• Borussia Dortmund hat eine turbulente erste Halbserie hinter sich.
  • Aber wie haben sich die einzelnen Mannschaftsteile geschlagen? Ein Fazit.
  • In diesem Teil: Die Torhüter.
Eine Analyse
Dieser Text enthält eine Einordnung aktueller Ereignisse, in die neben Daten und Fakten auch die Einschätzungen von Stefan Rommel sowie ggf. von Expertinnen oder Experten einfließen. Informieren Sie sich über die verschiedenen journalistischen Textarten.

26 Gegentore hat Borussia Dortmund in den 17 Spielen der Hinrunde kassiert, für eine Spitzenmannschaft sind das deutlich zu viele. Als letzte Instanz der Defensive stehen die Torhüter besonders im Fokus und oft genug auch in der Kritik. Beim BVB fällt der Torwart-Tadel in dieser Saison bisher aber sehr gering aus: Im Tor hat die Borussia ihre Dauer-Baustelle nach Jahren endlich geschlossen.

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Mit Gregor Kobel hat Dortmund jedenfalls einen richtig guten Griff getan. Kobel ist schon ziemlich weit in seiner Entwicklung, aber auch noch bereit und aufnahmefähig für neue Erfahrungen. Die fehlen dem Schweizer bisher noch im internationalen Vergleich, weder in seinen vorherigen Klubs noch in der Nationalmannschaft hat der 24-Jährige bisher gegen internationale Topgegner lernen können. Und wie anders diese Spiele sein können, hat Kobel in der Champions League schon erfahren müssen. In sechs Spielen kassierte er da elf Gegentore, im Schnitt also noch mehr als in der Liga.

Auf der anderen Seite hat der BVB nun einen Torhüter, der sich auch verbal bemerkbar macht, der sich einmischt, kommuniziert, seine Mitspieler auch mal zur Räson ruft. Und der selbst mit Topleistungen vorausgeht. Fehler wie beim Remis in Bochum, als Kobel mit seinem übermotivierten Herauslaufen einen Elfmeter verschuldete, sind bisher rare Ausnahmen und kratzen nicht am Status des Schweizers.

Kobel wurde damit in Dortmund sofort zur Nummer eins, verdrängte seine Landsleute Marwin Hitz und Roman Bürki auf die Bank beziehungsweise auf die Tribüne.

Hitz solide, Bürki Zuschauer, Unbehaun verletzt

Bürki sitzt im Grunde nur noch seinen Vertrag aus und wartet wie der Klub auch auf ein entsprechendes Angebot für einen Vereinswechsel. Hitz sprang dreimal für Kobel ein, beim 2:0-Sieg im Pokal gegen Ingolstadt sowie in der Liga eine Halbzeit lang gegen Bielefeld (3:1) und zuletzt bei der Niederlage in Berlin (2:3). Hitz bleibt eine zuverlässige Nummer zwei - mehr aber auch nicht bei den Ansprüchen des BVB.

Und Luca Unbehaun, nominell die Nummer drei in dieser Saison, spielte zunächst bei der zweiten Mannschaft in der 3. Liga, verletzte sich dann aber am Syndesmoseband und fällt nun schon seit Wochen wegen einer Handverletzung aus. Die Nummer vier Stefan Drljaca ist bei den Profis nur im absoluten Notfall vorgesehen.

15 Millionen Euro Ablöse hat Kobel gekostet und nach einer halben Saison lässt sich konstatieren: Das ist gut angelegtes Geld. Die Torhüter-Hierarchie der Borussia hat sich jedenfalls komplett gewandelt. Eine Konstante aber bleibt: Auch in der siebten Saison in Folge wird in Dortmund das Tor von einem Schweizer gehütet.

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