Vor gut 30 Jahren entdecken Forscher das Ozonloch über dem Südpol und schnell ist klar: Der Mensch ist dafür verantwortlich, denn in der Industrie gebräuchliche Stoffe wie FCKW greifen die für uns so wichtige Ozonschicht an. Schnell wurden die schädlichen Stoffe verboten. Hat das Verbot etwas bewirkt?

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Ozon ist ein Gas, das verschiedene Eigenschaften hat. Auf der Erde bildet es sich unter anderem aus Autoabgasen und Emissionen der Industrie. Kommt es in erhöhter Konzentration in unserer Atemluft vor, reizt es die Schleimhäute, ruft Husten und tränende Augen hervor und kann auch dauerhafte Schäden hervorrufen.

Warum ist die Ozonschicht so wichtig?

In einer höher gelegenen Schicht der Erdatmosphäre, der Stratosphäre, hat Ozon jedoch eine wichtige Funktion. Dort, in etwa 15 bis 30 Kilometern Höhe, kommt das Gas natürlich vor und absorbiert einen Teil der Sonnenstrahlung auf deren Weg zur Erde. Dabei handelt es sich um den kurzwelligen UV-Strahlungsanteil, der in hoher Konzentration für den Menschen schädlich ist.

"Es wäre ein Riesenproblem, wenn wir die Ozonschicht nicht hätten", erklärt Markus Rex, Professor der Physik der Atmosphäre am Alfred-Wegener-Institut in Potsdam.

"Wenn die Sonnenstrahlen alle direkt auf den Erdboden kämen, könnten wir hier gar nicht ungeschützt vor die Tür gehen." Die energiereichen UV-Strahlungen können Sonnenbrand und auch Krebs verursachen.

Deshalb war der Schrecken groß, als Forscher Mitte der 1980er-Jahre herausfanden, dass sich über dem Südpol ein regelrechtes Ozonloch aufgetan hatte, das zudem rasant wuchs.

Dieser Schwund der Ozonschicht war menschengemacht. Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die jahrzehntelang unter anderem als Kältemittel in Kühlschränken und als Treibgas in Sprühdosen verwendet wurden, waren in die Erdatmosphäre aufgestiegen und bauten dort Ozon ab.

Die Ozonschicht erholt sich langsam

Im Montrealer Protokoll von 1987 verpflichteten sich deshalb alle UN-Staaten, den Verbrauch und die Produktion von FCKW und Halonen, die auch ozonschädlich sind, zunächst zu reduzieren und schließlich zu verbieten.

Dieses Verbot zeigt mittlerweile Wirkung: Die Ozonschicht erholt sich langsam und das Ozonloch wächst nicht weiter.

"Die Geschichte des Ozonlochs ist eine sehr ermutigende. Wir haben es geschafft, dieses globale Umweltproblem durch entsprechende massive politische Maßnahmen in den Griff zu bekommen und wir werden es auch wieder aus der Welt schaffen", meint Ozonexperte Rex.

Zwar kann das Ozonloch von einem Jahr zum anderen in der Größe leicht variieren, doch das hat mit meteorologischen Prozessen zu tun und kann laut Markus Rex mit normalen Wetterschwankungen auf der Erde verglichen werden.

Der Grund dafür, dass sich das Ozonloch auch 30 Jahre nach dem Verbot ozonschädlicher Stoffe noch nicht geschlossen hat, liegt im langsamen Abbau von FCKW. Der Stoff ist extrem langlebig und kann jahrelang in der Stratosphäre herumschwirren und die Ozonschicht angreifen.

Ozon- und Polarforscher Markus Rex ist aber zuversichtlich: "Bis etwa 2075 wird das Ozonloch nicht mehr regelmäßig in jedem Jahr auftreten. Wenn sich alle Staaten weiterhin an das Montrealer Protokoll und die späteren Verschärfungen halten, dann wird das sehr sicher so eintreten."

"Ozondelle" auch über dem Nordpol

Im Juli dieses Jahres wurden allerdings neue Produktionsstätten von FCKW entdeckt. Manche Fabriken in China benutzen den Ozonkiller weiterhin zum Aufschäumen von Kunststoffen. Zwar versuche die chinesische Regierung, die illegale Verwendung zu unterbinden, die Kontrolle gestalte sich aber als schwierig, meint Rex.

Das Ozonloch kann jedes Jahr etwa von September bis Dezember über der Antarktis nachgewiesen werden. Doch auch über dem Nordpol ist die Ozonschicht aufgrund der schädlichen FCKW sehr dünn geworden.

Diese arktische "Ozondelle", wie Markus Rex sie nennt, ist sehr beweglich. Ausläufer davon treiben im Winter immer wieder auch über Mitteleuropa. "Und dann kann es im März, gerade wenn die Sonne bei uns wieder scheint und unsere Haut nicht daran gewöhnt ist, dazu kommen, dass das arktische Ozonloch uns direkt beeinflusst, weil es über unseren eigenen Köpfen liegt. In diesen Tagen haben wir eine deutlich erhöhte Sonnenbrandgefahr", erklärt der Professor.

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