Diese Freiheit räumt der FC Bayern München nicht jedem ein: Das 19-jährige Sturmtalent Jann-Fiete Arp darf offenbar selbst entscheiden, ob er bereits im kommenden Sommer oder erst in der darauffolgenden Saison zum deutschen Rekordmeister wechselt.

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Als 17-Jähriger wurde Jann-Fiete Arp in der Saison 2017/18 plötzlich zum großen Hoffnungsträger auf dem sinkenden Schiff Hamburger SV. Jung und unbekümmert führte sich der Junioren-Nationalspieler in der Bundesliga ein.

Arps Auftritte fielen sofort auf, und niemand Geringerer als der FC Bayern München biss schließlich an und nahm Arp im Sommer 2018 unter Vertrag. Die Ablösesumme soll bei drei Millionen Euro liegen.

Die Bayern gestanden dem U19-Nationalspieler nach dem Abstieg mit den Hamburgern ein Jahr der Weiterentwicklung zu, nachdem Arp in der Bundesliga 18-mal zum Einsatz gekommen war - fünfmal über die volle Distanz - und zwei Tore geschossen hatte.

Die Bayern parkten Arp beim HSV

Der Rekordmeister bot dem jungen Stürmer an, ihn nach Hoffenheim zu verleihen. Arp aber hielt dem HSV die Treue.

Offen blieb daraufhin, wann Arp tatsächlich an die Isar wechseln würde. Angeblich darf Arp den Zeitpunkt seines Dienstantritts selbst auswählen. Die "Sport Bild" vermutet aber, Arp verstärke die Münchner schon ab der kommenden Saison 2019/20.

Der frühere HSV-Investor Klaus-Michael Kühne (81) hatte den Transfer zuletzt massiv kritisiert. "Ich halte es für eine krasse Fehlentscheidung, ein Talent schon wieder an den 'Bayern-Feind' zu verkaufen, der nichts Besseres tun kann, als anderen Bundesliga-Vereinen die besten Spieler und Talente zu Höchstpreisen abzunehmen", sagte Kühne der "Sport Bild". Laut Kühne führt die Transferstrategie der Bayern zu einer "vollkommenen Verzerrung des Wettbewerbs im deutschen Profifußball".

Der HSV bangt um den Wiederaufstieg

Die aktuelle Saison verläuft für den künftigen Bayern allerdings enttäuschend. Von bislang möglichen 2.520 Minuten bestritt Arp nur 382. Ein Tor konnte Arp bisher auch nicht bejubeln.

"Fiete Arp hatte sicher andere Ziele für die laufende Saison", sagte Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic der "Sport Bild". "Allerdings ist es nicht ungewöhnlich, dass junge Spieler, auch die talentiertesten, sich nicht konstant entwickeln. Fiete wird die richtigen Schlüsse daraus ziehen, er wird noch härter daran arbeiten, die nächsten Entwicklungsschritte zu meistern."

Der Absteiger Hamburger SV steht nach 28 Spieltagen der 2. Bundesliga noch auf einem direkten Aufstiegsplatz zur Bundesliga. Die Hanseaten aber sind seit drei Spielen sieglos, verloren zuletzt mit 1:2 daheim gegen Zweitliga-Neuling 1. FC Magdeburg.

Vor dem Gipfeltreffen mit Tabellenführer und Mit-Absteiger 1. FC Köln beträgt der Vorsprung der Hamburger auf Relegationsplatz und den 1. FC Union Berlin nur noch drei Punkte. (hau/AFP)

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