Hertha kann den Punktgewinn von München im ersten Heimspiel nicht vergolden. Die größten Aufreger der Partie gab es gleich zum Start. Ein Wolfsburger Holländer nutzte die Chance - wie schon vor sechs Monaten.

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Wout Weghorst hat es wieder getan - und diesmal dem neuen Hertha-Chefcoach Ante Covic das Heim-Debüt kräftig vermasselt. Der 27 Jahre alte Niederländer (9. Minute/Foulelfmeter) sorgte gemeinsam mit dem eingewechselten Josip Brekalo (82.) und Jerome Roussillon (90.) am 2. Spieltag der neuen Bundesliga-Saison für den 3:0 (1:0)-Sieg des VfL Wolfsburg bei Hertha BSC. Im Februar diesen Jahres hatte Weghorst mit dem einzigen und entscheidenden Treffer den Wolfsburger Auswärtssieg in der Vorsaison der Fußball-Bundesliga perfekt gemacht.

Mit dem zweiten Erfolg in der aktuellen Spielzeit nach dem 2:1-Auftakt gegen den 1. FC Köln ist Wolfsburg mit dem neuen Cheftrainer Oliver Glasner einer der fünf verlustpunktfreien Vereine der Liga und ordnet sich auf dem vierten Tabellenplatz ein. Trotz mehr Ballbesitz und tollen Kombinationen in Halbzeit eins verpasste es dagegen die Hertha, am Sonntag das vielbeachtete 2:2 vom Saisonstart beim FC Bayern zu veredeln.

Aufreger nach 18 Sekunden

Vor 42 738 Zuschauern - darunter auch Ex-Trainer Pal Dardai - schafften es die Gastgeber nicht mehr, die robusten und zweikampfstärkeren Wolfsburger zu überwinden. Seit dem Wiederaufstieg 2013 hatte Hertha zuvor keinen Heim-Auftakt verloren. Mit einem Zähler stehen die Berliner auf Tabellenplatz elf.

Gleich nachdem die Hertha-Fans die Rückkehr von Covic - jetzt als Trainer - ins Olympiastadion gefeiert hatten, gab es die ersten großen Aufreger. Nach nur 18 Sekunden zeigte Schiedsrichter Guido Winkmann nach einer Aktion von Joshua Guilavogui gegen Ondrej Duda auf den Elfmeterpunkt, sah sich die Aktion auf Hinweis von Video-Assistent Günter Perl aus Köln aber noch einmal an und nahm den Strafstoß nach mehr als zwei Minuten zurück.

Auf der Gegenseite überprüfte Winkmann seine Elfmeter-Entscheidung nicht mehr, obwohl auch die Attacke von Karim Rekik gegen Felix Klaus kein glasklares Foul war. Der Niederländer Weghorst verwandelte sicher. Die "sehr große Vorfreude" bei Covic war schnell vorbei.

Gäste setzen Nadelstiche

Die Berliner Profis zeigten im Abschnitt eins den von ihrem neuen Trainer geforderten mutigen Offensivfußball, ließen Ball und Gegner laufen, auch wenn nicht alles gelang. Routinier Salomon Kalou hätte früh ausgleichen können. Doch der Kopfball des 34 Jahren alten Ivorers, der im Vergleich zum vielbeachteten 2:2 des Hauptstadtclubs zum Saisonstart beim FC Bayern neu in die Berliner Startelf gerückt war, strich knapp am VfL-Tor vorbei (12.). Kurz danach traf Kalou den Ball in aussichtsreicher Position nicht richtig.

Die Gäste vertrauten nach der frühen Führung vor allem ihrer kompakten Defensive mit dem starken Franzosen Guilavogui als zentralen Prellbock. Der 28-Jährige brachte in letzter Sekunde bei einem Schuss von Marco Grujic noch den Fuß dazwischen, nachdem kurz zuvor Torwart Koen Casteels bei einem fulminanten Versuch des Liverpool-Leihspielers schon hervorragend reagiert hatte.

Roussillon macht alles klar

Covic war zu dem Zeitpunkt schon längst Dauergast an der Außenlinie seiner Coaching-Zone. "Ich darf das in beiden Funktionen erleben, so viele schaffen das nicht", sagte der frühere Hertha-Profi zur Stimmung im nur reichlich halbvollen Olympiastadion.

"Wichtig ist, dass wir einen Plan B in der Tasche haben", hatte Covic gesagt und schickte in Halbzeit zwei Davie Selke und den erst 18 Jahre alten Neuzugang Daishawn Redan auf das Feld. Und der junge Niederländer verzog gleich bei seiner ersten Aktion nur knapp (72.). Auf der anderen Seite macht der Kroate Brekalo alles klar, Roussillon erhöhte sogar auf 3:0. Hertha hat nun die jüngsten fünf Aufeinandertreffen mit dem VfL nicht gewonnen.  © dpa

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