Der Premier-League-Titel ist Liverpool kaum noch zu nehmen. Doch nach der 0:3-Niederlage in Watford und dem Pokal-Aus beim FC Chelsea wirkte selbst Klopp angespannt. Rechtzeitig vor dem Rückspiel gegen Atlético Madrid in der Königsklasse sind die Reds wieder auf Kurs.

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Jürgen Klopp war die Erleichterung nach dem Zittersieg gegen den AFC Bournemouth anzusehen. Mehr als sonst ballte der Trainer des FC Liverpool nach dem 2:1-Liga-Erfolg die Faust und strahlte über das ganze Gesicht.

"Ich war in guter Stimmung", erklärte Klopp seinen Gefühlsausbruch, nachdem die Reds rechtzeitig vor dem Champions-League-Rückspiel gegen Atlético Madrid ihre kleine Krise gestoppt haben. "Ich war absolut glücklich über das Ergebnis, die drei Punkte und die Leistung."

Premier League: Klopp und Liverpool auf der Zielgeraden

Eine Woche nach der ersten Premier-League-Niederlage der Saison war der Sieg in Anfield dringend notwendig. Zumal dem deutlichen 0:3 beim FC Watford auch noch das Aus im nationalen Pokal beim FC Chelsea gefolgt war.

"Es gibt nichts Gutes daran, Fußballspiele zu verlieren", sagte Klopp, "aber es macht einem bewusst, wie besonders es ist, Fußballspiele zu gewinnen." Die Zeitung "Telegraph" schrieb dazu scherzhaft: "Jürgen Klopps Spieler beenden ihre Niederlagenserie von einem Liga-Spiel."

Liverpool hatte am Samstag zuhause keinen guten Start erwischt und war nach nicht mal zehn Spielminuten durch Callum Wilson in Rückstand geraten - ein umstrittenes Tor, weil Wilson vorher Joe Gomez geschubst hatte. "Ich will es nicht überbewerten", sagte Klopp, für den es ein Foul war, "aber in so einem Moment, wo du dir den Schwung erst wieder erkämpfen musst, kriegst du so eine Entscheidung und so ein Gegentor, da wären andere Teams in der Fußballgeschichte drüber gestolpert."

Salah und Mané drehen Partie für Liverpool

Doch die "Reds"-Angreifer Mohamed Salah (25. Minute) und Sadio Mané (33.) drehten die Partie und sorgten für den 15. Sieg im 15. Premier-League-Heimspiel. Saisonübergreifend war es sogar schon der 22. Heimerfolg in Serie, damit übertrafen die Reds ihren eigenen Liga-Rekord aus dem Jahr 1972.

Viel wichtiger: Liverpool fehlten am Samstag nur noch neun Punkte zur ersten Meisterschaft seit 30 Jahren. "Wir werden jetzt nicht abheben", versicherte Klopp trotz des greifbaren Titels.

Klopp: An der Einstellung sollte es nicht mangeln

Der Schwung ist also rechtzeitig zurück in Anfield - und wird nun in der Champions League gebraucht, wenn der Titelverteidiger am Mittwoch (21:00 Uhr/LIVE bei uns im Ticker) im Achtelfinal-Rückspiel gegen Atlético Madrid ein 0:1 aus dem Hinspiel wettmachen muss.

Wie schon gegen Bournemouth wird Torwart Alisson dabei ausfallen. Kapitän Jordan Henderson und Andy Robertson werden hingegen zurückerwartet.

"Wir haben es oft gesagt, wir wollen so erfolgreich sein, wie wir können", sagte Klopp mit Blick auf den Saisonendspurt. Ob neben dem sehnsüchtig erwarteten Meistertitel auch in der Königsklasse etwas zu holen ist, bleibt abzuwarten.

An der Einstellung wird es laut Klopp jedenfalls nicht mangeln: "Es ist nicht immer möglich, dass wir unseren besten Fußball spielen. Aber dass wir jedem Gegner einen ordentlichen Kampf liefern, sollte immer möglich sein."  © dpa

Historische Niederlage für den FC Liverpool: Jürgen Klopp macht sich nichts aus Rekorden

44 Mal nacheinander war es in der englischen Premier League keinem Gegner gelungen, den FC Liverpool zu bezwingen. Der Sieg des FC Watford über Jürgen Klopps Champions-League-Sieger fällt deutlich aus. Für Klopp aber ist das kein so großes Problem wie viele Beobachter glauben. © DAZN