Gleichberechtigung kommt im Wahlprogramm der FDP nicht explizit vor. Dennoch haben die Liberalen zu homosexuellen Lebensgemeinschaften und auch Migranten einiges zu sagen.

Rainer Brüderle ist der Hoffnungsträger mit liberaler Kernkompetenz. Mit ihm will die FDP bei der Bundestagswahl die Fünf-Prozent-Hürde schaffen.

Auch das Bürgerprogramm der FDP kennt das Wort Gleichberechtigung nicht. Frauenquote? Fehlanzeige. Im Abschnitt über Finanzmärkte findet sich zumindest schon einmal dieser Satz: "Eingriffe in Eigentümer- und Aktionärsrechte – beispielsweise durch Vorgabe bestimmter Quoten bei der Besetzung von Aufsichtspositionen – lehnen wir ab." Was für eine Quote? Für wen?

Auf Seite 47 wird das Wahlprogramm konkreter: "Wir wollen mehr Frauen in Führungsverantwortung sowohl in der Wirtschaft als auch im Öffentlichen Dienst. (…) Als Liberale lehnen wir eine gesetzliche Quote jedoch ab." Das war’s auch schon, was die FDP zum Thema Gleichberechtigung zu sagen hat. Aber offenbar kennt sie das Wort ohnehin nicht.

Gleichstellung von homosexuellen Lebensgemeinschaften

Besser sieht es aus für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften: Sie "müssen mit der Ehe gleichgestellt werden – vor allem noch im Einkommensteuerrecht, bei der Riester-Rente und bei Adoptionen." Außerdem sollen Homosexuelle "nicht mehr per se von Blutspenden ausgeschlossen" werden.

Bessere Integration

Bei den Themen Einwanderung und Integration setzt auch die FDP auf eine "Willkommenskultur", strebt jedoch eine "Weiterentwicklung des Arbeitssuchvisums zu einem klaren und vollständigen Punktesystem nach dem Vorbild von Kanada und Australien" an.

Die FDP befürwortet die doppelte Staatsbürgerschaft und ein kommunale Ausländerwahlrecht ab einem Mindestaufenthalt von fünf Jahren. Wie die Union halten auch die Liberalen Sprachtests für Kinder für eine gute Idee, allerdings erst mit vier Jahren statt drei.

Im Vergleich: Das fordern die anderen Parteien