• Schwüles Wetter wird oft als drückend oder dampfig beschrieben, schnell gerät man dann ins Schwitzen.
  • Doch was genau steckt hinter dem Begriff "schwüles Wetter"? Gibt es eine meteorologische Definition?

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Hört man im Wetterbericht eine Temperaturangabe oder dass es Regen gibt oder windig wird, kann man sich darunter etwas Genaues vorstellen. Schwüles Wetter dagegen empfinden Menschen sehr unterschiedlich. Dabei gibt es auch für diese Wetterlage eine eindeutige meteorologische Definition.

Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) erklärt: "Schwüle ist eine bestimmte Kombination aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit." Bei 17 Grad, erklärt der Experte, braucht man beispielsweise 100 Prozent Luftfeuchtigkeit, um die sogenannte Schwüle zu erreichen. Bei 30 Grad sind es nur noch 44 Prozent, bei 40 nur 25 Prozent relative Luftfeuchtigkeit.

"Die relative Luftfeuchtigkeit sagt aus, zu wie viel Prozent die Luft mit Feuchtigkeit gesättigt ist. Je geringer die Luftfeuchtigkeit, desto trockener ist die Luft", so der Experte weiter.

Ist es nur im Sommer schwül?

Meist verbindet man mit Schwüle auch heiße Tage im Sommer, doch der Experte macht klar: Mit Hitze an sich hat das wenig zu tun. Er erklärt: "In der Wüste beispielsweise schwitzt man kaum, da es zwar heiß, aber extrem trocken ist." Das Klima ist hier also nicht schwül. "Am Meer dagegen kann es deutlich kühler sein - vielleicht nur 20 Grad - aber trotzdem schwül, denn die Luftfeuchtigkeit ist höher." Allgemein könne sagen: "Je heißer die Luft, desto weniger relative Luftfeuchtigkeit reicht aus, damit man es als schwül empfindet."

Über den Experten: Andreas Friedrich ist Meteorologe und Pressesprecher beim Deutschen Wetterdienst.
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