• 21:46 uhr: ➤ Israel: Hamas setzte Geiseln vor ihrer Freilassung unter Drogen
  • 20:27 Uhr: Israels Militärchef: Flutung von Hamas-Tunneln in Gaza "gute Idee"
  • 18:24 Uhr: Netanjahu und Geisel-Angehörige geraten bei Treffen aneinander
  • 17:47 Uhr: Helfer: Angriffe in Gaza zählen zu den schlimmsten unserer Ära
  • 16:13 Uhr: Baerbock mahnt: Israel muss humanitäres Völkerrecht in Gaza einhalten
  • 16:03 Uhr: WHO: Alle zehn Minuten wird in Gaza Kind oder Jugendlicher getötet
  • 14:48 Uhr: Rakete aus Gaza trifft Haus in Israel - zwei Leichtverletzte
  • 14:22 Uhr: Emir von Katar: Untätigkeit angesichts des Gazakriegs ist "beschämend"
  • 14:05 Uhr: UNO: "Sichere Zonen" sind im Gazastreifen "nicht möglich"

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➤ Israel: Hamas setzte Geiseln vor ihrer Freilassung unter Drogen

  • 21:46 Uhr

Die radikalislamische Hamas hat die von ihr verschleppten Geiseln nach israelischen Angaben vor ihrer Freilassung unter Drogen gesetzt. Kurz vor der Übergabe der Geiseln an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hätten ihnen die Islamisten Beruhigungsmittel vom Typ Rivotril verabreicht, sagte die Leiterin der allgemeinmedizinischen Abteilung im israelischen Gesundheitsministerium, Hagar Mizrachi, am Dienstag vor dem Gesundheitsausschuss des israelischen Parlaments. Ziel der Drogeneinnahme war es demnach, die Geiseln nach 50 Tagen in Geiselhaft "beruhigt und glücklich erscheinen" zu lassen.

Darüber hinaus hätten die Geiseln kurz vor ihrer Freilassung auch "etwas mehr zu essen bekommen, damit sie in besserem Zustand aus der Geiselhaft kommen".

Das zur Gruppe der Benzodiazepine gehörende Medikament Rivotril ist in Israel auch als Clonex bekannt. Sein Inhaltsstoff Clonazepam wirkt unter anderem vorbeugend gegen Angststörungen. Die Ministeriumsvertreterin teilte zunächst nicht mit, ob der Wirkstoff aufgrund von Bluttests oder Zeugenaussagen nachgewiesen wurde.

Bei den meisten der im Zuge einer einwöchigen Feuerpause freigelassenen Geiseln handelte es sich um Frauen und Kinder. Die Hamas hatte sie am 7. Oktober bei ihrem brutalem Überfall auf zahlreiche israelische Ortschaften in den Gazastreifen verschleppt. Nach Angaben von Angehörigen und Ärzten erlitten die Geiseln dort mehr als 50 Tage lang körperliche und psychische Gewalt.

Israelischen Angaben zufolge wurden bei dem Hamas-Angriff etwa 1200 Menschen getötet und rund 240 Menschen als Geiseln verschleppt. Als Reaktion begann Israel mit dem massiven Angriff auf Ziele in dem dicht besiedelten Gazastreifen. Eine von Katar, Ägypten und den USA vermittelte siebentägige Feuerpause hatte zur Freilassung von 80 israelischen Geiseln im Austausch gegen 240 palästinensische Gefangenen geführt. Israelischen Angaben zufolge sind noch immer 138 Geiseln in der Gewalt der Hamas. (AFP)

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Machtverhältnisse in Nahost: Verbündete USA/Israel, Verbündete Iran © dpa-infografik GmbH

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Israels Militärchef: Flutung von Hamas-Tunneln in Gaza "gute Idee"

  • 20:27 Uhr

Israels Generalstabschef hat die Überlegung, das ausgedehnte Tunnelsystem der islamistischen Hamas unter dem Gazastreifen mit Meerwasser zu fluten, als gute Idee bezeichnet. Er wolle allerdings nicht näher darauf eingehen, sagte Herzi Halevi am Dienstag vor Journalisten auf eine entsprechende Frage. Die Armee stoße in dem abgeriegelten Küstenstreifen auf viele unterirdische Infrastrukturen, sagte er. "Wir wussten, dass es viele davon gibt. Ein Ziel ist es, diese zu zerstören."

Nach Halevis Worten gibt es unterschiedliche Wege dafür. Auf einzelne Überlegungen oder Maßnahmen wollte er nicht eingehen. Allerdings sagte er: "Jede Maßnahme, die unseren Vorteil gegenüber dem Feind, der aus dem Untergrund auftaucht, vergrößert und ihm diesen Vorteil verwehrt, ist eine Maßnahme, deren Anwendung wir ernsthaft in Betracht ziehen." Dazu gehöre etwa auch die Zerstörung der Tunnel durch Explosionen, um die Hamas-Terroristen an deren Nutzung zu hindern.

Am Montag berichtete das "Wall Street Journal", dass Israel ein System aus großen Pumpen zusammengebaut habe, mit denen es das Hamas-Tunnelnetz unter dem Gazastreifen mit Meerwasser fluten könnte. Allerdings sei unklar, ob Israel diese Taktik tatsächlich anwenden wolle. Es besteht etwa die Sorge, dass sich dort verschleppte Geiseln befinden. Experten gaben auch zu Bedenken, dass die Flutung mit Meerwasser dramatische Folgen für die Umwelt haben könnte. (dpa)

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Netanjahu und Geisel-Angehörige geraten bei Treffen aneinander

  • 18:24 Uhr

Bei einem Treffen zwischen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und Angehörigen von israelischen Hamas-Geiseln ist es Medienberichten zufolge zu harschen Wortgefechten gekommen. Wie die israelische Zeitung Haaretz und der TV-Sender N12 berichteten, sagte Netanjahu bei der Begegnung mit den Angehörigen am Dienstag: "Im Moment gibt es keine Möglichkeit, alle zurückzuholen. Kann sich irgendjemand vorstellen, dass wir es ablehnen würden, wenn das eine Option wäre?" Diese Aussage löste bei den Angehörigen Empörung aus.

An dem Treffen mit Netanjahu und seinem Kriegskabinett nahmen den Berichten zufolge auch einige bereits freigelassene Geiseln teil und berichteten von den Schrecken, die sie während ihrer Gefangenschaft im Gazastreifen erlebt hatten. Die Tochter einer von der islamistischen Hamas in den Küstenstreifen verschleppten Geisel habe gesagt, dass die Geiseln von geliehener Zeit lebten und betont, dass ihre Rückkehr nach Israel eine höhere Priorität haben solle als der andauernde Krieg gegen die Terrororganisation Hamas.

Netanjahu hingegen las demnach seine Ausführungen von einem Papier ab und ließ keine Fragen an ihn zu, was die Anwesenden verärgert haben soll. Die Diskussion sei dann immer hitziger geworden und auch «Schande»-Rufe seien zu hören gewesen. Die Geisel-Angehörigen forderten seit geraumer Zeit ein erneutes Treffen mit Netanjahu mit der Begründung, sie fühlten sich seit Ende der Feuerpause ignoriert.

Bei dem beispiellosen Terror-Angriff der Hamas und anderer extremistischer Gruppen auf Israel am 7. Oktober wurden etwa 240 Menschen in den Gazastreifen verschleppt. Israel geht davon aus, dass noch 137 Geiseln dort festgehalten werden. Jüngst wurden 105 Geiseln im Austausch gegen 240 palästinensische Häftlinge freigelassen. (dpa)

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Helfer: Angriffe in Gaza zählen zu den schlimmsten unserer Ära

  • 17:47 Uhr

Das israelische Bombardement des Gazastreifens zählt nach Ansicht der Norwegischen Flüchtlingshilfe (NRC) zu den "schlimmsten Angriffen auf eine Zivilbevölkerung unserer Zeit". NRC-Generalsekretär Jan Egeland teilte am Dienstag mit: "Jeden Tag sehen wir mehr tote Kinder und neues Leid für unschuldige Menschen, die diese Hölle ertragen müssen."

Inmitten unerbittlicher Luft-, Land- und Seeangriffe seien Tausende Familien gezwungen, von einer Gefahrenzone in eine andere umzusiedeln. Die Situation in Gaza sei ein "völliges Versagen unserer gemeinsamen Menschlichkeit", sagte Egeland. "Das Töten muss aufhören", so der NRC-Chef.

Zehntausende Menschen lebten auf den Straßen, darunter auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hilfsorganisation - "eine von ihnen mit ihrem zwei Monate alten Baby", sagte Egeland. Der stark begrenzte Zugang zu Hilfsgütern hätte die ohnehin schon schlimme humanitäre Krise noch verschärft und zu "Hunger innerhalb Bevölkerung Gazas geführt".

Die Verantwortlichen für die Morde, die Folter und die Gräueltaten, die am 7. Oktober in Israel begangen wurden, müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Er forderte einen dauerhaften Waffenstillstand und die sofortige und bedingungslose Freilassung aller Geiseln. Weder das Leben unschuldiger Kinder, Frauen oder Männer, noch der Zugang zu humanitärer Hilfe sollte als Verhandlungsmasse genutzt werden, forderte er. "Nur eine Einstellung der Feindseligkeiten wird es uns ermöglichen, für die zwei Millionen Menschen, die sie jetzt benötigen, wirksame Hilfe zu leisten." (dpa)

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Baerbock mahnt: Israel muss humanitäres Völkerrecht in Gaza einhalten

  • 16:13 Uhr

Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock hat Israel angesichts der dramatischen humanitären Lage im Gazastreifen zur Einhaltung des Völkerrechts aufgerufen. "Israel hat das Recht, seine Bevölkerung im Rahmen des Völkerrechts zu schützen. Entscheidend ist aber, wie Israel in dieser neuen Phase vorgeht", sagte die Grünen-Politikerin am Dienstag nach einem Treffen mit der slowenischen Außenministerin Tanja Fajon in der Hauptstadt Ljubljana.

Annalena Baerbock auf Slowenien-Besuch
Annalena Baerbock äußerte sich auf ihrem Slowenien-Besuch zur Lage in Nahost. © Hannes P. Albert/dpa

"Israel hat die Verantwortung, das humanitäre Völkerrecht einzuhalten, ziviles Leid zu lindern und die zivile Bevölkerung dabei zu schützen", ergänzte Baerbock. "Denn diesem Konflikt sind schon zu viele Palästinenserinnen und Palästinenser zum Opfer gefallen."

Man arbeite "mit vereinten Kräften für eine erneute Feuerpause", sagte Baerbock. Nötig sei vor allem der Schutz der Menschen. Zugleich brauche es "das Eintreten von arabischen Ländern, dass die andauernde Sicherheitsgefahr auf Israel durch Hamas so nicht weitergehen kann". Deswegen sei es wichtig, dass immer wieder auch der politische Horizont einer Zweistaaten-Lösung aufgezeigt werde.

Nach der Aufforderung durch Israel seien Hunderttausende von Menschen in den Süden des Gazastreifens gegangen, sagte Baerbock. "Deswegen müssen sie dort im Süden auch sicher sein." Sie fügte hinzu: "Israel trägt die Verantwortung dafür, dass die Menschen eine Chance haben, sich aus der Gefahrenzone zu begeben. Und das muss nicht nur theoretisch so sein, sondern das muss faktisch so sein."

Dass es von der islamistischen Hamas aus ziviler Infrastruktur heraus fortdauernd Angriffe auf Israel gebe, entbinde "Israel nicht von der Verantwortung, dieses unglaubliche Leid in Gaza zu lindern und die Zivilbevölkerung - Kinder, Familien - zu schützen". Humanitäre Hilfe müsse auch weiterhin die Gebiete im Norden erreichen. (dpa/ank)

Anna-Lena Baerbock

Baerbock: Israel muss humanitäres Völkerrecht in Gaza einhalten

Außenministerin Annalena Baerbock hat Israel angesichts der dramatischen humanitären Lage im Gazastreifen zur Einhaltung des Völkerrechts aufgerufen.

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WHO: Alle zehn Minuten wird in Gaza Kind oder Jugendlicher getötet

  • 16:03 Uhr

Wegen der permanenten israelischen Angriffe im Gazastreifen wird die Lage dort nach Angaben des Repräsentanten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in dem Küstengebiet, Richard Peeperkorn, immer unerträglicher. "Die Situation verschlechtert sich von Stunde zu Stunde", berichtete er am Dienstag aus Rafah an der Grenze des Gazastreifens zu Ägypten. Er sprach über eine Videoverbindung mit Reportern in Genf. "Alle zehn Minuten wird ein Kind oder Jugendlicher in Gaza getötet", sagte Peeperkorn.

Der Sprecher des UN-Kinderhilfswerks Unicef, James Elder, kritisierte die Aufrufe Israels, die Menschen sollten Stadtviertel verlassen und in sichere Zonen gehen. Es gebe keine sicheren Zonen im Gazastreifen, sagte Elder über Videolink aus Kairo. Solche Zonen müssten Gesundheitseinrichtungen haben, Wasser und Essen, es handele sich aber lediglich um kleine Brachflächen, oder manchmal nur Bürgersteige. "Ich glaube die Behörden wissen dies, und ich finde das herzlos. Es untermauert die Gleichgültigkeit gegenüber Kindern und Frauen, und diese Gleichgültigkeit ist tödlich."

Statt medizinisches Material auszuliefern, habe die WHO zudem noch Hals über Kopf zwei Lagerhäuser in der südlichen Stadt Chan Junis räumen müssen. Das sei ihr von der israelischen Armee nahegelegt worden, mit dem Hinweis, dass die Lager in einem Stadtteil lägen, in dem es Kämpfe geben dürfte. Die WHO habe ein kleineres Lager in der Nähe von Rafah gefunden und bereits 90 Prozent des Materials umgeräumt, sagte Peeperkorn. Die israelische Armee hatte am Montag bestritten, zur Räumung der Lager aufgefordert zu haben.

Peeperkorn sprach von "Horrorszenen" in den wenigen verbliebenen Krankenhäusern. Sie hätten oft mehr als doppelt so viele Patienten wie Betten. Patienten lägen am Boden mit teils schweren Verletzungen und könnten nicht behandelt werden. Von den 3.500 Krankenhausbetten, die es bis vor Kriegsbeginn am 7. Oktober gegeben habe, seien nur noch weniger als 1.500 in Betrieb. (dpa)

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Rakete aus Gaza trifft Haus in Israel - zwei Leichtverletzte

  • 14:48 Uhr

Eine Rakete aus dem Gazastreifen ist nach israelischen Angaben in ein Haus in der Küstenstadt Aschkelon eingeschlagen. Das teilte die Polizei am Dienstag mit. Nach Angaben des Rettungsdienstes wurden zwei Frauen durch Raketensplitter leicht verletzt.

Israels Armee hatte zuvor bekannt gegeben, dass es mehrfach Raketenalarm gegeben habe, darunter in Aschkelon. Extremistische Palästinenser im Gazastreifen haben seit dem Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober israelischen Angaben zufolge rund 10.000 Raketen auf Israel abgeschossen. (dpa/ank)

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Emir von Katar: Untätigkeit angesichts des Gazakriegs ist "beschämend"

  • 14:22 Uhr

Der Emir von Katar hat eine nach seinen Worten "beschämende" Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft angesichts des anhaltenden Kriegs zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen angeprangert.

"Es ist beschämend für die internationale Gemeinschaft, zuzulassen, dass dieses abscheuliche Verbrechen seit fast zwei Monaten andauert, währenddessen die systematische und vorsätzliche Tötung von unschuldigen Zivilisten, einschließlich Frauen und Kindern, fortgesetzt wird", sagte Scheich Tamim bin Hamad bin Khalifa Al-Thani am Dienstag zur Eröffnung des Golf-Kooperationsrats in Doha.

Sein Land arbeite unentwegt an einer Erneuerung der am Freitagmorgen ausgelaufenen Feuerpause, fuhr das katarische Staatsoberhaupt fort. Diese sei aber "keine Alternative zu einem dauerhaften Waffenstillstand". Al-Thani rief zu einer "internationalen Untersuchung zu den von Israel begangenen Massakern" auf und verurteilte gezielte Angriffe auf Zivilisten aller Nationalitäten und Religionen.

Der Golfstaat Katar hatte eine Schlüsselrolle in den Verhandlungen inne, die zu einer Freilassung von aus Israel in den Gazastreifen verschleppten Geiseln führte. Im Gegenzug wurden palästinensische Inhaftierte während einer siebentägigen Feuerpause aus israelischen Gefängnissen frei- und humanitäre Hilfe in das Palästinensergebiet hineingelassen. Israel und die Hamas haben sich gegenseitig für das Ende der Feuerpause und für die erneuten Kämpfe im Gazastreifen verantwortlich gemacht. (AFP/ank)

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UNO: "Sichere Zonen" sind im Gazastreifen "nicht möglich"

  • 14:05 Uhr

Die Vereinten Nationen haben gewarnt, dass die Einrichtung von sicheren Zonen für Zivilisten im Gazastreifen zur Flucht vor den Kämpfen zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas unmöglich sei. "Diese Zonen können weder sicher noch humanitär sein, wenn sie einseitig erklärt werden", sagte James Elder, Sprecher des UN-Kinderhilfswerks Unicef, am Dienstag bei einer Online-Pressekonferenz aus Kairo.

"Die sogenannten sicheren Zonen (...) sind nicht wissenschaftlich, sie sind nicht rational, sie sind nicht möglich, und ich denke, dass die Behörden sich dessen bewusst sind." Das sei "herzlos und zeigt eine Verstärkung der Gleichgültigkeit gegenüber den Kindern und Frauen" im Gazastreifen, fuhr Elder fort, der gerade mehrere Tage in dem Palästinensergebiet verbracht hat.

Da Israel nun tiefer in den Gazastreifen vordringt, haben internationale Hilfsorganisationen gewarnt, dass Zivilisten in dem dicht bevölkerten Gebiet die Orte ausgehen, zu denen sie noch flüchten können.

In einer echten sicheren Zone sei die Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser, Medizin und Unterkünften gewährleistet, sagte Elder. Das sei in keinem der ausgewiesenen Gebiete im Gazastreifen der Fall. "Es sind winzige Flecken unfruchtbaren Landes oder es sind Straßenecken, es sind Bürgersteige", fügte Elder hinzu. Es gebe weder Wasser noch sanitäre Anlagen oder Zuflucht vor Kälte und Regen. (AFP/ank)

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Kommunikationsdienste in Gaza teilweise wiederhergestellt

  • 12:04 Uhr

Die Telekommunikationsdienste im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben teilweise wiederhergestellt. Diese waren am Montag inmitten des Gaza-Krieges erneut flächendeckend ausgefallen.

"Wir möchten die schrittweise Rückkehr der Kommunikationsdienste (Festnetz, Handy und Internet) im Zentrum und in südlichen Bereichen des Gazastreifens bekannt geben", schrieb das im Westjordanland ansässige palästinensische Unternehmen Paltel am Dienstag auf Facebook.

Am Montag hatte es geheißen, der Grund für den Ausfall seien Schäden an Kernelementen des Netzwerkes durch die anhaltenden Angriffe. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober sind die Kommunikationsnetze in dem abgeriegelten Küstengebiet mehrfach ausgefallen. Verbindungen nach außen waren dabei nur noch mit Satellitenhandys und mitunter von hohen Gebäuden im Süden des Gazastreifens mit israelischen Sim-Karten möglich. (dpa/ank)

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EU-Innenkommissarin warnt vor Anschlägen in Europa durch Nahost-Krieg

  • 11:11 Uhr

Im Zusammenhang mit dem Nahost-Krieg hat EU-Innenkommissarin Ylva Johansson vor Anschlägen in Europa in der bevorstehenden Feiertagszeit gewarnt. Es gebe ein "enormes Risiko von Terroranschlägen", sagte die Schwedin am Dienstag in Brüssel am Rande eines Innenministertreffens.

Johansson begründete dies mit der "Polarisierung", die der Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas-Miliz in der Gesellschaft auslöse. Auch der deutsche Verfassungsschutz sieht eine akute Gefahr islamistischer Anschläge.

Innenkommissarin Johansson kündigte 30 Millionen Euro zusätzlich für den Schutz besonders gefährdeter Orte wie etwa Gotteshäuser an. Sie verwies auf das Attentat vom Wochenende in Paris. Dort hatte ein polizeibekannter Islamist einen Touristen aus Deutschland erstochen. Der Attentäter begründete dies in einem Video unter anderem mit der Gewalt gegen Palästinenser.

Zudem geht es bei dem Innenministertreffen um die Migration und die gemeinsame Asylpolitik. Am Mittwoch wollen Unterhändler der Mitgliedstaaten und des Europaparlaments die Einigung auf einen Asylpakt versuchen, mit dem die EU die Lehren aus der Flüchtlingskrise ziehen will.

Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska, der die Verhandlungen aufseiten der Mitgliedsländer leitet, äußerte sich "einigermaßen optimistisch" über ein Ergebnis. Geplant sind unter anderem beschleunigte Asylverfahren direkt an Europas Außengrenzen. (AFP/ank)

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UN: Zahl der in Gaza getöteten Zivilisten "nimmt rapide zu"

  • 10:01 Uhr

Die Ausweitung der israelischen Angriffe im Süden des Gazastreifens führt nach Angaben der Vereinten Nationen zu immer mehr Todesopfern unter der Zivilbevölkerung. "Die Zahl der getöteten Zivilisten nimmt rapide zu", schrieb der Generalkommissar des Palästinenserhilfswerks UNRWA, Philippe Lazzarini, am Montag (Ortszeit) in einer Mitteilung. Zivilisten, darunter Frauen, Kinder, Ältere, Kranke und Menschen mit Behinderungen, seien die Hauptleidtragenden des Krieges. Mit der Wiederaufnahme der Militäroperation und ihrer Ausweitung im Süden Gazas "wiederholen sich die Schrecken der vergangenen Wochen", beklagte Lazzarini.

Das Bombardement der israelischen Streitkräfte dauere an, nachdem ein weiterer Evakuierungsbefehl zur Verlegung von Menschen aus der Stadt Chan Junis nach Rafah erlassen worden sei. "Dieser Befehl löste Panik, Angst und Unruhe aus", hieß es. Mindestens 60 000 weitere Menschen seien gezwungen worden, in bereits überfüllte UNRWA-Unterkünfte umzuziehen, weitere würden um Schutz bitten, schrieb Lazzarini weiter. Viele der Menschen seien bereits mehrmals vor dem Krieg in andere Teilen des abgeriegelten Gebiets geflohen.

Der Evakuierungsbefehl dränge die Menschen auf weniger als ein Drittel des Gazastreifens zusammen. "Sie brauchen alles: Nahrung, Wasser, Unterkunft und vor allem Sicherheit. Die Straßen in den Süden sind verstopft", hieß es. Behauptungen, die Vereinten Nationen verfügten über Tausende von Zelten und plane die Eröffnung neuer Flüchtlingslager in Rafah, seien falsch, erklärte der UN-Vertreter. Kein Ort in Gaza sei sicher, weder im Süden noch im Südwesten, weder in Rafah noch in irgendeiner ausgewiesenen "sicheren Zone". (dpa/ank)

Rotkreuz-Vertreterin

Rotkreuz-Vertreterin "schockiert" von der Lage in Gaza

Die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Mirjana Spoljaric, hat sich bei einem Besuch im Gazastreifen "schockiert" über die Situation gezeigt. Vor allem die Lage der Kinder sei schrecklich, sagte Spoljaric. Sie sprach von einem "moralischen Versagen der Weltgemeinschaft".

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Erneut Raketenalarm an Israels Grenze zum Gazastreifen

  • 09:35

Während Israels Armee verstärkt gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen vorgeht, hat es auf israelischer Seite erneut Raketenalarm gegeben. Wie die israelische Armee am Dienstagmorgen meldete, heulten an der Grenze zum Gazastreifen erneut die Sirenen. Israels Bodentruppen stoßen derzeit im Süden des Gazastreifens vor.

Der seit Wochen andauernde Einsatz gegen die Hamas im Norden des Küstengebiets ist trotzdem noch nicht beendet. "Wir haben sie im Norden noch nicht vollständig militärisch besiegt, aber wir haben gute Fortschritte gemacht", hatte ein Armeesprecher am Vortag gesagt.

Bei den israelischen Gegenangriffen sind nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums inzwischen fast 15.900 Menschen getötet worden. Die Opferzahlen lassen sich gegenwärtig nicht unabhängig überprüfen, die Vereinten Nationen und andere Beobachter weisen aber darauf hin, dass sich die Zahlen der Behörde in der Vergangenheit als insgesamt glaubwürdig herausgestellt hätten. (dpa/ank)

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Bericht: Israel bombardiert Ziele im Süden Gazas

Israels intensiviert ihre Angriffe im Süden Gazas. Laut einem Medienbericht hat die Armee nun auch Ziele im Raum der Stadt Chan Junis unter Beschuss genommen.
Mit Material der dpa und AFP

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