• Das sogenannte Havanna-Syndrom taucht seit 2016 immer wieder unter US-Diplomaten auf.
  • Nun sind erneut Fälle aus Genf und Paris bekannt geworden; ein US-Mitarbeiter soll laut Bericht in die USA ausgeflogen worden sein, um behandelt zu werden.
  • Die Ursache der mysteriösen Krankheit ist nach wie vor ungeklärt.

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US-Mitarbeiter, die für diplomatische Missionen in Genf und Paris stationiert sind, sollen mit dem sogenannten Havanna-Syndrom zu kämpfen haben. Das berichtet das "Wall Street Journal" und bezieht sich auf Insider. Mindestens ein Mitarbeiter soll in die USA ausgeflogen worden sein, um dort behandelt zu werden.

Symptome des Havanna-Syndroms sind Kopfschmerzen, Schwindel, kognitive Probleme, Tinnitus, Probleme beim Sehen und Hören sowie mit dem Gleichgewichtssinn.

Die ersten Fälle des Havanna-Syndroms sind 2016 bei Diplomaten in der kubanischen Hauptstadt Havanna aufgetaucht. Dutzende kanadische und US-amerikanische Diplomaten sowie deren Angehörige in Kuba litten unter den Gesundheitsproblemen. Die Angelegenheit kam erst ein Jahr später ans Licht, als der damalige US-Präsident Donald Trump als Reaktion auf die Vorfälle die meisten seiner Diplomaten aus Havanna abberief.

Havanna-Syndrom: Fälle aus China, Russland, Österreich und Deutschland gemeldet

Später kamen Fälle in China, Russland und den USA hinzu. Im Juli vergangenen Jahres schrieb das Magazin "The New Yorker" über mehr als zwanzig Fälle in Wien. Auch aus Serbien sind bereits Fälle gemeldet worden.

Im Oktober 2021 sind in der US-Botschaft in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá Fälle des Syndroms aufgetreten. Kolumbiens Präsident Ivan Duque hatte damals einen entsprechenden Bericht des "Wall Street Journal" bestätigt. "Natürlich haben wir Kenntnis von dieser Situation, aber ich möchte sie den US-Behörden überlassen, die ihre eigenen Ermittlungen durchführen, weil es um ihr eigenes Personal geht", sagte er bei einem Besuch in New York. Zuletzt berichtete das "Wall Street Journal" von Fällen unter US-Diplomaten in Deutschland.

Laut aktuellem Bericht sollen mindestens drei US-Amerikaner von dem Syndrom geplagt werden, in Paris ist demnach ein Fall bekannt. Es sind die jüngsten Fälle, die im Zusammenhang mit dem "Havanna Syndrom" bekannt geworden sind.

Der Grund für die Beschwerden ist unklar. Die Behörden in Kanada und den USA hatten zunächst mysteriöse "Akustik-Attacken" als Ursache vermutet. Die Regierung in Ottawa stufte den Einsatz einer Akustik-Waffe später allerdings als "unwahrscheinlich" ein. Im Jahr 2019 schrieben Forscher, dass die Beschwerden möglicherweise auf Pestizide zurückgehen. Andere Theorien sprachen von Mikrowellen-Strahlung feindlicher Geheimdienste.

Laut "Wall Street Journal" arbeitet die US-Regierung an der Aufklärung der Attacken. US-Präsident Joe Biden hat im Oktober den "Havana Act" unterzeichnet, ein Gesetz zur finanziellen Unterstützung von Opfern der mysteriösen Krankheit. Ihnen soll auch medizinische Hilfe garantiert werden. Das Havanna-Gesetz sieht ebenso finanzielle Entschädigung für Mitarbeiter des Außenministeriums und der CIA vor, die Hirnverletzungen erlitten haben.

Verwendete Quellen:

  • The Wall Street Journal: U.S. Diplomats in Geneva, Paris Struck With Suspected ‘Havana Syndrome’
  • Material von AFP
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