Nackt-Eklat bei Markus Lanz: Der Moderator unterhält sich in seiner Talkshow mit Sportjournalist Hajo Schumacher über die Champions League, als plötzlich zwei Femen-Aktivistinnen mit nackten Oberkörpern das Studio stürmen. Markus Lanz zeigte sich überraschend souverän.

Fußballabend beim ZDF: Nach der Champions League-Übertragung ging es auch bei Markus Lanz' Talkshow um den runden Ball. Mit Trainer Giovanni Trapattoni, Ex-Fußballer Thomas Strunz und Sport-Journalistin Britta Hofmann diskutierte der "Wetten, dass..?"-Moderator über Ereignisse und Erlebnisse im Fußball. Und dann geschah es: Zwei Femen-Aktivistinnen stürmten das Studio. Auf ihren Brüsten waren Fußbälle aufgemalt und auf ihren Bäuchen standen Slogans wie "Blut und Spiele" und "Don't play with human rights". Die beiden Frauen brüllten in die Fernsehkameras: "Boykott, Fifa, Mafia" und "Fairness in- and outside the grassfield".

Markus Lanz wollte die Frauen zu Wort kommen lassen - reagierte überraschend souverän, doch die Aktivistinnen wurden von vier Sicherheitsleuten aus dem Studio verwiesen. "Nicht rausschmeißen", rief der Moderator ihnen noch zu - vergeblich.

Am Ende sprach er mit einem weiteren Aktivisten, der sich den Weg ins Studio gebahnt hatte, über die Hintergründe des Protests. Dieser sagte: "Die Fußball-WM findet in einigen Jahren in Katar statt, dort werden Arbeiter wie Sklaven behandelt." Die Fifa solle Druck auf die Regierung des Landes ausüben oder die Weltmeisterschaft erst gar nicht "in so einem Land" ausrichten. Markus Lanz bedankte sich, wünschte einen schönen Abend und sagte: "Botschaft angekommen. Ihr hattet eure Chance." Das Publikum applaudierte.

Femen Deutschland erklärte auf Anfrage unseres Portals: "Mit der Aktion wollten Hellen und Josephine (Anm. der Redaktion: die beiden Femen-Aktivistinnen) auf die Missachtung der Frauen- und Menschenrechte in Katar hinweisen." Hellen war am Donnerstagvormittag nicht erreichbar. Kritiker prangern an, dass im Golfstaat Stadien für die WM 2022 unter menschenunwürdigen Bedingungen errichtet werden. Die Arbeiter werden nahezu versklavt.

Auch Fifa-Präsident Sepp Blatter hatte die Situation in Katar als "untragbar" bezeichnet. Während eines Treffens mit DGB-Chef Michael Sommer und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hatte er aber klargestellt, dass die WM auf jeden Fall dort stattfinden werde.