Nach einer technischen Panne hat das Regierungsflugzeug mit Kanzlerin Angela Merkel an Bord auf dem Weg zum G20-Gipfel auf dem Flughafen Köln-Bonn notlanden müssen. Die Flieger der Bundesregierung haben schon in der Vergangenheit mit Defekten zu kämpfen gehabt. Wir stellen die Flotte vor.

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Wegen eines technischen Defekts an der Regierungsmaschine "Konrad Adenauer" musste Kanzlerin Angela Merkel ihren Flug zum G20-Gipfel unterbrechen. Wie der Spiegel berichtete, sei rund eine Stunde nach dem Start des Flugzeugs das gesamte Kommunikationssystem an Board ausgefallen.

Der Regierungsflieger vom Typ A340-300, der sich zu diesem Zeitpunkt über den Niederlanden befand, war daraufhin umgekehrt und hatte nur mithilfe eines Satellitentelefons eine Landung auf dem Flughafen Köln-Bonn organisiert.

Die "Konrad Adenauer" ist nicht die erste Regierungsmaschine, die für Probleme und Verspätungen sorgt. Ein kurzer Überblick über die Flugzeuge der Bundesregierung.

14 Flugzeuge und drei Helikopter für die Regierung

Verantwortlich für die Regierungsmaschinen ist die Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums. Ihre Flotte umfasst insgesamt 17 Flugzeuge und Hubschrauber. Die "Konrad Adenauer" ist dabei einer von zwei Airbussen vom Typ A340 für Langstreckenflüge von bis zu 15.000 Kilometern mit 143 Plätzen.

Außerdem stehen zwei Mittelstreckenflieger vom Typ Airbus A319 mit 44 Plätzen und einer Reichweite von 7.600 Kilometern bereit. Erst im September dieses Jahres wurde zudem ein Airbus A321 mit dem Namen "Neustadt an der Weinstraße" an die Flugbereitschaft übergeben.

Die Maschine war zuvor rund 18 Monate lang umgebaut worden und kann bis zu 84 Passagiere über eine Reichweite von circa 5.000 Kilometern befördern. Eine Besonderheit der "Neustadt" ist dabei die Flugzeugkabine.

Diese wurde so gebaut, dass ein Teil der für Delegationen gedachten Sitzplätze zu einer Krankentransportstation umgebaut werden kann. Innerhalb der Station ist auch eine intensivmedizinische Betreuung von Patienten möglich.

Die Flotte umfasst zudem fünf ältere Airbus A310, die für Regierungsflüge aber kaum noch genutzt werden, sondern eher als Truppentransporter. Dazu kommen vier Bombardier Global 5.000 mit 13 Plätzen und einer Reichweite von 9.000 Kilometern sowie drei Cougar-Hubschrauber für kurze Strecken innerhalb Deutschlands.

Die deutsche "Air Force One"

Die "Konrad Adenauer", mit der Merkel nach Argentinien reisen wollte, ist dabei seit 2011 für Regierungsflüge im Einsatz. Die Lufthansa hatte die Maschine zwölf Jahre zuvor in Betrieb genommen und nach Umbaumaßnahmen an die Flugbereitschaft übergeben.

Neben den Plätzen für Passagiere sind in der deutschen "Air Force One" ein Konferenz- und ein Arbeitsbereich enthalten. Auch eine Dusche und ein Schlafzimmer gibt es an Board.

Die Maschine lässt sich, ähnlich wie die "Neustadt", auch zur fliegenden Intensivstation (MedEvac) umbauen. Zur Verteidigung wurde sie außerdem mit einem US-amerikanischen Raketenabwehrsystem bestückt.

Immer wieder technische Pannen bei Regierungsflügen

Zwischenfälle wie der am Donnerstagabend sind nichts Neues bei den Regierungsmaschinen. Schon in der Vergangenheit kam es zu mehreren Zwischenfällen aufgrund von technischen Problemen.

So verzögerte sich zum Beispiel Ende Juni eine Weißrussland-Reise von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, weil er wegen eines Hydraulikschadens kurz vor dem geplanten Abflug umsteigen musste.

Auch 2006 war der damalige Außenminister von einem Flugzeugdefekt betroffen. Steinmeiers Maschine musste damals im Tiefflug den Flughafen Wien ansteuern, nachdem zuvor eine Warnleuchte Druckabfall innerhalb der Kabine signalisiert hatte.

Ein Jahr zuvor hatte Steinmeiers Amtsvorgänger Joschka Fischer (Grüne) kurz nach dem Start in Berlin notlanden müssen. In der Kabine war es nach dem Abheben zu Rauchentwicklung gekommen.

Und auch die Bundeskanzlerin blieb in der Vergangenheit nicht von solchen Pannen verschont. Bei einer Reise zum EU-Gipfel im Jahr 2009 musste das Flugzeug der Kanzlerin außerplanmäßig in Hannover landen. Eine Warnlampe hatte angezeigt, dass sich das Triebwerk der Maschine überhitzt hatte.

Verwendete Quellen:

  • Airliners: Flubgereitschaft übernimmt ersten A340
  • Deutsche Presse-Agentur
  • Flugrevue: Flugbereitschaft erhält Airbus A321
  • Ntv: Deutsche Minister fliegen gefährlich. Neue Flugzeuge für die Regierung
  • Spiegel Online: Merkels neue Air Force One. Raketenabwehr für die Kanzlerin
  • Spiegel Online: Merkels Flugzeugpanne vor G20. Komplettausfall des Funksystems führt zu Flugabbruch.
Teaserbild: © dpa