Real Madrid muss in der Champions League gegen Manchester City einen Rückstand umbiegen, dabei aber ohne Sergio Ramos auskommen. Das ist ein herber Rückschlag, denn mit 34 Jahren ist der Spanier besser als je zuvor.

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Es gibt Spielertypen, die man liebt, wenn sie für den eigenen Klub spielen oder hasst, wenn sie für den Gegner spielen. Der 34-jährige Sergio Ramos vom spanischen Rekordmeister Real Madrid ist ein solcher Spieler.

Ramos prägte eine Ära bei den Königlichen und erlebte glanzvolle Zeiten wie Rückschläge. Während andere Spieler in seinem Alter allmählich über ihr Karriereende nachdenken und sich mit Blessuren herumplagen, wird Ramos immer besser.

Sergio Ramos: Geliebt und gehasst

Wenn Sergio Ramos im Estadio Santiago Bernabeu auf dem Feld steht, dann weiß jeder Zuschauer, der es mit Real Madrid hält, dass die "Nummer 4" alles geben wird, um den Sieg einzufahren.

Dabei ist es egal, ob der Gegner FC Barcelona oder Real Valladolid heißt. Ramos spielt immer am Maximum, das zeichnet ihn aus. Der Verteidiger ist ein Vollprofi, körperlich auch in hohem Alter topfit, wie er regelmäßig in den sozialen Medien zur Schau stellt.

Doch an Ramos haftet nicht nur das Image des aufopferungsvoll kämpfenden Fußballers. Ramos gilt überdies als unerbittlich und als "Bad Boy", der gelbe Karten en masse sammelt. 222 gelbe Karten und insgesamt 26 Platzverweise sind eine stolze Bilanz.

In Erinnerung bleibt vor allem der Zweikampf mit Mohamed Salah im Finale der Champions League 2018, der dafür sorgte, dass der Topstar des FC Liverpool verletzt vom Feld musste. Auch wenn Ramos abstritt, dass es sich um eine absichtliche Aktion handelte und selbst Salah den Verteidiger in Schutz nahm, wurde die Szene kontrovers diskutiert - eben weil Ramos mit seinem Auftreten polarisiert.

Real Madrid: Sergio Ramos als Kapitän und Titelsammler

Nach dem Abgang von Torhüterlegende Iker Casillas im Sommer 2015 wurde Sergio Ramos endgültig zum Kapitän von Real Madrid ernannt. Schon zuvor führte der die Mannschaft in Abwesenheit von Casillas auf das Feld.

Im Verein hat man eine hohe Meinung von Ramos, der nach einer Leihe zum FC Sevilla mittlerweile seit 2005 fester Bestandteil der Profimannschaft bei den Königlichen ist. Nicht nur seine Vereinstreue macht ihn zu einem ganz besonderen Spieler.

Ramos schaffte es auch, auf zwei verschiedenen Positionen zur absoluten Weltklasse zu gehören: Als rechter Verteidiger und als Innenverteidiger. Das gelingt nicht vielen.

Herausragende Leistungen auf konstant hohem Niveau bei einem europäischen Topklub, und das über mehrere Jahre, sorgen auch dafür, dass Titel eine logische Folge sind. Trotzdem ist die Trophäensammlung des Sergio Ramos beeindruckend.

Fünfmal wurde er spanischer Meister, je viermal gewann Ramos den spanischen Superpokal, die Champions League und die Klub-WM, darüber hinaus konnte er dreimal den UEFA Supercup gewinnen, wurde zweimal spanischer Pokalsieger, zweimal Europameister und einmal Weltmeister. Und seine Karriere ist noch nicht beendet, bis 2021 steht der 34-Jährige derzeit noch bei Real Madrid unter Vertrag.

Manchester City: Der Spielverderber der Saison 2019/20?

In den letzten Wochen der Saison steht noch die Champions League auf dem Programm. Real Madrid verlor zuhause mit 1:2 gegen Manchester City, überdies wurde Sergio Ramos kurz vor dem Ende des Spiels des Feldes verwiesen. Die ohnehin schon schwere Aufgabe wird dadurch noch einmal komplizierter.

Ramos, der sich in der Form seines Lebens befindet und in dieser Saison unglaubliche 13 Pflichtspieltreffer erzielen konnte, fehlt als Spieler, Anführer und Typ. Vertreten wird Ramos in diesem wichtigen Spiel von Eder Militao, von ersetzen kann keine Rede sein. Das ist angesichts des Qualitätsspektrums und der immensen Erfahrung des Spaniers einfach nicht darzustellen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Manchester City in der Champions League zum Spielverderber für die großen Ziele von Real Madrid wird, ist also groß. Mit Niederlagen kann Sergio Ramos umgehen. Die Tatsache, nicht eingreifen zu können, wird ihn allerdings über die gesamte Spieldauer leiden lassen.

Wer den Spanier aber kennt, der weiß, dass er im Falle eines Ausscheidens sofort daran arbeiten wird, noch stärker zu werden und bestmöglich vorbereitet in die nächste Saison zu gehen. Angetrieben von einer kaum in Worte zu fassenden Gier und Erfolgsbessenheit, die auf hohem Niveau den Unterschied zwischen großen Spielern und Legenden ausmachen.

Verwendete Quellen:

  • Transfermarkt.de: Sergio Ramos, Spielerprofil (für Zahl der Einsätze und Titel)
  • RealTotal.de: Nicht sauer: Salah macht Ramos keinen Vorwurf

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