Der New Yorker Milliardär Donald Trump hat die US-amerikanische Präsidentschaftswahl gewonnen und zieht ins Weiße Haus ein. Bemerkenswert daran ist, dass der 70-Jährige letztlich auf breiter Front gewonnen hat. Ein klares Signal.

Donald Trump wird US-Präsident: Aktuelle News und Reaktionen im Live-Ticker

Der Wunsch nach einem politischem Wandel scheint in den USA stärker zu sein als angenommen. Denn dieser Wahlausgang ist ein klares Signal aus weiten Teilen der Bevölkerung.

WAHL 2016: Donald Trump neuer Präsident der USA Was denken Sie über das Wahl-Ergebnis?
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Donald Trump ist am Ziel angekommen. Er wird zumindest in den kommenden vier Jahren die Geschicke der Vereinigten Staaten von Amerika lenken.

Dabei hat er durch alle Wählergruppe hindurch punkten können – selbst bei weißen Frauen, auch wenn Hillary Clinton hier unter dem Strich gewonnen hat.

Weibliche Wähler haben sich jedoch nicht in dem Maße von Donald Trump abgewandt, wie es zwischenzeitlich vorhergesagt wurde. Und das trotz Trumps sexistischer Äußerungen während des Wahlkampfes. Zudem hat er überraschend viele "Swing States", also Bundesstaaten ohne klare Tendenz, für sich gewinnen können.

Donald Trump holt viele wichtige Swing States

Allen Vorhersagen zum Trotz hat der Immobilien-Mogul bedeutende Bundesstaaten wie Florida, Ohio oder North Carolina gewinnen können. Auch in Pennsylvania, das lange Zeit ein sehr enges Kopf-an-Kopf-Rennen mit seiner demokratischen Kontrahentin zeigte, hatte Trump am Ende die Nase vorn.

Donald Trump gewinnt die US-Wahl. Das sagen die Medien zum Ausgang.

Selbst Wisconsin, das zuletzt in den 1980er-Jahren republikanisch gewählt hat, entschied er für sich. Dort hatte Clinton nach den Vorwahlen keinen Wahlkampf mehr bestritten. Diese Chance hat Trump für sich genutzt.

Rund 219 Millionen Amerikaner waren wahlberechtigt, viele haben mit ihrem Votum für Trump ein Zeichen gesetzt. Eine schallende Ohrfeige für das politische Establishment, von dem sich viele nicht aufgefangen und gleichzeitig hintergangen fühlen.

Noch in den Tagen vor der Wahl zeigten deshalb Umfragen innerhalb der US-amerikanischen Bevölkerung, dass Trump als der glaubwürdigere und ehrlichere der beiden Kandidaten angesehen wird. Das dürfte nicht zuletzt den FBI-Ermittlungen gegen Clinton geschuldet sein.

Donald Trumps Strategie ist aufgegangen

Prof. Thomas Jäger, Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Politik und Außenpolitik in Köln, hatte bereits im Vorfeld in einem Gespräch mit unserer Redaktion erklärt: "Es wird besonders beobachtet, wie groß die Zahl der bisherigen Nichtwähler unter der weißen Bevölkerung ist, die Trump dazu bringt, wählen zu gehen – und ob es ihm gelingt, weiße Frauen aus der Mittelschicht zu gewinnen. Schafft er beides, kann seine Strategie aufgehen."

Und genau das hat Trump geschafft. Auch war die Wahlbeteiligung im Vergleich zu vorherigen Wahlen hoch.

Laut dem Fernsehsender NBC kommt Trump unter konservativen Frauen auf eine Unterstützung von 78 Prozent. Laut der "Washington Post" haben strenggläubige Christen in einem Maß für den Milliardär gestimmt, wie seit 2004 nicht mehr für die Republikaner

Auch bei den ethnischen Minderheiten, deren Stimmen Clinton gebraucht hätte, um Trumps Vorsprung noch einzuholen, konnte die Demokratin nicht genug punkten.

Trump proklamiert den amerikanischen Traum

In seiner ersten Rede zur Nation hat Donald Trump die Amerikaner darauf eingeschworen, dass es nun notwendig sei, das Land wieder zu vereinen und den hart arbeitenden Männern und Frauen eine bessere Perspektive zu geben.

Er versprach, Millionen Amerikaner wieder in Lohn und Brot zu bringen, das Wachstum der USA zu verdoppeln und den Erfolg zurück in die Vereinigten Staaten zu holen.

Dabei betonte Trump, Amerikas Interessen hätten bei allen Entscheidungen ab sofort wieder höchste Priorität. Er zeigte sich nach dem hässlichen Wahlkampf versöhnlich und versprach, der Präsident aller Amerikaner zu sein.

Am 20. Januar 2017 zieht Trump als 45. Präsident ins Weiße Haus ein. Dabei hat er bei politischen Entscheidungen im Vergleich zum noch amtierenden Präsidenten Barack Obama einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Der New Yorker kann beim Regieren auf die Mehrheit der Republikaner im US-Kongress setzen. Somit ist es ihm leichter möglich, seine Ziele umzusetzen.