Die Bombendrohung beim Finale GNTM 2015 in der SAP-Arena bei Mannheim stellt sich als falscher Alarm heraus. Doch nach der Evakuierung werden im Internet Vorwürfe laut: Unter anderem sollen Heidi Klum und die Jury viel schneller als die Zuschauer aus der Halle gebracht worden sein. So lief die Evakuierung - und das sagt die Polizei zu den Vorwürfen.

Die Bombendrohung beim Finale der TV-Castingshow "Germany’s Next Topmodel" hat sich mittlerweile als falscher Alarm herausgestellt. Während die Kriminalpolizei eigenen Angaben zufolge unter Hochdruck die mutmaßlichen Täter des Telefonanrufs zu ermitteln versucht, ist das Internet voll von Spekulationen zum Ablauf der Evakuierung - und von Vorwürfen dazu. Augenzeugen berichteten demnach, Heidi Klum und die weiteren Jury-Mitglieder seien 15 bis 20 Minuten vor den Zuschauern aus der Arena geführt worden. Es wird kritisiert, dass man die Zuschauer im Unglauben gelassen habe, als von einer technischen Störung die Rede war.

"Frechheit", sagte ein Zuschauer dem Magazin "Ok". "Als sei unser Leben weniger wert als das von Heidi." Auf Twitter reagierte so mancher User empört, es fiel vorwurfsvoll die Begriffe "Promi- oder VIP-Bonus". Einem Bericht von "Spiegel Online" zufolge soll die Bombendrohung speziell der Jury gegolten haben. Außerdem gibt es Berichte, nach denen sich bereits zuvor ein Mann Klum genähert und ihr gedroht haben soll.

Die Polizei wollte sich an derlei Spekulationen nicht beteiligen. Sie bescheinigte dem Veranstalter ProSieben und dem Betreiber der SAP-Arena aber, bei dem um 21.07 Uhr der Anruf eingegangen war, genauso gehandelt zu haben, wie sie es selber getan hätte. "Um eine Panik zu vermeiden, hat der Veranstalter sinnvollerweise eine technische Störung vorgegeben, sodass die Halle dann ohne Panik geräumt werden konnte", sagte Michael Klump vom Polizeipräsidium Mannheim im Gespräch mit diesem Portal. "Und zwar innerhalb kürzester Zeit." Zu dem Vorwurf, die Menschen in der Arena im Unklaren gelassen zu haben sei unverantwortlich, sagte er: "Schwachsinn! Wenn sie eine Panik auslösen wollen, dann sagen sie: 'Wir haben eine Bombendrohung'. Aber das will ja keiner."

Laut dem Polizeisprecher handelte der Veranstalter besonnen. Die Evakuierung verlief demnach ruhig, geordnet und ohne Zwischenfälle. Das bestätigte uns auch eine Augenzeugin im Interview. "Wenn sie eine Bombendrohung haben, ist es immer schwierig zu entscheiden, wie sie eine solche bewerten. Das macht normalerweise die Polizei in Absprache. In diesem Fall hat der Veranstalter entschieden. Es ist eine schwierige Entscheidung", erklärte er. "Es kann dann auch sein, dass dann eben kein Sprengstoff gefunden wird."

So, wie letzten Endes in der Multifunktionsarena zwischen den Randbezirken Mannheims und der Bundesstraße in Richtung Heidelberg. Für die Polizei ist auch nur schwer vorstellbar, wie eine etwaige Bombe hätte in die Arena gebracht werden können. "Der Veranstalter überwacht die Arena rund um die Uhr, so dass da eigentlich gar niemand reinkommen kann", meinte der Polizeisprecher. "Eigentlich." Die Polizei zumindest sei nicht veranlasst dazu, bei einem Event vom Umfang des GNTM-Finales ohne vorangegangene Hinweise die Halle nach verdächtigen Gegenständen zu durchsuchen. Die Verantwortung liegt erst bei der Polizei, erklärte er, "in dem Moment, wenn eine Straftat vorliegt". Und diese sei in diesem Fall nicht unerheblich - sie lautet: Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten.

Wer hinter der Bombendrohung steckt, war noch am Freitagnachmittag unklar. An Spekulationen werde sich die Polizei nicht beteiligen, erklärte Klump. "Derzeit ist es so, dass der Fokus auf dem Anruf liegt, weil es der einzige Ansatzpunkt ist. Da ist die Kripo mit Hochdruck dran." Ein Vorwurf bezüglich der Evakuierung blieb dann aber doch: Viele Mädchen standen frierend vor der Halle. Sie hatten im Glauben, die Sendung ginge bald weiter, Mäntel und Jacken in der Arena zurückgelassen. ProSieben reagierte mittlerweile. Auf der Homepage der Arena sollen alle Betroffenen erfahren, wo sie Jacken und Taschen abholen können. Es soll besonnen und geordnet vonstatten gehen.