Nur noch einen knappen Monat, dann ist es so weit! Nein, nicht die Fußball-EM. Das Finale von "Germany’s Next Topmodel" natürlich! Doch bis es so weit ist, müssen die Models in Folge 14 erst einmal an Nikeata Thompson vorbei. Heidi Klum hat nämlich eine "Lip-sync-Performance" anberaumt und für deren Beurteilung einen ganz besonderen Gast eingeladen.

Eine Kritik
Diese Kritik stellt die Sicht von Christian Vock dar. Informieren Sie sich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.

"Fünf, sechs, sieben, acht", hallt es nach wenigen Sekunden und echte GNTM-Enthusiasten wissen sofort, dass in Folge 14 (hier zum Nachlesen im GNTM-Couchticker) nicht der große Mathe-für-Models-Kurs auf dem Programm steht, sondern Nikeata Thompson. "In dieser Woche müssen mich meine Models mit einer Lip-sync-Performance von den Socken hauen", erklärt Heidi Klum das Etappenziel und wer könnte die Models besser auf eine Von-den-Socken-hauerei vorbereiten, als die langjährige GNTM-Choreographin Nikeata Thompson?

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Die Antwort ist natürlich "niemand", schließlich hat Thompson neben Heidi Klum schon mit den ganz Großen gearbeitet, wie sie dem Kameramann auf Anfrage mitteilt: Tom Hanks, Lena Meyer-Landrut und haste nicht gesehen. So eine Aufzählung klingt im Gesamtzusammenhang zwischen all den anderen Oberflächlichkeiten ziemlich logisch, wenn man aber mal genauer darüber nachdenkt, fragt man sich schon: Warum ist das immer so wichtig, mit wem wer gearbeitet hat?

Das scheint so ein GNTM-Fetisch zu sein, von woanders kennt man das eigentlich nicht. Oder gehen Sie zum Bäcker und sagen: "Guten Tag, ich kaufe hier Brötchen. Ich habe schon beim Backshop am Bahnhof Brötchen gekauft, bei Brot Kawutttke einen Laib Dinkel-Vollkorn, geschnitten, und bei Aldi eine Packung Aufbackbrötchen für Sonntag. Da schlafe ich gerne länger. Ich bin also ein Top-Brötchen-Käufer! Ich bin die Nikeata Thompson des Brötchen-Erwerbs. Sie können sich rühmen, mich als Kunden zu haben!"

"Germany’s Next Topmodel": Welche Waffe ist Fabienne?

Wie auch immer. Los geht es mit dem Tanz-Unterricht für die Herren und da lernen wir gleich etwas Wichtiges: "Wellen sind nie einfach", erklärt Thompson, als sie versucht, den Männern beizubringen, ihre Körper im Stand auf- und wieder zusammenzurollen. Aber zum Glück hat Thompson auch Leichteres mitgebracht. "Da kannste nix falsch machen", urteilt die Choreographin, als sie den Models eine Drehung vormacht. Doch Armin gelingt das eigentlich Unmögliche: "Bein nicht so hoch!", korrigiert Thompson und offenbar ist dadurch der Ehrgeiz von Jermaine geweckt, denn auch er schafft es, doch etwas falsch zu machen. Sein Bein sei zu weit hinten.

Bei den Damen läuft es im Training geschmeidiger, da kann sich der Schnitt voll auf eine kleine Nebenstory konzentrieren. Sara wird die Gelegenheit gegeben, über Fabiennes möglicherweise vorhandene Schüchternheit zu sprechen und auch Thompson greift den roten Faden auf, so kurz er auch ist. "Das ist aber auch deine Natur. Du bist schüchtern?", diagnostiziert Thompson messerscharf beim Training und kommt zu dem Urteil: "Fabienne kennt ihren Körper noch nicht so gut. Das heißt: Sie weiß gar nicht, was für eine Waffe sie ist."

Ja, Mensch, was für eine Waffe könnte Fabienne sein? Ein graziles Florett vielleicht? Oder eher ein brachiales Katapult? Oder doch ein hinterhältiger Computervirus? Wir wissen es einfach nicht. Das heißt: Fabienne weiß es schon. "Ich versuch einfach super höflich zu sein", erklärt Fabienne Lea nach dem Training ihr eigentliches Naturell hinter der vermeintlichen Schüchternheit, sollte aber mit solchen Aussagen vorsichtig sein. Nicht, dass es bei "Germany’s Next Topmodel" noch zu komplex wird. Vor allem, da der Schnitt schon genügend Zeugenaussagen zusammen hat, um daraus einen Rausschmiss-Grund zusammenzubasteln. Nur für den Fall, dass es mal nötig sein sollte. Denn wenn die Klum eines nicht leiden kann, dann ist das Schüchternheit.

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Muss man eigentlich ein GNTM-Model nehmen?

Sollte wider Erwarten doch niemand schüchtern sein, hat aber Sara mitgedacht und Folgendes gesagt: "Tanzen liegt mir sehr. Wenn ich es beim Tanzen verkacken sollte, dann wäre ich echt enttäuscht von mir." Das nehmen wir einfach mal mit, wer weiß, wann man es gebrauchen kann. Apropos gebrauchen: Gebrauchen kann auch eine Bademoden- und Unterwäsche-Firma etwas und zwar ein Model für seine Sommerkampagne. Und wie bei so vielen anderen Modefirmen, hat auch hier irgendwer entschieden, diese Suche bei "Germany’s Next Topmodel" durchzuführen.

Inhaltlich ist diese Suche so spannend wie all die Suchen zuvor, denn natürlich sind die Nachwuchsmodels unglaublich begeistert, ausgerechnet für diese Unterhosenfirma modeln zu können und ebenso natürlich ist die Firma genauso begeistert von dem Ergebnis des Castings. Viel interessanter ist daher die Frage, ob man als Werbepartner von GNTM eigentlich eines der Models nehmen muss oder ob man auch dankend ablehnen kann, falls niemand den Vorstellungen entspricht. Vielleicht haben sich die Firmen ja auch ein Mitspracherecht bei der Entscheidung gesichert, wer weiterkommt, damit derjenige auch in die eigene Kampagne passt.

Es wäre ja sonst als Verantwortlicher des Partnerunternehmens ein bisschen fahrlässig, zu hoffen, dass schon irgendwer dabei ist, den man auch gut findet. Es hat ja nicht jeder den Geschmack von Heidi Klum, warum sich also künstlich die Auswahl einschränken lassen? Darüber verliert die Dame von der Badebuxenfirma aber kein Wort und so erfahren wir erstmal nicht, ob Kadidja und Xenia auch wirklich die Models gewesen wären, die man sich bei einer komplett freien Wahl ausgesucht hätte. Aber immerhin nimmt man so noch ein bisschen Reichweite für die eigenen Produkte mit, ist ja auch nicht schlecht.

Heidi Klum teilt Kinder-Foto mit "verrücktester Haarfarbe"

Die blonde Wallemähne ist Heidi Klums Markenzeichen. Auf die Frage eines Instagram-Followers zeigte sich das Model jedoch mal von einer anderen Seite. © ProSiebenSat.1

"Denver-Clan" meets "rotes Gummiboot"

Nun aber geht es darum, der Klum aus dem Strumpfwerk zu helfen und für die Lip-sync-Tanz-und-Catwalk-Performance hat Klum jemand ganz Besonderen eingeladen: Joan Collins. Das Bauchgefühl sagt zwar, dass es möglicherweise andere Menschen mit ein wenig größerer Kompetenz auf all den genannten Gebieten gibt, als Alexis aus dem "Denver-Clan", aber nun ist Collins halt da und Klum freut sich ganz besonders darüber. Ist doch auch schön. Und dann legen die Models auch schon los, jeder auf seine Weise: Julian fühlt sich in seinem knallroten Lack-Outfit "wie ein rotes Gummiboot", Armin bekommt eine "Reizüberflutung", Jermaine vergisst kurz die Choreo und der von Kopfschmerzen geplagte Marvin hält seine Bewegungen weich und flüssig, damit der Kopf nicht so schädelt.

Bei den Damen zeigt sich ein ähnlich durchwachsenes Bild: Lea macht es ganz hervorragend, Grace nur das Ende und über Fabienne fällt Collins das für das GNTM-Universum vernichtende Urteil "schüchtern". Doch da Fabienne Klum offenbar nicht schüchtern genug war, wandert der Kelch plötzlich zu Sara. Die hatte es eigentlich drauf, fragt sich aber nach ihrem Auftritt selbst: "Ich komme eigentlich aus mir raus. Warum sieht man das nicht?" Auch die Klum hat das Aus-Sara-rauskommen nicht gesehen und urteilt über ihren Auftritt: "Es war sehr zurückhaltend das Ganze." Und weil Klum Zurückhaltung so gar nicht leiden kann, darf Sara die Show verlassen.

Immerhin muss sie nicht alleine nach Hause fliegen. Die anderen hätten ihm inzwischen den Rang abgelaufen, erklärt Klum Model Aldin und urteilt über seinen aktuellen Auftritt: "Ich finde, auch heute bist du ein bisschen blass geblieben." Vielleicht lag das ja nur am Licht, Aldin bekommt aber trotzdem kein Foto. Immerhin kann er aber Klum noch eine Einladung zu ihrer Halloween-Party aus den Rippen leiern. Manchmal muss man nehmen, was man kriegen kann.

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