Nie zuvor ist bei einer US-Zwischenwahl so viel Geld für den Wahlkampf ausgegeben worden - und die Mitarbeiter von in den USA ansässigen Tochterfirmen deutscher Unternehmen zeigten sich laut einem "Welt"-Bericht offenbar ebenfalls spendierfreudig.

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Die Dollars flogen den Parteien 2018 nur so zu. Noch nie zuvor ist bei Midterm Elections in den USA so viel Geld für den Wahlkampf ausgegeben worden wie in diesem Jahr.

Die 5,2 Milliarden Dollar (rund 4,6 Milliarden Euro) seien 35 Prozent mehr als bei der Zwischenwahl von 2014, berichtete die auf Wahlkampffinanzierung spezialisierte Organisation Center for Responsive Politics auf ihrer Webseite.

Demnach haben nicht nur die Republikaner von US-Präsident Donald Trump Spenden in Rekordhöhe eingenommen, sondern vor allem die Demokraten erlebten einen riesigen Aufwärtstrend. Sie hätten vor allem vom Enthusiasmus von Spenderinnen profitiert. Auch bei Kleinspendern hätten sie die Nase vorn.

Geldsegen für Demokraten

Insbesondere bei den Rennen um die Sitze im Abgeordnetenhaus, einer der beiden Kammern im US-Kongress, hätten die Demokraten mit Wahlkampfspenden in Höhe von 951 Millionen Dollar die Republikaner mit 637 Millionen Dollar hinter sich gelassen, heißt es. Auch bei Spenden für den Senat lägen die Demokraten vorn, aber nicht so deutlich.

Die Nachrichtenseite Axios.com führte den rasanten Anstieg von Spenden vor allem auf ein radikalisiertes politisches Umfeld sowie auf mehr spannende Rennen zurück.

Die größten Spender für beide Parteien sind demnach sogenannte Super PACs (von "Political Action Committee", dt. Politisches Aktionskomittee). Das sind Organisationen, die Spenden in unbegrenzter Höhe annehmen dürfen und sie dann zur Werbung für bestimmte Kandidaten verwenden können. Denn: In den USA dürfen Parteien keine Spenden direkt von Firmen entgegennehmen. Daher der erzwungene Umweg über Einzelpersonen.

Bericht: Mitarbeiter von Tochterfirmen deutscher Konzerne spendabel

Doch nicht nur auf US-Firmen zurückgehende Spenden spielten bei den Midterm Elections eine große Rolle. Laut einem Bericht der Zeitung "Die Welt" haben auch Zuwendungen den US-Wahlkampf mitfinanziert, die ihren Ursprung bei Tochterfirmen deutscher Unternehmen haben.

Auch in diesem Fall führten die sogenannten PACs das vom jeweiligen Angestellten einer Firma gespendete Geld dem entsprechenden Partei-Kandidaten zu. Laut "Welt" beläuft sich das Volumen dieser Wahlkampfhilfen auf rund 2,6 Millionen Dollar, eingesammelt bei 17 Tochterfirmen deutscher Unternehmen. Davon flossen knapp 60 Prozent an republikanische Politiker.

Laut "Welt" stammten die höchsten Zuwendungen von der Belegschaft der Tochterfirmen von BASF und Deutsche Telekom. Mehr als 600.000 Dollar (ca. 522.000 Euro) sollen in die Wahlkampfkassen der Politiker geflossen sein. Auch die Mitarbeiter von Fresenius Medical Care und Bayer sollen sehr spendabel gewesen sein.

Republikaner bauen Macht im Senat aus

Bei der Zwischenwahl wurden am Dienstag das gesamte Abgeordnetenhaus sowie 35 der 100 Senatoren gewählt. Die aktuelle Auszählung sieht bei den Machtverhältnissen im Repräsentantenhaus eine Niederlage von US-Präsident Donald Trump und seinen Republikanern. Ihre Mehrheit im Senat verteidigten die Republikaner aber. (szu/dpa)

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