwei: Schwangere bewegen sich wie Walfische. Also gibt sich die Katze alle Mühe, unbeholfen über diverse Möbel zu rollen. Und schließlich Nummer drei: Wer ein Kind bekommt, hat immer Hunger. Also futtert Daniela Katzenberger in der dritten Folge durchgehend. Pizzen, Schnittchen, Gebäck, Kuchen: Ihr Mund ist im Prinzip nie leer.

Aber vielleicht ist das gar nicht das Ziel der Sendung. Es geht hier gar nicht um ein junges Promipaar, dass sich auf ein neues Leben vorbereitet. Ist Ihnen etwas aufgefallen? Zum Beispiel die vielen, vielen Umzugshelfer, auf deren Kleidung ganz subtil "Poco" steht? Einer nach dem anderen geht durchs Bild. In der Hand einen Umzugskarton, auf dem der gleiche Schriftzug prangt. Gefühlte 437 Mal! Während selbst das Logo der lokalen Pizzeria auf dem Karton verpixelt wird.

Schleppen wir Daniela Katzenbergs Schminke. Für umme!

Rein zufällig ist Daniela Katzenberger das Testimonial für den Möbel-Discounter. Vollkommen unbeabsichtigt. Die freundlichen Mitarbeiter von Poco haben sich bestimmt gedacht: Es ist nicht schlimm genug, dass wir uns jeden Tag bei der Arbeit die Werbebanner von Daniela Katzenberger anschauen müssen. Lasst uns doch in unserer Freizeit ihren Umzug erledigen und kistenweise Schminke schleppen! Für umme! Das wäre doch super!

Einen Vorteil gegenüber dem Zuschauer haben sie dabei aber auf jeden Fall: Wer Kisten schleppt, kann nicht Fernsehen schauen. Und das hat man sich selten so sehr gewünscht wie in diesen sechzig Minuten.