Die Reaktionen auf den erneuten Sieg des Oppositionskandidaten Ekrem Imamoglu bei der Bürgermeisterwahl in Istanbul machen deutlich: Diese Abstimmung war mehr als eine gewöhnliche Kommunalwahl. Quer durch die Parteienlandschaft sind sich deutsche Politiker einig, dass das Ergebnis ein Erfolg für die Demokratie und ein herber Schlag für Präsident Recep Tayyip Erdogan und dessen Partei AKP ist.

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Ekrem Imamoglu hat Recep Tayyip Erdogan eine ordentliche Blamage beschert: Auch bei der Wiederholung der Bürgermeisterwahl in Istanbul siegte der Kandidat der oppositionellen CHP - und zwar deutlich. Deutsche Politiker gratulieren.

Katja Kipping: "Anfang vom Ende der Ära Erdogan"

Linken-Chefin Katja Kipping spricht von einem "historischen Tag für die Türkei". In der Wahlniederlage für die AKP sieht sie den "Anfang vom Ende der Ära Erdogan".

In die gleiche Kerbe schlägt Katrin Göring-Eckardt, Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen. Sie schreibt: "Erdogans Macht hat ihren Zenit überschritten."

Ihr Parteikollege Cem Özdemir kann sich etwas Hohn nicht verkneifen: "Neuauszählung, Wiederholung, Gleichschaltung der Presse, Verhaftungen [...]. Nichts hat geholfen", kommentiert der Grünen-Abgeordnete, der selbst türkische Wurzeln hat.

Thomas Oppermann (SPD), Vizepräsident des Deutschen Bundestags, zieht in seinem Tweet den Hut vor der türkischen Opposition und deren Unterstützern. "Das ist unter den gegenwärtigen Bedingungen [...] eine große Leistung", schreibt er zum erneuten Sieg Imamoglus in Istanbul.

Auch der kommissarische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel gratuliert Imamoglu via Twitter und wünscht: "Das Ergebnis möge der ganzen Türkei Segen bringen."

"Seit langem endlich mal eine gute Nachricht für die beschädigte Demokratie in der Türkei" findet auch der Vize-Chef der FDP, Alexander Lambsdorff.

Serap Güler: "Beste Nachricht seit langem"

Ähnlich formuliert es Serap Güler, Mitglied des CDU-Bundesvorstands und Kind türkischer Einwanderer. Sie verbindet mit dem Wahlergebnis große Hoffnung.

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jürgen Hardt, erhofft sich von Imamoglu "wichtige Impulse für die wirtschaftliche Erholung und gesellschaftliche Erneuerung" des Landes.

Ganz anders blickt die stellvertretende Vorsitzende der AfD im Bundestag, Beatrix von Storch, auf den Wahlabend. Hätten nur die in Deutschland lebenden Türken abgestimmt, hätte das Ergebnis anders ausgesehen, schreibt sie. "Denn die wollen bekanntlich mehrheitlich islamistische Diktatur."

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(mcf)